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Wahl zur Weltfußballerin 2007Die WeltmeisterinnenDie Kandidatinnen aus Deutschland | ||
Text von Tom Schlimme30.11.2007 Mit fünf Spielerinnen stellt der DFB die größte Zahl an Nominierten für die Wahl zur Weltfußballerin des Jahres 2007. Angesichts der mit 21:0 Toren gewonnenen Weltmeisterschaft dürfte dies auch niemanden verwundern, an Deutschland kommt bei einer solchen Wahl am Ende des Jahres 2007 natürlich niemand vorbei. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass der WM-Erfolg das Ergebnis einer hervorragenden Mannschaftsleistung war. Das sehr gleichwertig besetzte Team mit vielen Spielerinnen, die sich auf wechselnden Positionen gegenseitig vertreten konnten, war der Schlüssel zum Erfolg, und die besondere Klasse heraus- ragender Einzelspielerinnen dann nur noch das i-Tüpfelchen, um diesen Schlüssel im Schloss wirklich umdrehen zu können. Vielleicht schmälert es sogar die Erfolgsaussichten der deutschen Spielerinnen bei dieser Fifa-Wahl zur Weltfußballerin des Jahres 2007 etwas, dass sich etliche Stimmen „für Deutschland” gleich auf fünf Spielerinnen verteilen werden. Doch man sollte diese Wahl sowieso nicht als völlig objektiven Gradmesser einer letztlich gar nicht messbaren Spielstärke einzelner Spielerinnen missverstehen. Vielmehr geht es einfach um eine Ehrung, um die Anerkennung großer Leistung, großen Einsatzes, der weit ins persönliche Leben hineinreicht, eine Ehrung, die die Nominierten wie später die Siegerinnen der Wahl immer auch ein bißchen stellvertretend entgegennehmen für all die anderen Spielerinnen, die mit ebensolchem Einsatz für den Fußballsport ihr Leben gestalten, und dabei ebenfalls beindruckende Leistung bringen.
Alle fünf Nominierten sind Persönlichkeiten, die seit Jahren aufgrund ihrer Leistungen im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen und den Frauenfußball hervorragend repräsentieren. Insofern ist die Wahl der Fifa, was diese Nominierungen angeht, eine gute Wahl gewesen. Ich werde euch jetzt diese fünf Spielerinnen im einzelnen genauer vorstellen:
Geburtsdatum: 10.11.1978 ![]() Lange die Nummer 2 im deutschen Tor, bei der WM 2007 mit einem Paukenschlag an die Weltspitze gekommen: Nadine Angerer Nadine Angerer, Spitzname „Natze”, ist in einer gewissen Weise bei der WM 2007 in China der absolute Shooting Star überhaupt gewesen. Viele Jahre lang international vor allem als zuverlässige Nummer zwei im |
Die Weltmeisterinnen beim Empfang auf dem Balkon des Frankfurter Rathauses. Drei der Spielerinnen auf dem Bild wurden von der Fifa für die Wahl zur Weltfußballerin des Jahres 2007 nominiert: Mit den Armen nach unten v.l. Renate Lingor, Ariane Hingst und Birgit Prinz | |
deutschen Tor bekannt, stand sie nun erstmals als klare Nummer eins
nominiert in jeder Spielminute zwischen den Pfosten - und schaffte dabei gleich mal eben einen Rekord für die Ewigkeit: eine ganze WM-Endrunde hindurch, 6 Partien, 540 Minuten lang, blieb sie ohne Gegentor! Damit überbot sie den legendären Rekord des Italieners Walter Zenga, der bei der Männer-WM 1990 517 Minuten ohne Gegentor blieb. Doch auch wenn es galt, Kritik zu üben, Probleme anzusprechen und durch „Ansprache” die höchstmögliche Leistung aus ihren Vorderleuten herauszukitzeln, erwies sich Angerer in Potsdam gerade auch zuletzt als absolute Führungsspielerin, an der sich die anderen aufrichten konnten. Konnten, denn Angerer wird den Verein in der Winterpause verlassen, um in der schwedischen Liga, beim Stockholmer Verein Djurgården das Tor zu hüten. Dort wird sie dann wieder mit einer Weggefährtin zusammenspielen, die bereits vor einem halben Jahr von Potsdam nach Schweden gewechselt ist: mit der ebenfalls zur Weltfußballerin 2007 nominierten Ariane Hingst!
Geburtsdatum: 25.07.1979 Die deutsche Innenverteidigung ohne Ariane Hingst, das ist seit vielen Jahren kaum vorstellbar, aktuell 142 Länderspiele sprechen da eine deutliche Sprache. Mit ihrer Übersicht und Zweikampfstärke ist Hingst die ideale Besetzung für diese Position. Dabei wirkt es sich durchaus positiv aus, dass Hingst in Potsdam meist weiter vorne im Mittelfeld eingesetzt wurde, wo sie durch kluge Pässe wie auch durch Torgefährlichkeit zu überzeugen |
wußte. Diese Spielpraxis im Mittelfeld hat sicher mit dazu beigetragen, dass Hingst das Spiel aus der Abwehr heraus nach vorne in der Nationalmannschaft so gut beherrscht. Doch das Jahr 2007 fing gar nicht so erfreulich an für Ariane Hingst. In ihrem zehnten Jahr bei Turbine Potsdam lief es nicht mehr rund im Verein, unerwartete Niederlagen mußten hingenommen werden, und auch das Spiel von Hingst in der Nationalmannschaft - die insgesamt in den ersten Monaten des Jahres 2007 eine Krise durchmachte - zeigte plötzlich bisher unbekannte Schwächen. Im März 2007 wechselte Hingst dann nach Schweden zu Djurgarden Damfotbol, nach und nach stabilisierte sich ihre Form auch in der Nationalmannschaft wieder - und pünktlich zur WM-Endrunde war sie dann wieder voll auf dem Posten! So wurde Ariane Hingst dann, wie übrigens auch alle anderen für die Weltfuß- ballerinnenwahl nominierten deutschen Spielerinnen, am Ende in das All-Star-Team der WM gewählt, und natürlich ist der Erfolg, in der Endrunde ohne Gegentor geblieben zu sein, auch ein Erfolg von Ariane Hingst, wie der gesamten deutschen Verteidigung. ![]() Ariane Hingst ist meist einen Schritt eher am Ball als ihre Gegenspielerin. Hier hat Englands Starstürmerin Kelly Smith das Nachsehen Nach Schweden wechselte Hingst übrigens „mit einem lachenden und einem weinenden Auge”, wie sie selbst öfter sagte. Denn nach den zehn Jahren in Potsdam, in denen sie fast von Anfang an die Kapitänsbinde trug, fiel ihr der Abschied sehr schwer. Doch schon lange hatte Ariane Hingst den Wunsch geäußert, auch noch einmal eine Zeit im Ausland zu spielen und ein fremdes Land, eine fremde Sprache zu entdecken. Außerdem gilt die schwedische Liga als stärkste Liga der Welt, viele Nationalspielerinnen aus im Frauenfußball starken Ländern wie Norwegen, Finnland, Nigeria, Brasilien, Deutschland und anderen Ländern spielen dort, so dass Hingst sich in Schweden noch einmal einer großen sportlichen Herausforderung stellen kann.
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