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Wahl zur Weltfußballerin 2007Eine echte KämpfernaturRagnhild Gulbrandsen (Norwegen) | ||
Text von Michael Geist, Fotos von Volker Lieberum27.11.2007 Ihr erstes Länderspiel bestritt die Norwegerin Ragnhild Gulbrandsen am 10.März 1997 in einem Freundschaftsspiel gegen Finnland. Für sie wurde es ein Traumstart, denn sie brauchte ganze 10 Minuten für ihr erstes Tor im ersten Länderspiel. Bei den olympischen Sommerspielen 2000 wurde sie mit der norwegischen Nationalmannschaft Olympiasiegerin. Auch im Finale beim 3-2 Erfolg gegen die USA gelang ihr ein Treffer. Gulbrandsen begann ihre Karriere in Ranheim/Norwegen und spielte lange Zeit für Trondheims-Ørn S.K. (1997 - 2002), wo sie einige Höhepunkte ihrer Karriere erlebte. Dreimal wurde die 30-Jährige norwegischer Meister und viermal Pokalsieger. 2002 bis 2003 setzte sich ihr Höhenflug bei den Bosten Breakers/USA fort. Dort spielte sie zusammen mit Maren Meinert, der Norwegerin Dagny Mellgren und der Amerikanerin Kristine Lilly in der damaligen Profiliga. Nach Aussetzung der WUSA 2003 kam sie zurück zu ihrem Erfolgsverein nach Trondheim. Zweieinhalb Jahre später wechselte sie zu Asker FK - einem Verein, dem 2005 aus finanziellen Gründen die Lizenz verweigert , was den Zwangsabstieg in die 1. Division zur Folge hatte. Doch der Mannschaft gelang der sofortige Wiederaufstieg. Auch iIm Pokal sorgte die Mannschaft für Furore und unterlag erst im Finale Røa IL mit 2:3 Toren. Torjubel im Abonnement - mit sechs Treffern bei der WM in China erhielt Ragnhild Gulbrandsen den "Bronzenen Schuh" für die drittbeste Torjägerin.
Position: Angriff Letzter Verein: Asker FK Größte Erfolge: Olympiasiegerin 2000, WM-Vierte 2007, Norwegische Meisterin 1997, 2000 und 2001 (mit Trondheims-Ørn), Pokalsiegerin 1997, 1998, 1999, 2001 (mit Trondheims-Ørn) Persönliche Auszeichnungen: Torjägerkrone 1997, 2000, 2001 Immer wieder kämpfte Ragnhild mit Knieverletzungen, die die Fortsetzung ihrer Karriere gefährdeten. Den ewigen gesundheitlichen Problemen überdrüssig, gab sie sich 2005 geschlagen und hängte die Fußballstiefel an den Nagel. Doch irgendwann begann sie wieder zu trainieren und sogar das Knie fühlte sich gut an. Nach ihrer Knieoperation hatte sie schon angefangen, als Journalistin zu arbeiten. Trotzdem arbeitete sie sich wieder in den Kader hoch. Nach der sehr kurzen Sommerpause schoss sie im August 2007 im ersten Spiel, beim 8-0 Erfolg gegen Røa IL, gleich zwei Tore und danach sieben Tore in vier Spielen. Ein Mann, der immer davon überzeugt war, dass sie es schafft, ist der norwegische Nationaltrainer Bjarne Bernsten. Er war es, der sie dazu bewegen konnte, in die Nationalmannschaft zurückzukehren, und er gibt auch zu, dass er sein Team und die taktische Ausrichtung auf eine Spielerin zugeschnitten hat, an die er immer geglaubt hat. |
![]() Namensvetterinnen und viele Jahre gemeinsam im Nationaldress erfolgreich: Ragnhild (l.) und Solveig Gulbrandsen. | |
Berntsen sagte: "Ich muss ihr meine Anerkennung zollen, wie hart sie während ihrer verletzungsbedingten Pause an sich gearbeitet hat, um wieder topfit zu werden. Dank dieser harten Arbeit ist sie viel durchsetzungsstärker und flinker geworden, und jetzt kann man Ragnhild wirklich in Bestform bewundern.
