Europameisterschaft 2009Ukraine, die große UnbekannteTeamvorstellung Ukraine | ||
Text von Marion Kehren 02.08.2009 Mit der Aufstockung der EM-Finalrunde von acht auf zwölf Teams hat sich die ukrainische Fußballnationalmannschaft der Frauen zum ersten Mal, seit ihrer Gründung im Jahre 1993, für die Endrunde eines großen Turniers qualifiziert. Dass dieser Endrundeneinzug nicht von ungefähr kommt zeigt sich zum einen am aktuellen Weltranglistenplatz 16 (mit Drang eine höhere Position zu erklimmen) und zum anderen daran, dass die Mannschaft in den vergangenen Jahren mehrfach nur knapp bei WM- und EM-Qualifikationen gescheitert war. Als ehemalige Teilrepublik der UDSSR kam die Ukraine recht spät zum Frauenfußball. Erst mit dem Zerfall der damaligen Sowjetunion ergab sich die Chance eine eigene Frauennationalmannschaft, unter dem ukrainischen Fußballverband „Federazija Futbolu Ukrajiny (FFU)”, zu gründen. Diese hat sich nach vielen Lehrjahren nun das Ziel gesetzt, sich in der europäischen Spitze zu etablieren. Natürlich sind dies sehr hohe Ziele, aber mit dem alten Trainerfuchs und ehemaligem ukrainischen Nationalspieler Anatoliy Kutsev scheint dies doch tatsächlich möglich zu sein. So führte er bereits die U19 Frauen des Landes im Jahre 1997 und 2000 bis in die Endrunde der jeweiligen EM. ![]()
Der Trainer setzt dabei auf Stabilität in der Mannschaft. Als er im Jahre 2007 den Posten als Chefcoach der A-Nationalmannschaft übernahm, machte er seinen Spielerinnen unmissverständlich klar, dass ab jetzt nur noch sein Wort Gewicht habe und sie sich diesem zu unterwerfen hätten, um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Wie sagte doch Turbine-Trainer Bernd Schröder in dieser Saison so schön - „Alte sozialistische Traditionen beibehalten.” Dass Kutsey mit dieser harten Linie Erfolg hat, zeigt sich spätestens daran, dass die Ukrainerinnen mit sechs Siegen in die EM-Qualifikation starteten, darunter kein geringerer Gegner wie Dänemark. Dennoch mussten sich die Ukrainerinnen im Oktober 2008 in der Relegation beweisen und dies taten sie recht eindrucksvoll mit zwei Siegen über den Mitkonkurrenten Slowakei. ![]() Mit dem ehemaligen ukrainischen Nationalspieler Anatoliy Kutsev hat der Verband einen engagierten und erfahrenen Trainer zur Verfügung In welcher sportlichen Verfassung sich das Team zurzeit befindet ist schwer zu beurteilen und einzuschätzen, da sie nur ein Länderspiel in diesem Jahr bestritten haben. |
Das Team der Ukraine freut sich auf die erste Teilnahme an einer Europameisterschafts-Endrunde | |
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Ein geplantes Freundschaftsspiel gegen England im Februar wurde abgesagt, ein weiteres Spiel gegen Russland, im Mai, wurde mit 2:0 gewonnen. Als bekannt wurde, dass Polen und die Ukraine in derselben Qualifikationsgruppe zur WM 2011 aufeinander treffen würden, wurde ein geplantes Freundschaftsspiel im Juli von Seiten Polens abgesagt. So gab es nun kurzfristig nur noch ein Testspiel gegen den führenden ukrainischen Klub Legend-Chekseal Chernigov, welches die Nationalmannschaft mit 9:0 gewann. ![]() Im Mai gelang dem Team aus der Ukraine ein 2:0 gegen Russland. Im Bild zeigt Olena Mazurenko der Russin Nathalia Barbashina die Hacken. Mazurenko spielt beim 1. FC Nürnberg in der Bayernliga und geht stramm auf das Alter von 40 Jahren zu! Die ukrainische Nationalmannschaft profitiert von der räumlichen Nähe der russischen Profiliga. Fünf Spielerinnen stellt dabei Zvezda-2005 Perm, der diesjährige UEFA-Cup Finalist und mehrfache russischen Meister, drei Kickerinnen sind vom ehemaligen russischen Meister und UEFA-Cup Teilnehmer WFC Rossiyanka. Aber auch der ukrainische Meister Legenda Chernigiv hat mit der Bereitstellung von sechs Spielerinnen einen großen Anteil am Gebilde der Nationalmannschaft. Starstürmerin ist ohne Zweifel Darina Apanaschenko (Perm), die während der Qualifikation bereits sechs Mal ins gegnerische Netz traf. Aber auch die erfolgreiche Torhüterin Nadezhda Baranova steht dem im nicht nach. Sie hat bereits alle Vereinstitel auf nationaler und internationaler Ebene gewonnen. Das Mittelfeld ist ebenfalls nicht zu verachten. Mit Viera Djatel und Nataliya Zinchenko (beide Perm) sowie Lyudmyla Pekur und Tetyana Chornaya (WFC Rossiyanka) haben diese vier Spielerinnen mit insgesamt 8 Toren großen Anteil and der erfolgreichen EM-Qualifikation gehabt. Die außergewöhnlichste Spielerin dürfte mit Abstand Olena Mazurenko sein. Mit ihren fast vierzig Jahren ist sie immer noch in der deutschen Bayernliga beim 1. FC Nürnberg aktiv und fester Bestandteil in der ukrainischen Nationalmannschaft. ![]() Stürmerin Darina Apanaschenko war mit sechs Treffern erfolgreichste Torschützin im Team der Ukraine während der Qualifikation |
Über die Schwere in der Gruppe A ist sich Trainer Anatoliy Kutsev bewusst, zeigte er sich doch sichtlich nachdenklich in einem kürzlich gegebenen Interview. So hat es die Ukraine mit dem Gastgeber Finnland zu tun, der mit Sicherheit seinen Heimvorteil nutzen wird. Ebenfalls in dieser Gruppe befindet sich der Debütant Niederlande. Die Niederländerinnen dürften ebenfalls nicht zu unterschätzen sein, da es schon seit Jahren hervorragende einheimische Spielerinnen gibt. Als letztes ist noch Dänemark mit in der Gruppe, die mit Sicherheit zu Europas Top-Mannschaften zählen. ![]() In der Qualifikation gab es einigen Grund zum Jubeln. Hier gratulieren Tetyana Chornaya (links) und Lyudmyla Pekur Vera Djatel (Nr.9.) zu einem Tor Mannschaft und Trainer werden sich akribisch auf die EM vorbereiten. So geht es am 8. August zu einem fünftägigen Trainingslager nach Chernigiv, im Norden des Landes. Nach einer zweitägigen Ruhepause reist das Team nach Kiev, um seine Trainings-Vorbereitungen abzuschließen bevor sie schließlich am 21. August, zwei Tage vor Beginn der EM, nach Finnland fliegen. Wer letztendlich bei der EM auf dem Platz steht, wird Kutsev aller Voraussicht nach erst im letzten Augenblick entscheiden, bevor das Flugzeug gen Finnland abheben wird. Man darf gespannt sein wie sich das Team schlagen wird! ![]() Abwehrspielerin Tetyana Chornaya wird es schon in der Gruppenphase mit starken Gegnerinnen wie der Niederländerin Manon Melis oder den schnellen finnischen Stürmerinnen Sanna Talonen und Linda Sällström zu tun bekommen
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