Weltfußballerin 2005

Die Nominierten aus Deutschland

Birgit Prinz: Die Titelverteidigerin

Von Nora Kruse und Katja Öhlschläger

24.11.2005    Aus dem Land des amtierenden Welt- und Europameisters Deutschland sind mit Sandra Minnert, Renate Lingor und Titelverteidigerin Birgit Prinz gleich drei Spielerinnen nominiert. Alle drei können auf eindrucksvolle Karrieren zurückblicken, die wir unseren Lesern heute näher bringen wollen.

Birgit Prinz

Von Nora Kruse

Geburtsdatum: 25.10.77
Position: Angriff
Derzeitiger Verein: 1. FFC Frankfurt (Deutschland)

Auch wenn sich so manch einer mit Frauenfußball nicht anfreunden kann und wenig Kenntnisse über die Leistungsträgerinnen hat, eine kennen alle: Birgit Prinz. Die Spielführerin der deutschen Nationalmannschaft, die am 25. Oktober 1977 in Frankfurt/Main geboren wurde, hat sich eine für Frauenfußball-Verhältnisse enorme Popularität erarbeitet.

Birgit Prinz

Birgit Prinz trägt sich nach dem EM-Gewinn ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein

Foto: Nora Kruse

Als Kind spielte Birgit Prinz beim 1. FC Hochstadt gemeinsam mit den Jungs, bevor 1992 der entscheidende Punkt ihrer Karriere kam: der Wechsel zum FSV Frankfurt, dem damaligen Spitzenklub in Deutschland. Da sie erst fünfzehn war, durfte sie noch nicht im Bundesligateam kicken, sondern bereicherte für ein Jahr die Mädchenmannschaft des FSV – und wie sich das für eine Birgit Prinz gehört, wurde sie natürlich Torschützenkönigin.

1994 wurden ihre tollen Leistungen mit einer Einladung zur Nationalmannschaft belohnt. Die internationale Karriere der heute 143fachen Nationalspielerin begann am 27. Juli gegen Kanada. Prominente Namen wie Maren Meinert, Anouschka Bernhard, Jutta Nardenbach und Heidi Mohr standen auf dem Platz und für genau diesen Stürmerstar kam die damals 16Jährige in der 72. Minute beim Stande von 1:1 aufs Feld. Siebzehn Minuten später stand es 2:1 – Torschützin Birgit Prinz.

Diesem Treffer ließ die Frankfurterin, die heute beim Ligakonkurrenten FFC gegen den Ball tritt, noch 89 folgen – einzigartig in Deutschland, egal ob man in der Männer- oder Frauentorschützenliste schaut. Auch der nächste Rekord ist in Reichweite, denn es dürfte außer Frage stehen, dass die wohl populärste Fußballerin in Deutschland auch den Rekord von 154 Länderspielen, den derzeit Ehrenspielführerin Bettina Wiegmann innehat, knacken wird.

Doch der Rekorde nicht genug – für den nächsten müssen wir allerdings ins Ausland gehen, genauer in die USA. Dort lockte


Birgit Prinz, Gerhard Mayer-Vorfelder

Einer der vielen Pokale von Birgit Prinz - bei der EM 2005 führte sie die deutsche Nationalmannschaft jedoch zum ersten Mal als Spielführerin zum Titel. Hier nimmt sie von DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder den EM-Pokal in Empfang

Foto: Silvia Schmidt

2002 die amerikanische Profiliga Women’s United Soccer Association (WUSA). Prinz unterschrieb bei Carolina Courage, kam, sah und siegte: neuer WUSA-Rekord durch das fünfte Tor in ihrem fünften Spiel – und am Ende sprang auch noch die Meisterschaft raus.

Nationalflagge Deutschland

Doch Birgit Prinz überzeugte nicht nur in Deutschland und den USA. Ihr kraftvolles Spiel, ihre Zielstrebigkeit, die Tatsache, dass sie nur schwer vom Ball zu trennen ist – und auch schlicht ihre Trefferquote, ließen auch andere Mannschaften aufhorchen: die Schweden aus Malmö zeigten Interesse, zuletzt angeblich auch Norwegens Mannschaft Strommen – ja, und auch die Männer.

Birgit Prinz kämpft mit den Russinnen Olga Poriadina, Olga Sergaeva (l.) und Elena Morozova (r.) um den Ball

Birgit Prinz kämpft mit den Russinnen Olga Poriadina, Olga Sergaeva (l.) und Elena Morozova (r.) um den Ball

Foto: Nora Kruse

Nach der Weltmeisterschaft 2003, die Birgit Prinz mit dem Titel der Weltmeisterin und Torschützenkönigin beendete, kam der italienische Verein AC Perugia geradezu in einen „Frauen-Kauf-Wahn“ und wollte am liebsten die ganze schwedische und deutsche Nationalmannschaft verpflichten. Von Hanna Ljungberg über Victoria Svensson und eben Birgit Prinz sagten sie alle ab – wohl besser so.


Mehrere Titel in der Karriere von Birgit Prinz sind schon erwähnt worden, das sind aber noch längst nicht alle: sechsmal wurde sie deutsche Meisterin, siebenmal DFB-Pokalsiegerin, mit dem FSV Frankfurt gewann sie den Super-Cup, mit Carolina Courage die erwähnte US-Meisterschaft, der sie im gleichen Jahr noch den UEFA-Cup-Sieg mit dem 1. FFC Frankfurt folgen ließ. Titel über Titel – doch international geht die Sammlung weiter: Weltmeisterin 2003, viermalige Europameisterin und zweimal gab es auch noch Olympia-Bronze. Fehlt dort überhaupt noch etwas? Nur Olympia-Gold... 2008 heißt es also angreifen.

Birgit Prinz und Faye White

Birgit Prinz im Trikot des 1. FFC Frankfurt im Zweikampf mit Faye White von Arsenal London

Foto: Jochen Ditschler

Und wo wir schon bei der Frau der Rekorde sind – zweimal wurde Birgit Prinz schon zur Weltfußballerin des Jahres gewählt. Gleichstand mit Mia Hamm – ein drittes Mal hat es bisher noch niemand geschafft...

 Renate Lingor

 Sandra Minnert

Hier findet ihr unseren Einleitungstext zur FIFA-Wahl, über den wir alle weiteren Vorstellungen verlinken werden:

 Einleitungstext


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