"Beim letzten Testspiel vor der WM, am 30. August 2007 gegen Deutschland in Mainz, traf sie wieder das Tor. Beim Schuss zum 2:1 hatte Nadine Angerer keine Chance. In Norwegens Auftaktspiel bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2007 in China konnten die norwegischen Frauen einen 0:1-Rückstand gegen Kanada noch in einen 2:1-Sieg verwandeln und schockten den ehemaligen norwegischen und aktuellen kanadischen Nationalcoach Even Pellerud. Nach dem Seitenwechsel schaltete Norwegen in den nächsthöheren Gang und wurde prompt belohnt. Ein herrlicher Kopfball von Gulbrandsen brachte das verdiente Ausgleichstor zum 1-1. Am dritten und letzten Spieltag lieferte sie ihre beste Leistung beim 7-2 Kantersieg gegen Ghana ab, zu dem sie allein drei Treffer beisteuerte. Ein Jubiläum konnte sie auch feiern: Ihr 2:0 war das 500.Tor bei Frauenfußball-Weltmeisterschaften.
Zitat der FIFA: Denkwürdige Momente Ragnhild Gulbrandsen im Zweikampf mit Sandra Minnert.
"Das ist fantastisch, und ich möchte es sicher nicht herunterspielen", sagte sie gegenüber fifa.com bezüglich ihrer ursprünglichen Äußerung in der Pressekonferenz nach dem Spiel, dieser Meilenstein sei "nur eine Zahl". "Als ich in die Partie ging, war mir das sicher nicht bewusst, und auch nicht in dem Moment, als ich das Tor schoss. Aber ich hatte |
Glück, und ich fühle mich geehrt, dass ich dieses Tor erzielt habe. Es ist seltsam, aber ich bin mir sicher, dass ich es noch mehr zu schätzen weiß, wenn ich älter bin und auf meine Karriere zurück blicke." Durch ihre sechs Treffer gewann Ragnhild den Bronzenen Schuh für die drittebeste Torschützin. Gegenüber der Presse gestand die 30-jährige norwegische Angreiferin, dass sie nie gedacht hätte, sich jemals mit Weltstars wie Marta oder Brigit Prinz messen zu können. Doch der Fußball hält eben auch immer Überraschungen bereit. Ihr sechster Treffer gelang ihr in der Nachspielzeit im Spiel um Platz drei gegen die USA. Bei ihrem Heimatklub Asker gilt die Norwegerin übrigens nicht nur als Topstürmerin, sondern auch als Kämpfernatur: Als ihre Mannschaft einmal hoffnungslos zurücklag, nahm sie all ihre Kräfte zusammen und rettete ihrem Team am Ende mit einem perfekt verwandelten Kopfball die Ehre. Nun wieder zurück zur norwegischen Liga. Schon seit dem Aufstieg in die Toppserien hat der Klub Asker sportliche Erfolg zu feiern und es auf den dritten Platz der Liga geschafft. Am 22. und letzten Spieltag, am 03.November 2007, schoss Ragnhild in der letzten Minute gegen ihren damaligen Klub Trondheims-Ørn Ab sofort stellt sie die Fragen - Ragnhild Gulbrandsen arbeitet nach ihrem Karriereende als Journalistin weiter.
das Tor zum umjubelten 2-1 Sieg. Auf der Torjägerliste liegt sie mit 14 Treffern gemeinsam mit Solveig Gulbrandsen (Kolbotn IL) hinter ihrer Vereinskollegin Lindy Melissa Wiik mit 22 Toren. Eine Woche später verlor das Team von Asker gegen den Vizemeister Kolbotn IL das Pokalfinale mit 4-2. Ragnhild Gulbrandsen setzte mit diesem Spiel den endgültigen Schlusspunkt unter eine große Fußballkarriere. Sie wird jetzt als Journalistin ihre "Karriere" fortsetzen. Ingesamt trotz der Pokalfinal-Enttäuschung für Ragnhild Gulbrandsen ein erfolgreiches Jahr, in dem sie mit ihrer besten Leistung und ihren Toren begeistern konnte.
Einleitungstext
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