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FIFA-Weltfußballerinnen-Wahl 2006Von der Libera zur WelttorhüterinSilke Rottenberg (Deutschland) | ||
Text von Peter Henkel26.11.2006 Einzige Torhüterin unter den Nominierten ist Silke Rottenberg. Dies zeigt, dass die Leistung der Zeitsoldatin und langjährigen Nummer 1 der Nationalmannschaft auch international viel Anerkennung erfährt. Der Weg hierhin war stetig und führte über viele Stationen. Silke Rottenberg (Jahrgang '72, Offizieller Spitzname 'Rotti') begann ihre aktive Zeit auf dem Rasen bereits im Alter von nur vier Jahren. Damals, beim Heimatverein SC Enzen-Dürscheven, kickte sie wie viele Spielerinnen erst mal bei den Jungs. Mit Erreichen des 12.Lebensjahres musste sie dann in eine Mädchenmannschaft wechseln. Glücklicherweise fand sich eine solche im nur wenige Kilometer entferntem Euskirchen. Beim dortigen VfL Euskirchen gelang ihr dann mit 15 Jahren der Sprung in die Frauenabteilung. Von hier kam auch später der folgenschwere Tipp an die damalige Trainerin der U19-Mittelrheinauswahl Tina Theune-Meyer, die bis dahin auf dem Feld spielende Silke Rottenberg doch mal ins Tor zu stellen - ein Wechsel, der sich gelohnt hat. ![]()
Der nächste wichtige Schritt auf der Karriereleiter führte 'Rotti' in die Regionalliga: sie unterschrieb 1988 bei Grün-Weiß Brauweiler. Mit dem Wechsel kam auch der erste große Erfolg. 1991 stand Brauweiler (Regionalliga Nord) gegen TSV Siegen (Bundesliga) im DFB-Pokalfinale. Silke Rottenberg und ihr Team schafften die Sensation und hatten auf der Rückreise aus Berlin den Pokal im Gepäck. Beim unterlegenen Gegner hatte sie wohl einen guten Eindruck hinterlassen, so verpflichtete der TSV die Torhüterin von Grün-Weiss im darauf folgenden Jahr. Mit dem Wechsel in die höchste Spielklasse kam auch der Einstand in der A-Natio. Am 7. April 1993 stand 'Rotti' ab Minute 40 erstmals in Philadelphia gegen die USA für die Nationalmannschaft im Tor. Damals ebenfalls im Kader mit dem Siegtor zum 1:2 - Silvia Neid. ![]() Die vielseitige Torhüterin hilft, wie hier beim Auswärtsspiel gegen den FSV Frankfurt, auch gerne mal als Ballmädchen aus. Im gleichen Jahr ging es dann wieder nach Berlin. Auch diesmal durfte Silke Rottenberg wieder jubeln und ihren zweiten DFB-Pokalsieg feiern. Mit dem TSV Siegen gab es in den Jahren 1994 und 1996 noch zwei deutsche Meisterschaften zu bejubeln. |
Silke Rottenberg in Krefeld vor dem Länderspiel gegen Italien, flankiert von ihren Mitspielerinnen in der Natio und im Verein: Kerstin Garefrekes und Birgit Prinz | |
International gab es 1997 den ersten großen Erfolg zu verbuchen: die Europameisterschaft in Schweden ging an Deutschland. Im Jahr darauf gab es dann erstmals eine große persönliche Auszeichnung. Der Verband Deutscher Sportjournalisten wählte zum dritten Mal eine 'Fußballerin des Jahres' und entschied sich für die deutsche Nationalkeeperin. ![]() Die ehemalige Feldspielerin im deutschen Tor fühlt sich auch außerhalb des Strafraums wohl. Im Vereinsfußball kam mit der Jahrtausendwende die Rückkehr ins Rheinland zum FFC Brauweiler-Puhlheim. In den drei Jahren beim FFC gab es mit der A-Natio olympisches Edelmetall (Bronze in Sydney in 2000) und eine weiterer EM-Sieg, diesmal im eigenen Land (2001). Die Jahre 2003-2006 hüttete Silke Rottenberg dann rheinabwärts das Tor des FCR Duisburg. In diese Zeit fällt ihr wohl größter sportlicher Erfolg. 2003 wird die Frauennationalmannschaft in Kalifornien Weltmeister. Auch hier folgten wieder persönliche Würdigungen (u.a. Welttorhüterin 2003). Ein weiteres Jahr später holte sie mit dem A-Kader erneut olympisches Bronze und im Folgejahr erneut den Europameistertitel. In diesem Jahr - 2006 - einem Jahr ohne ![]() Die entscheidende Szene im Algarve-Cup Finale 2006: Rottenberg hält den Elfmeter von Boxx |
olympischen Wettbewerb, Europa- oder Weltmeisterschaft, ist der Algarvecup das wichtigste Turnier im internationalen Frauenfußball. Deutschland gewinnt das Finale gegen die USA im Elfmeterschießen, nicht zuletzt wegen einem Elfer, geschossen von Shannon Boxx und gehalten von Silke Rottenberg. In der Bundesliga lockte sie die Aussicht auf internationalen Vereinsfußball und gute berufliche Entwicklungsmöglichkeiten für die Zeit nach dem Fußball zur Saison 2006/2007 an den Main zum 1.FFC Frankfurt. ![]() Silke Rottenberg im Dress des 1.FFC Frankfurt (bei Heimspiel gegen den FC Bayern München) Für die Zukunft wünscht sich die Neu-Frankfurterin, die kürzlich gegen Japan ihr 122. Länderspiel bestritt, auch 2008 in China noch einmal das olympische Tor für Deutschland zu hüten. Darüberhinaus kann sie sich vorstellen, es Sepp Maier gleich zu tun und später als Torwarttrainerin tätig zu sein. ![]() Ein virtueller Besuch bei 'Rotti' ist immer lohnend: www.silke-rottenberg.de. Aber auch neben dem Platz ist Silke Rottenberg sehr engagiert. Sie nutzt ihre Popularität und unterstützt damit mehrere wohltätige Organisationen, darunter UNICEF und SOS-Kinderdörfer. Darüber und über ihre sportlichen Erlebnisse berichtet sie auf ihrer sehr persönliche gestalteten und stets aktuellen Homepage.
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