Weltfußballerin 2005

Die nominierten Schwedinnen

Hanna Ljungberg: Allround-Stürmerin mit ausgeprägtem Torriecher

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Hanna Ljungberg

Von Markus Juchem

Geburtsdatum: 08.01.79
Position: Angriff
Derzeitiger Verein: Umeå IK (Schweden)

„Allt har ett slut“ („Alles hat ein Ende“) heißt eine Textzeile in Hanna Ljungbergs Lieblingslied „Andetag“ von Patrick Isaksson, doch ein Ende ihrer beeindruckenden Fußballkarriere ist noch lange nicht in Sicht.

Hanna Ljungberg

Hanna Ljungberg, die "Nummer 10" der Schwedinnen

Foto: Silvia Schmidt

In 113 Länderspielen hat Ljungberg bisher 66 Treffer erzielt, zuletzt bewies sie mit vier Treffern im WM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland und zwei weiteren in Portugal ihre Treffsicherheit. In der gerade abgelaufenen Damallsvenskan glänzte die Vizeweltmeisterin von 2003 mit 18 Toren und sie hatte neben Teamkollegin Marta maßgeblichen Anteil daran, dass ihr Verein Umeå IK nach zweijähriger Unterbrechung wieder den Meistertitel erobern konnte. Bis heute unerreicht ist ihr Rekord aus dem Jahr 2002, wo sie in 22 Spielen unglaubliche 39 Treffer erzielte.

Hanna Ljungberg

Ljungberg im Trikot von Umeå IK - dynamisch wie immer

Foto: Kalle Prorok

Da ist es nur folgerichtig, dass Ljungberg zum dritten Mal hintereinander zum Kreis der Spielerinnen gehört, die für die Wahl zur FIFA Weltfußballerin des Jahres vorgeschlagen sind. „Das freut mich schon sehr, dass ich wieder dazu gehöre”, so Ljungberg über ihre Nominierung. Im Jahr 2003 belegte sie hinter Birgit Prinz und Mia Hamm den dritten Platz, im vergangenen Jahr punktgleich mit U.S.-Spielerin Kristin Lilly den fünften Rang. Und auch diesmal ist die Konkurrenz wieder groß, sogar


Marit Fiane Christensen

Das EM-Halbfinale zwischen Schweden und Frankreich war ein packendes Match - so auch dieser Zweikampf zwischen Hanna Ljungberg (r.) und Marit Fiane Christensen

Foto: Eurosport

aus den eigenen Reihen. Neben Ljungberg sind auch Teamkollegin Malin Moström und die ehemalige Umeå-Spielerin Hanna Marklund nominiert. Hinzu kommt eine weitere Spielerin aus dem eigenen Team: die Brasilianerin Marta.

„Das sagt nicht nur aus, wie stark der schwedische Fußball ist, sondern es sagt auch einiges über Umeå aus. Es könnten aber auch andere Spielerinnen auf der Liste stehen“, so der sympathische Wirbelwind mit den blauen Augen. Auf die Frage, ob denn die Schwedinnen bei der Wahl eine Chance gegen die Ausnahmespielerin aus Südamerika haben, antwortet sie ein wenig ausweichend: „Das weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist Marta im Moment definitiv eine der besten Spielerinnen.“

Nationalflagge Schweden

Bereits in frühester Kindheit war der Fußball Objekt von Ljungbergs Leidenschaft. „Ich konnte gerade einmal laufen, da fand ich es schon toll, mit dem Ball zu spielen“, erinnert sie sich an ihre Anfänge. In Umeå geboren, wuchs Ljungberg in Mariehem auf, wo sie im Alter von sieben Jahren erstmals in einem Verein Fußball spielte, bei Mariehem SK. Ihr Debüt in der Damallsvenskan feierte sie bei Sunnanå SK, bevor sie 1998 zu Umeå IK wechselte. Seit 1996 spielt sie bereits in der Nationalmannschaft.

Man sollte vorsichtig sein, wenn man Hanna Ljungberg am frühen Morgen begegnet. Denn die Ausnahmestürmerin ist ein bekennender Morgenmuffel. „Da bin ich grundsätzlich immer müde“, gibt sie freimütig zu. Doch wenn die Lebensgeister der 26-Jährigen erwacht sind, ist sie kaum noch zu bremsen. Mit ihrer unermüdlichen Laufarbeit, ihren blitzschnellen Richtungswechseln, ihren präzisen Vorlagen und einem ausgeprägten Torriecher ist Ljungberg eine Allround-Stürmerin par excellence.

Roland Almqvist, Manager bei Umeå IK, hält Ljungbergs mentale Stärke für einen ihrer größten Vorzüge. „Sie kommt rund drei Stunden vor dem Anpfiff ins Stadion. Dann geht sie ein bisschen spazieren, kommt zurück und beginnt mit ihrer mentalen Vorbereitung. Sie begibt sich im Geiste an einen anderen Ort“, beschreibt Almqvist ihr ungewöhnliches Ritual. „Das ist


wohl auch eine Erklärung, warum Hanna so gut ist. Sie hat die Fähigkeit, sich vollkommen auf das bevorstehende Spiel zu konzentrieren.“

Hanna Ljungberg

Hanna Ljungberg treibt ihre Teams unermüdlich an

Foto: Kalle Prorok

Ihre Freizeit verbringt Ljungberg gerne im Kreis von Familie und Freunden oder sie kümmert sich um ihre drei Katzen. Sie fühlt sich ausgesprochen wohl in ihrer Heimatstadt. „Ich liebe Umeå, die Strandpromenade ist der perfekte Ort für lange Spaziergänge.“ Dennoch träumt sie immer noch von einem Engagement im Ausland: „Es wäre schon mal toll, etwas Neues zu machen.“ Der Start einer neuen U.S.-Profiliga würde Ljungberg die Entscheidung sicherlich vereinfachen, U.S.-Meister FC Indiana hat bereits seine Fühler ausgestreckt.

Für sie, die gerne die Sonne und den Sommer mag, steht nun die härteste Jahreszeit bevor. „Manchmal ist das schon ganz schön hart, sich bei -10 Grad und Schneesturm für das Training zu motivieren. Aber dann denkt man an all die Erfolge und Erlebnisse rund um den Fußball in der Vergangenheit zurück, dann fällt es einem schon viel leichter.“ Nach Abschluss ihrer Karriere plant sie, als Krankengymnastin zu arbeiten, bis spätestens 2010 will sie ihr Studium abgeschlossen haben. Doch bis dahin bleibt noch reichlich Zeit, um weitere Erfolge im Fußball zu feiern - und die eine oder andere Trophäe als Weltfußballerin des Jahres zu ergattern...

 Malin Moström

 Hanna Marklund

Hier findet ihr unseren Einleitungstext zur FIFA-Wahl, über den wir alle weiteren Vorstellungen verlinken werden:

 Einleitungstext


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