Fansoccer-Logo

Ankündigung Bildungsurlaub

Frauen(fußball) – nur 2. Klasse?

06. - 10.11.2006 in Frankfurt am Main

Von Katja Öhlschläger und Tom Schlimme

05.08.2006   Sich einmal fünf Tage ganz intensiv mit dem Thema Frauenfußball beschäftigen, mit Spielerinnen reden, nicht nur mit aktuellen, sondern auch mit solchen, die vor Jahren die Anfänge mitbekommen haben, sich mal mit einer Schiedsrichterin austauschen oder mit jemandem vom Fernsehen reden, der über Frauenfußball berichtet. Sicher ein Wunsch vieler Fans. Manchmal kann man solche Wünsche erfüllen, wenn man verschiedene Baustellen, auf denen man arbeitet, zusammenführt. Uns ist dies gelungen!

1:0

Frauenfußball wurde nicht nur in England, hier die Dick Kerr's Ladies im Jahr 1923, schon lange gespielt. Über seinen Kampf um Anerkennung und Akzeptanz werden wir mit einer Spielerin sprechen, die noch andere Zeiten erlebt hat.

Uns heißt, Katja Öhlschläger und Tom Schlimme vom Fansoccer- team. Tom organisiert seit Jahren Bildungsurlaube zur politischen Bildung, bisher vor allem zu ökologischen Themen, Katja studiert Politik und Soziologie, und wir beide hatten die Idee, dass das Thema Frauenfußball in unserer Gesellschaft politisch genug hergibt, um einen Bildungsurlaub darüber auf die Beine zu stellen. Mit der Sportjugend Hessen und dem Jugendbildungswerk Kreis Offenbach haben wir Träger gefunden, untergebracht sind wir in der Sportschule des Landes Hessen direkt neben der Commerzbank-Arena in Frankfurt, und gemäß dem Bildungsurlaubs- gesetz des Landes Hessen können Arbeitnehmer fünf Tage von der Arbeit für diesen Bildungsurlaub freigestellt werden. Aber nicht nur Arbeitnehmer können an dem BU teilnehmen (s.u.)

Worum geht es uns in diesen fünf Tagen?

„Wir sind Weltmeister“ prangte es balkendick vom Zeitungskiosk, nachdem die deutschen Frauen 2003 in den USA die Fußballweltmeisterschaft gewonnen hatten. Dabei wussten „wir“ noch kurz zuvor gar nicht, dass „wir“ gerade irgendwo ein bedeutendes Turnier spielen – erst mit der Endspielteilnahme war plötzlich die öffentliche Wahrnehmung da.

Fußball ist Nationalsport in Deutschland, Millionen von Jungen und Mädchen, Männern und Frauen spielen selbst Fußball. Doch öffentlich wahrgenommen wird praktisch nur der Männerfußball, und wenn man bemerkt, dass Deutschland Weltmeister und Europameister ist, heißt es oft: ja, aber nur bei den Frauen!

Charly Körbel

Im vergangenen Jahr fand für Mädchen und Jungs gemeinsam der Aktionstag "Girls&Boys in Ballance" statt, veranstaltet von der Mädchenschule des FFC Frankfurt und der Fußballschule von Eintracht Frankfurt. Vielleicht ein Modell mit Zukunft?

Foto: Tom Schlimme

NUR bei den Frauen. Was verbirgt sich hinter diesem NUR?

Wir wollen der Sache auf den Grund gehen. Werden hier allgemeine gesellschaftliche Zusammenhänge deutlich oder handelt es sich nur um eine Marotte der Gesellschaft bezüglich ihrer Lieblingssportart? Wie sieht es mit der Gleichberechtigung von Männern und Frauen in unserer Gesellschaft aus, welche


Louise Hansen, Saskia Bartusiak, Meike Weber

Aktive Spielerinnen des FFC Frankfurt, wie hier Organisatorin Louise Hansen mit Saskia Bartusiak und Meike Weber (v.l.n.r.) bei der diesjährigen Veranstaltung von "Girls Wanted" , trainieren den Nachwuchs. Auch darüber wollen wir beim Bildungsurlaub mit ihnen sprechen.

Foto: Nora Kruse

historischen Parallelen und Zusammenhänge gibt es z.B. in Bezug auf die Einführung des Wahlrechts für Frauen in der Schweiz 1971 und der Aufhebung des Verbots des Frauenfußballs in deutschen Fußballvereinen 1970?

Packen die Wahlplakate der Grünen im letzten Bundestagswahlkampf - „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ mit dem Konterfei von Fußballnationalspielerinnen - ein Problem an der Wurzel oder werden hier zufällige Unterschiede zur allgemeinen Diskriminierung hochgespielt? Beweist die große Zahl der Fußball spielenden Frauen und Mädchen nicht eher, dass die Gesellschaft die Gleichberechtigung schon längst verinnerlicht hat?

