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Bericht und Fotos von Martin Meier
25. November 2011 - Mit einem 2:2 Unentschieden nach vorangegangener 0:2 Führung kehrte die
Deutsche Frauenfußball Nationalmannschaft vom EM Qualifikationsspiel gegen die spanische "Selección" zurück und überwintert
somit bei einem Spiel im Rückstand auf dem ungewohnten Tabellenplatz zwei in der Qualifikationsgruppe 2.

Ausgelassen feierten die spanischen Spielerinnen das Unentschieden gegen den amtierenden
Europameister wie einen Sieg!
Dabei bildete die Partie
bezeichnenderweise in 90 Minuten eine komplette Zeitreise durch das von Höhen als auch Tiefen gespickte Fußballjahr 2011. Nach einem
überzeugenden, taktisch nahezu makellosen Auftritt und der logischen 0:2 Führung in Halbzeit eins bekamen die Zuschauer nach dem Wechsel das
"zweite Gesicht" der deutschen Auswahl präsentiert, so dass man durch einen Treffer in der ersten Minute der Nachspielzeit der gerade zuvor
eingewechselten Ana Romero schlussendlich mit einem Unentschieden die Heimreise antrat...
Nach dem 17:0 Torfestival gegen Kasachstan hatte man mit einer viertägigen Vorbereitung im
"Robinson Club Playa Granada" an der Costa del Sol bei sommerlichen 20 Grad im deutschen Lager exzellente Voraussetzungen für das Topspiel gegen
die in der Qualifikationsgruppe zwei ebenfalls noch verlustpunktfreie Auswahl aus Spanien geschaffen und wollte mit einem Sieg das Tor zur Teilnahme an der in
Schweden stattfindenden EM Endrunde 2013 weit aufstoßen.
Spieltaktisch setzte Silvia Neid im Gegensatz zum Kasachstan Spiel als einzige Veränderung wieder auf die Potsdamer
Abwehrzange mit Bianca Schmidt und Babett Peter in der Außenverteidigung, während Lena Goeßling und die bewährte Saskia Bartusiak mit
"inneren Angelegenheiten" in der Defensive betraut wurden. Das von der Trainerin ausgegebene Konzept des frühen Pressings wurde von Beginn an
perfekt umgesetzt, so dass die Abwehr der Spanierinnen bereits an der eigenen Strafraumgrenze von Alexandra Popp und Celia Okoyino da Mbabi robust attackiert
wurden. Die Folge waren frühe Ballverluste, bzw. planlos nach vorne geschlagene Bälle, die stets sichere Beute der deutschen Abwehr waren.
Im Gegenzug schaltete man selbst sehr schnell um und setzte gezielte Angriffe über die
Flügelpositionen, die im Abschluss stets Torgefahr vor das Gehäuse der Gastgeberinnen brachten. Nach einigen Warnschüssen von Simone Laudehr,
Melanie Behringer und Alexandra Popp war es dann Lena Goeßling in der 21. Minute vorbehalten, Deutschland nach feinem Zuspiel der Duisburgerin Simone
Laudehr per Kopfball aus sieben Metern auf die Anzeigetafel zu bringen. Als Ruth Garcia einen Klärungsversuch ihrer Mannschaftskollegin Mirian Diguez zu
allem Übel fünf Minuten später zum 0:2 ins eigene Tor abfälschte, schien der sprichwörtliche Drops gelutscht, doch trotz weiterer guter
Möglichkeiten bis zur Halbzeit gelang es den Deutschen nicht, die Partie mit weiteren Treffern endgültig zu entscheiden. Ein fataler Fehler, wie sich
später herausstellen sollte.
Während auch in den ersten zehn Minuten nach dem
Wechsel wenig Erwähnenswertes passierte, überschlugen sich anschließend die Ereignisse. In Minute 56 setzte Adriana Martin mit dem allerersten
ernstzunehmenden Torschuss das Startsignal für die Aufholjagd der Selección. Während dieser Versuch noch das Ziel verfehlte, zappelte das
Spielgerät 60 Sekunden später bei DFB-Kapitänin Nadine Angerer zum 1:2 Anschlusstreffer im Netz.
Die frenetischen, spanischen Zuschauer peitschten ihr Team euphorisch nach vorne, während auf
deutscher Seite nun gar nichts mehr gelang. Die Fehlpassquote stieg auch aufgrund des durch den einsetzenden Regen schneller werdenden Platzes immens und
bezeichnenderweise verlor auch Silvia Neid kurzfristig die Contenance. Die Bundestrainerin ereiferte sich gegenüber der vierten Offiziellen über die
Leistung des in Hälfte zwei leistungsmäßig stark abfallenden Schiedsrichtergespanns und wurde dafür mit einem "wetterfesten"
Platz auf der Tribüne bedacht.
Spanien setzte nun alles auf eine Karte und als die kurz zuvor ins Spiel gekommene Ana Romero in der 91.
Minute den nicht ganz unverdienten 2:2 Ausgleich erzielte, gab es im "Estadio Municipal Escribano Castilla de Motril" kein Halten mehr. Die
Punkteteilung geht auch nach Leistungsanteilen in Ordnung und die deutschen Fußballfrauen haben es nun selbst in der Hand, in dem kommenden beiden
Heimspielen gegen die Türkei(15.02.) und erneut Spanien(31.03.) das Schiff in Richtung EM Endrundenteilnahme 2013 zu steuern.
Stimmen zum Spiel: 
Ainhoa Tirapu (Torfrau, Spanien): "In der ersten
Halbzeit hat Deutschland sehr viel Druck auf unser Spiel gemacht, so dass wir nicht in der Lage waren, viele Pässe zu spielen, aber in der zweiten Halbzeit
haben wir schneller gespielt, so dass unsere Pässe angekommen sind und wir noch zwei Tore erzielen konnten."
Silvia Neid (Trainerin, Deutschland): "Wir haben eine sehr gute erste
Halbzeit gesehen, hatten das Spiel im Griff, sehr gut zusammengearbeitet und ein sehr gutes Abwehrverhalten gezeigt. In der zweiten Hälfte ist vermehrt
Hektik aufgekommen, wir hatten Unordnung im Zentrum und die Abwehr ist nicht mehr richtig nachgerückt. Leider haben wir die sich bietenden,
Möglichkeiten nicht genutzt, so dass es dann zu so einem Ergebnis kommen kann."
  
Stenogramm:
Spanien:
Tirapu - Dieguez, Garcia, Torrejon, Corredera (85. Borja), Meseguer, Ibarra, Sandra, Sonia (89.
Willy), Adriana (90.+5 Losada)
Boquete
Deutschland:
Angerer - B. Schmidt, Bartusiak (46. Krahn), Goeßling, Peter,
Laudehr, Odebrecht, Behringer, Okoyino da Mbabi (80. M. Müller), Bajramaj, Popp
Tore:
0:1 Goeßling (27.)
0:2 Garcia (30. ET)
1:2 Boquete (57.)
2:2 Willy (90.+1)
Gelbe Karten:
Sandra, Boquete / Odebrecht, Bajramaj
Schiedsrichterin:
Kateryna Monzul mit Natalia Rachynska und Kateryna Zora (alle UKR)
Zuschauer:
ca. 3000
Weitere Bilder von diesem Spiel unter:
http://www.martinmeier.eu
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