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Europameisterschaft 2009

Der Titelverteidiger...

...und seine Gegner

Text von ViolA

17.08.2009 Dass der Weg an die Spitze nicht leicht ist, ist allgemein bekannt. Ungleich schwerer ist es jedoch, oben zu bleiben. Doch Angst hat der sechsfache Europameister vor dieser Herausforderung nicht und ist im Gegenteil noch immer hungrig auf weitere Titel. Allen voran natürlich die EM-Neulinge wie z.B. Annike Krahn und Kim Kulig. Das gesteckte Ziel der Mannschaft heißt daher auch dieses Mal wieder "Titelverteidigung". Derweil schläft die Konkurrenz natürlich nicht und so wollen wir einen kurzen Blick auf die bisherigen Begegnungen der deutschen Mannschaft mit den Gegnern dieser Europa- meisterschaft werfen.

Im ersten EM-Spiel trifft das DFB-Team zunächst auf den Dauerrivalen aus Norwegen ->LINK. 31 Mal trafen die beiden Mannschaften aufeinander und 13 Mal verließen beide das Spielfeld als Sieger. Fünf Mal endete die Partie mit einem Unentschieden. Das letzte Spiel fand vor knapp einem Jahr während der Olympiavorbereitung in Norwegen statt. Dem Team von Trainer Bjarne Berntsen gelang damals die Revanche für die WM-Halbfinalniederlage in China: Mit 2:0 gewannen die Norwegerinnen durch die Treffer von Marie und Guro Knutsen (42. und 72. Minute).

Im zweiten Gruppenspiel wartet Frankreich ->LINK. Dem Team um Trainer Bruno Blini gelangen in acht Begegbungen erst zwei Siege gegen die deutsche Auswahl. Auch das Torverhältnis spricht eine deutliche Sprache: 21:3 Tore zugunsten des Weltmeisters. Doch das letzte Aufeinandertreffen beim Algarve Cup im WM-Jahr 2007 gewannen die Französinnen knapp mit 1:0 durch den Treffer von Elise Bussaglia, die beim französischen Vizemeister Montpellier HSC unter Vertrag steht.

Als letzter Gruppengegner steht Island auf dem Plan. Dem vermeintlich Gruppenschwächsten gelang noch nie ein Punktgewinn gegen das Team von Silvia Neid. Bereits das erste Aufeinandertreffen am 27.07.1986 dominierte die deutsche Mannschaft und gewann klar mit 4:1. Seitdem ist viel Zeit vergangen, doch die Ergebnisse fielen immer klarer zugungsten der Deutschen aus. Zuletzt trafen beide Mannschaften während der EM-Qualifikation am 17. August 2000 aufeinander. Und auch bei diesem Spiel, indem sechs Tore erzielt wurden, behielt die deutsche Torhüterin eine weiße Weste. Den letzten isländischen Gegentreffer, der insgesamt drei, gab es am 6. September 1987 in Delmenhorst. Im Gegensatz dazu musste das Team von Trainer Siggi Eyjólfsson 46 Mal hinter sich greifen.

Bianca Schmidt

In der Bundesliga erzielte Inka Grings alle 54 Minuten ein Tor - im DFB-Pokal brachte sie es sogar auf alle 45 Minuten. In der National- mannschaft benötigte sie jedoch trotz gutem Start ganze 175 Minuten.

Bild: ViolA

Durch den neuen Modus ergibt sich eine Vielzahl der Möglichkeiten auf wen die deutsche Mannschaft bei einem Weiterkommen treffen könnte. Natürlich können wir nicht alle durchmachen, im folgenden wollen wir uns jedoch kurz mit den wahrscheinlichsten Gegnern befassen:

Deutschland trifft auf...

... die Ukraine: Die gemeinsame Geschichte ist noch sehr jung: Im Jahre 1998 trafen die beiden Mannschaften das erste Mal während eines WM-Relegationsspiels aufeinander. Während die Deutschen am 17. September im Heimspiel klar


Die deutsche Nationalmannschaft

Die deutsche Mannschaft bedankte sich nach dem Sieg gegen die Niederlande bei den Fans für die tolle Unterstützung und hofft auch bei der Europameisterschaft auf viele Zuschauer.

Bild: Nora Kruse

und deutlich durch die Treffer von Sandra Smisek, Claudia Müller, (zweimal) Birgit Prinz und Melanie Hoffmann gewannen, rangen ihnen die Ukrainerinnen im Rückspiel ein 1:1 ab. Auch die anderen vier Partien fanden unter verschärften Begingungen statt: jedesmal ging es um die Qualifikation zur Europameisterschaft. Während Deutschland jedesmal den Sprung in die Endrunde schaffte und auch Europameister wurde, scheiterte die ukrainische Mannschaft beide Male (zunächst als Gruppendritter womit sie die Play-Offs verpassten und dann hinter Schottland als Gruppenvierter). Diesmal haben sie den Schritt also geschafft: Als Gruppenzweiter hinter Dänemark (mit nur zwei Punkten weniger) trafen sie im Play-Off auf die slovenische Auswahl und lösten mit einem 3:0-Sieg ihr EM-Ticket. Dass sie nicht zu unterschätzen sind bewiesen sie auch gegen Russland, die sie im Mai mit 2:0 besiegten.

