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Frauenfußball WanderausstellungWie der Frauenfußball ins Rollen kamÜber die Ausstellung „Verlacht, verboten und gefeiert. Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland“ in Berlin-Spandau | ||
Von Christian Heidler 03.05.2007 Zur Eröffnung der von der VHS Aachen konzipierten und ausgeliehenen Wanderausstellung waren Ende März die Autoren Eduard Hoffmann und Dr. Jürgen Nendza zusammen mit Vertretern von Politik und Sport (u.a. Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußballverbandes) geladen und über die Wochen hinweg war ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Filmvorführungen, Schnuppertrainings für Mädchen durch den 1. FFV Spandau und einer Autogrammstunde mit Spielerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam angeboten worden. Blick in den Ausstellungsraum: Text- und Bildtafeln sind vor dem Hintergrund eines Tornetzes angebracht. Die Ausstellung selbst besteht im wesentlichen aus 20 Bild- und 9 Texttafeln, die thematisch den Bogen von den Pioniertagen in Großbritannien über die „wilden Jahre“ während des DFB-Verbots bis in die jüngste Vergangenheit schlagen. Alleine schon aus den Schautafeln mit ihren Fotos, Karikaturen oder Zeitungsausschnitten erschließt sich schnell, welchen Widerständen und Anfeindungen der Frauenfußball in Deutschland lange Zeit ausgesetzt war und welchen Wandel diese Sportart seit ihren Anfängen erlebt hat. Wer nicht die Zeit oder Lust zum ausgiebigen Lesen hat, sollte sich auf das intensive studieren der Bildtafeln beschränken. Die Texte lassen sich notfalls immer noch in Ruhe im Begleitbuch, das in der Ausstellung oder im Buchhandel für 10 € erworben werden kann, nachlesen.
![]() Teile des berühmt-berüchtigten Services, mit dem der DFB die Europameisterinnen von 1989 ehrte. Auch diejenigen, die mit Vorkenntnissen zur Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland in diese sehens- und lesenswerte Ausstellung gehen, werden sicherlich nicht enttäuscht sein und neben einigen „Schmankerln“ wie dem Schiedsrichterausweis von Hannelore Ratzeburg auch die ein oder andere Neuigkeit für sich entdecken. Vielen Besuchern wird sich aber eine bis dahin nahezu unbekannte Welt auftun. Eine von Kuriositäten begleitete Zeitreise, auf der man nicht selten |
1970 hob der DFB das Verbot des Frauenfußballs auf. 35 Jahre danach präsentierte die Volkshochschule Aachen ihre nun durch die deutschen Lande wandernde Ausstellung. | |
ungläubig den Kopf schütteln mag. So ehrte der DFB die Europameisterinnen von 1989 noch gönnerhaft mit einem Tafel- und Kaffeeservices. Einige Stücke dieses legendären Preises werden in der einzigen Vitrine der Ausstellung präsentiert. Leider vergaben die Initiatoren die Chance, die Ausstellung auch mit Eigenbeiträgen zum Frauenfußball in Berlin zu ergänzen. Gleichwohl die Hauptstadt nicht unbedingt als Hochburg des Frauenfußballs bezeichnet werden kann, gäbe es doch durchaus einiges, was sich herauszustellen lohnte. Die A-Nationalspielerinnen Ariane Hingst und Inken Becher oder Jugendauswahlspielerinnen wie die Kerschowski- und Banecki-Zwillinge haben z.B. ihre Wurzeln in Berlin. Eines von vielen sehenswerten Details: Der Schiedsrichter-Ausweis von Hannelore Ratzeburg vom Anfang der 70er Jahre. Wer weiß schon, daß Kerstin Elger das „Tor des Monats“ Oktober 1996 erzielte oder daß ihr Verein Tennis Borussia Berlin bereits drei mal im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft stand? Und daß fast die halbe Regionalliga Nordost von Berliner Vereinen bestückt wird, zeugt von einem breiten Unterbau, den man ebenfalls mal würdigen könnte... ![]() Sonderregeln für die holde Weiblichkeit. Nun, im April 2008 soll die Ausstellung erneut in Berlin verweilen. Im Fontane-Haus in Reinickendorf böte sich
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dann die Gelegenheit diese Scharte auszuwetzen. Derzeit in Dortmund und hoffentlich in vielen weiteren Orten, wo die Ausstellung schon gezeigt wurde, hat man jedenfalls die lokale Seite der Frauenfußball-Geschichte durchaus mit einzuflechten gewußt. Für Bochum, wo die Ausstellung vom 08. bis 30. August verweilen soll, werden übrigens noch Ausstellungsstücke gesucht.
![]() Auch dem Frauenfußball in der DDR ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Frauenfußballfreunden ist der Besuch von „Verlacht, verboten und gefeiert“ auf jeden Fall ans Herz zu legen!
Mehr über die Ausstellung der Volkshochschule Aachen erfährt man z.B. unter www.vhs-aachen.de
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