Schiedsrichterinnen Oddset-Cup

Inka Müller, Daniela Schneider, Nicole Schumacher und Bibiana Steinhaus hatten beim diesjährigen Oddset-Cup die Pfeife in der Hand. Wie es Schiedsrichterinnen in der Männerdomäne Schiedsrichterwesen ergeht und wie ihr privates Umfeld auf ihren Job reagiert, wollen wir mit einer aktiven "Pfeifenfrau" diskutieren.

Foto: Volker Lieberum

Dieser Bildungsurlaub richtet sich an alle jungen Frauen und Männer, die Spaß und Interesse am (Frauen-)Fußball haben und diesen als Lupe für den Blick auf verschiedene gesellschaftliche Phänomene nutzen möchten. Dazu wollen wir im Laufe dieses Bildungsurlaubs z.B.

- mehrere aktuelle und ehemalige Bundesliga- und Nationalspielerinnen an ihren Trainingsstätten beim 1. FFC Frankfurt treffen und mit ihnen reden,

- Gespräche mit einer Schiedsrichterin, Vertreter/innen des Deutschen Fußballbundes, Vereinsverantwortlichen und Fangruppen führen,

- Sportredaktionen von Presse und Rundfunk (hr-Redaktion Heimspiel, FF-Magazin) besuchen

- und natürlich den Ball auch selbst mal rollen lassen, vielleicht zusammen mit einer aktuellen Bundesligaspielerin!

Untergebracht sind wir in unmittelbarer Nachbarschaft der Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main, von wo aus wir kurze Wege zu unseren Ortsterminen haben.

Teilnehmer/innen: Junge Menschen von 18-26 Jahren

Veranstalter: Sportjugend Hessen in Kooperation mit dem Jugendbildungswerk Kreis Offenbach

Termin: 06.-10.11.2006

Ort: Sportschule des Landessportbundes Hessen in Frankfurt/Main

Kosten: 140,00 € (incl. Unterkunft und Verpflegung)

Weitere Informationen: Sportjugend Hessen, Friedenstraße 99, 35578 Wetzlar, Tel. 06441/979613

ANMELDUNG: www.hessischer-jugendring.de


Hannelore Ratzeburg

Hannelore Ratzeburg (l., neben Ariane Hingst und DFB-Präsident Zwanziger), Vorsitzende im Ausschuss für Frauenfußball, war beim DFB eine Vorreiterin in Sachen Frauenfußball. Wie sieht es sonst aus mit Frauen in den Gremien des DFB? Fragen dieser Art könnt ihr im Rahmen unseres Besuchs beim DFB stellen.

Foto: Jan Kuppert

Was ist Bildungsurlaub?

Bildungsurlaub, das sind fünf Tage bezahlte Freistellung zusätzlich zum Erholungsurlaub für die Teilnahme an anerkannten Bildungsurlaubsseminaren.

An unseren Bildungsurlaubsseminaren können junge Menschen bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres teilnehmen. Voraussetzung für die Freistellung ist, dass ihr eurem Betrieb mindestens sechs Monate angehört (fest angestellt oder in Ausbildung). Auch wer gerade keine Arbeit hat, kann an unseren Seminaren teilnehmen.

Euer Fahrplan zum Bildungsurlaub

1. Du füllst die Anmeldung aus

2. Der Veranstalter schickt dir eine Anmeldebestätigung und die Aufforderung zur Überweisung einer Anzahlung

3. Rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn erhältst du folgende Freistellungsunterlagen:
- eine Bestätigung für deine Beschäftigungsstelle bzw. die Berufsschule über deine Anmeldung zu einem anerkannten Bildungsurlaub
- eine Freistellungsbescheinigung, die deine Beschäftigungsstelle ausfüllt
- ein Programm des Bildungsurlaubes zur Vorlage bei deiner Beschäftigungsstelle

4. Spätestens sechs Wochen vor dem Bildungsurlaub (je früher, desto besser) beantragst du bei deiner Beschäftigungsstelle schriftlich die Freistellung und informierst deine Berufsschule

5. Deine Beschäftigungsstelle hat drei Wochen Zeit, dir die Freistellung zu erteilen bzw. zu verweigern. Bei Freistellungsproblemen sind wir gerne behilflich. Auszubildende müssen in jedem Fall freigestellt werden.

6. Anmeldeschluss ist der 8. September 2006 !

Alle Infos kompakt zusammengefasst findest du nochmal in diesem Flyer:
Flyer

Nia Künzer, Theo Zwanziger

Beim Themenpunkt "Medien" werden wir dem Hessischen Rundfunk einen Besuch abstatten. Hier Nia Künzer und DFB-Präsident Theo Zwanziger, die dem Sender am Rande eines UEFA-Cup-Spiels Rede und Anwort stehen.

Foto: Volker Lieberum


Zur FanSoccer-Startseite