Nadine Angerer

Nadine Angerer zeigte auch in den Testspielen ein ums andere Mal ihre große Klasse und bewahrte ihre Mannschaft immer wieder in letzter Sekunde vor Gegentreffern. Nach der Weltmeisterschaft wurde sie zur besten Torhüterin ausgezeichnet und für die Wahl zur Weltfußballerin nominiert. Folgt in Finnland die nächste Auszeichnung?

Bild: Roland Baumann

... Dänemark: Die Dänninen sollten mit besonderer Vorsicht genossen werden. Zwar führt die deutsche Mannschaft auch hier klar im direkten Vergleich mit elf Siegen bei nur drei Unentschieden sowie fünf Niederlagen. In den beiden letzten Vergleichen verlor die DFB-Elf jedoch mit jeweils 0:1 (Algarve Cup 2008 und 2009). Die letzte Begegnung bei einer Europameisterschaft stammt aus dem Jahre 1997. Im Gruppenspiel siegte Deutschland damals durch die Tore von Monika Meyer und Birgit Prinz mit 2:0.

... die Niederlande: Die Nieder- länderinnen standen bei so manchem als Überraschungsmannschaft auf dem Zettel, unterlagen sie der deutschen Mannschaft in der letzten Begegnung, kurz nach der Weltmeisterschaft 2007, knapp mit 0:1 und setzten damit ein klares Zeichen. Trainerin Vera Pauw begründete dieses enge Ergebnis jedoch damit, dass den Deutschen nach der WM kaum Erholung vergönnt war, während ihre Spielerinnen frisch aus der Sommerpause kamen. Die klare Niederlage vor wenigen Wochen dürfte viele überrascht haben und so bleibt abzuwarten, welche Leistung die Niederländerinnen bei der EM zeigen werden. Durch das Losglück in der für sie günstigsten Gruppe gelandet, dürfte das Erreichen des Viertelfinals durchaus möglich sein, träfen sie dort aber auf Deutschland wäre alles andere als eine Niederlage wohl eine


große Überraschung. Immerhin ist der letzte Sieg schon über neun Jahre her...

... Schweden: Spiele gegen Schweden zeichnen sich vor allem durch enge Ergebnisse aus. Klare Siege wie ein 3:0 oder gar 4:0 gab es jeweils nur einmal (3:0 endete die Partie zugunsten der Deutschen beim Algarve Cup 2006, 4:0 hieß es zugunsten der Schwedinnen im ersten Vergleich aus dem Jahre 1991). In den wichtigen Spielen triumphierte in der Vergangenheit stets die deutsche Mannschaft, doch das Aufeinandertreffen beim Algarve Cup in diesem Jahr dürfte den Schwedinnen Mut gegeben haben. Obwohl sie eine 3:0-Führung verschenkten und am Ende durch viel Glück mit 3:2 gewannen, bezwangen sie mit diesem Sieg vor allem ihre eigene Angst vor dem vermeintlich übergroßen Gegner und beendeten die seit 2001 andauernde Siegesserie der Deutschen.

Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes stand in der abgelaufenen Saison am Längsten auf dem Spielfeld. Die Spielerin des 1. FFC Frankfurt brachte es auf insgesamt 3702 Minuten, was in etwa 62 Stunden oder auch 2,6 Tagen entspricht.

Bild: Nora Kruse

... England: Praktisch auf jedem Trainerzettel stehen die Engländerinnen im Halbfinale und gelten damit als heißer Kandidat auf den Titel und das durchaus auch zu Recht. Zwar unterlagen sie im Freundschaftsspiel vor knapp einem Jahr gegen die DFB-Elf (3:0 in Unterhachingen), doch ist spätestens seit dem Gruppenspiel bei der WM 2007 in China klar, dass die kontinuierliche Arbeit des englischen Verbandes Früchte trägt. Somit dürfte sich auch die klare Bilanz von 16 Siegen in 18 Spielen sowie 49 Treffern zu zehn Gegentoren in naher Zukunft verschieben. Vielleicht ja schon bei dieser Europameisterschaft?

... Russland: Ähnlich klar wie gegen England ist auch die Bilanz gegen Russland: 12 Siege in 14 Spielen und ebenfalls keine einzige Niederlage. Doch auch die russische Mannschaft hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert und bewies zuletzt im Freundschaftsspiel in Bochum eine ganze Halbzeit lang die Defensivstärke der Mannschaft. Der Fakt, dass bis zur zweiten Halbzeit keine einzige Stürmerin auf dem Feld stand mag vermuten lassen, dass man die Karten im russischen Lager vorerst noch verdeckt halten wollte. Doch der Sturm der, wie der Rest der Mannschaft, vorwiegend aus den beiden UEFA-Cup und nun Champions League-Teilnehmern Rossiyanka und Zvesda Perm besteht, dürfte so einiges auf Lager haben. Bei einem erneuten Aufeinandertreffen dürfte es also auf jeden Fall spannend werden.


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