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Wahl zur Weltfußballerin 2007Durchbruch verschobenDie Kandidatinnen aus Afrika | ||
Text von Tom Schlimme21.12.2007 Wer gehofft hatte, die WM 2007 in China werde den Durchbruch auf internationaler Tribüne für die Teams aus dem afrikanischen Kontinent bringen, wurde enttäuscht. Einen einzigen Punkt holten die Vertreter aus Nigeria und Ghana und schieden somit beide als Gruppenletzte ihrer Gruppen bereits vor dem Viertelfinale aus. Doch drei Spielerinnen wurden trotzdem von der FIFA zur Wahl zur Weltfußballerin nominiert: die beiden Nigerianerinnen Perpetua Nkwocha und Christie George sowie Adjoa Bayor aus Ghana. Besonders in Nigeria war die Enttäuschung sehr groß. Allerdings hatten die siebenfachen Afrikameisterinnen, die Super Falcons, auch die schwerste Gruppe erwischt und schlugen sich gegen Schweden (1:1), Nordkorea (0:2) und die USA (0:1) recht tapfer. Doch die Kritik im eigenen Land nach der WM war diesmal unüberhörbar. Dabei war schon ihr Auftritt in China überschattet von Querelen mit dem Verband. Wieder einmal ging es um Geld. Schon früher hatten die Spielerinnen die Auszahlung ihnen fest zugesagter Prämien nur durch Streikdrohungen erzwingen können, einmal verweigerten sie gar den Heimflug nach Nigeria, bis ihnen die Prämien dann doch gezahlt wurden. ![]() Drei Tore schossen die Spielerinnen aus Ghana bei der WM, doch bei insgesamt 15 Gegentreffern sprang kein Zähler dabei heraus In China stritt man sich nun wieder um Prämien und Spesen, es wurde kolportiert, die Spielerinnen hätten zur Durchsetzung ihrer Forderungen tagelang nicht trainiert, und es wurde sogar damit gedroht, im Gruppenspiel gegen die USA gar nicht erst anzutreten. Dabei ging es mal wieder nur um in unseren Augen relativ geringe Beträge: Statt 100 US-Dollar pro Tag wollte der Verband plötzlich nur noch 30 Dollar für das Traininglager in Deutschland und 70 Dollar für die Tage der WM in China zahlen, statt 1500 Dollar für ein Remis nur noch 400 Dollar. Am Ende setzten sich die Spielerinnen weitgehend durch, doch förderlich für ihr Spiel dürfte diese Auseinandersetzung nicht gewesen sein. ![]() Der Afrikameister aus Nigeria schwächte sich durch interne Querelen und blieb in der schweren Gruppe B ohne Chance Unterstützung gegen die öffentliche Kritik in Nigeria nach der WM bekamen die Spielerinnen durch eine prominente Sportlerin. Chioma Ajunwa, die 1996 in Atlanta im Weitsprung die erste Goldmedaille der Geschichte für Nigeria errungen hatte, verteidigte die Spielerinnen und führte das schlechte sportliche Abschneiden auf Fehler der nigerianischen Sport-Funktionäre zurück. „Nigeria ist reich, und die Behauptung, es gäbe nicht genug Geld, um die Spielerinnen angemessen zu bezahlen, erscheint mir unhaltbar”, erklärte Ajunwa in einem Interview. Ajunwa hatte das Spiel Nigerias gegen die USA live vor Ort erlebt und zeigte die Überzeugung, die vorangegangen Querelen hätten der Motivation der Spielerinnen geschadet. „Kreuzigt nicht die Super Falcons, sondern sucht die Schuld bei den Funktionären”, forderte Ajunwa. Doch auch ohne solch selbstgemachte Probleme tat sich auch der zweite afrikanische Vertreter, das Team aus Ghana, |
In Afrika fast so etwas wie Bigit Prinz in Europa: Die Nigerianerin Perpetua Nkwocha, Afrikas Fußballerin der Jahre 2005 und 2006, hier bei einem Freundschaftsspiel in Deutschland 2004 | |
sehr schwer in China. 1:4 gegen Australien, 0:4 gegen Kanada und 2:7 gegen Norwegen sind die nicht gerade überzeugende Bilanz des Zweiten der jüngsten Afrika-Meisterschaft. So bleibt also noch viel zu tun, um den Frauenfußball in Afrika voranzubringen und ihm zum internationalen Durchbruch zu verhelfen. Dabei mangelt es nicht an starken Spielerpersönlichkeiten, wie auch an der Nominierung von Nkwocha, George und Bayor deutlich wird. Perpetua Nkwocha ist schon eine alte Bekannte bei dieser Wahl. Afrikas Fußballerin des Jahres 2005 und 2006 war von der FIFA bereits 2005 zur Weltfußballerinnenwahl nominiert worden. Die torgefährliche Stürmerin wurde von uns aus diesem Anlass bereits 2005 portraitiert, s.u. Hinzuzufügen ist, dass Nkwocha im Verein inzwischen nicht mehr in China spielt, sondern in Schweden bei Sunnana SK. Bei der WM 2007 lieferte Perpetua Nkwocha eine sehr gute Leistung ab. Von ihr gingen die Impulse im Offensivspiel Nigerias aus, und sie hätte im Spiel gegen die USA sogar beinahe für eine Sensation gesorgt, als sie die US-Verteidigerin Cat Whitehill auspielte, den Ball aber dann haarscharf doch nicht im Tor unterbringen konnte.
Gebursdatum: 01.03.1976
Nun zur zweiten Nominierten aus Nigeria: |
mit zu verdanken, dass Nigeria gegen die starken Gegner USA, Nordkorea und Schweden insgesamt nur vier Treffer hinnehmen mußte. Die starke Innenverteidigerin läßt sich kaum überwinden. Die 23-jährige George spielt in Nigeria bei den Pelican Stars, dem Verein, mit dem früher schon Perpetua Nkwocha viele Vereinsmeisterschaften holte, bevor sie als Profifußballerin in die Welt zog. Ein Weg, den man sich für Christie George auch vorstellen könnte!
Gebursdatum: 10.05.1984
Auffällig aber auch: es gibt nach wie vor keine Website des Nigerianischen Fußballverbands über die doch zumindest in Afrika so erfolgreiche Frauen- nationalmannschaft. So lassen sich weitere Infos über Christie George nur schwer recherchieren. Doch solange es überall in Nigeria noch an Trainingsplätzen, Fußbällen und anderen Basics mangelt, wie neulich wieder zu lesen war, ist dies vielleicht noch das geringste Manko, unter dem der Frauenfußball in Nigeria zu leiden hat. So richte ich jetzt schon meine Hoffnung auf die WM 2011 in Deutschland und wünsche mir, dass Nigeria dann erstens eine leichtere Gruppe erwischt und zweitens endlich ohne hausgemachte Streitereien so erfolgreich auftritt, dass der Frauenfußball in dem öl- und bevölkerungsreichsten Land Afrikas endlich den nötigen Schub bekommt!
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