Europameisterschaft 2009, Gruppe B„Elfmeter haben die Partie entschieden”Island - Frankreich 1:3 (1:1) | ||
Text von ViolA 26.08.2009 Die zweite Partie in der deutschen Gruppe B wurde ab der ersten Minute von einem hohen Tempo bestimmt, gepaart mit einer großen Laufbereitschaft auf beiden Seiten, schnellem Spielaufbau und vielen Torchancen. Dabei zeigten sich beide Mannschaften von Beginn weg mit ähnlicher Gefährlichkeit. Nach leichten Vorteilen auf Seiten der französischen Mannschaft waren es jedoch die Isländerinnen, die mit 1:0 in Führung gingen. Das Tor fiel bereits in der sechsten Spielminute. Margrét Lára Vidarsdóttir setzte sich rechts durch, flankte in den Strafraum, die französische Torhüterin Sarah Bouhaddi kam heraus, verschätzte sich jedoch und Hólmfrídur Magnúsdóttir beförderte den Ball per Kopf hinter die Linie. ![]() Die Frauen aus Island hatten den besseren Start und konnten sich über ein frühes Tor freuen. Hier die Startformation: Oben von links: Die Anfangsformation von Frankreich. Oben von links: Die Französinnen zeigten sich davon jedoch wenig beeindruckt und waren stattdessen in der Lage, sich immer mehr Spielanteile zu sichern und die Isländerinnen bis auf wenige Ausnahmen bis zur Halbzeit zu kontrollieren. Islands Torhüterin Thóra Björn Helgadóttir zeigte bei den vielen Angriffen zunehmens Unsicherheiten und so waren die Französinnen dem Ausgleich nach 15 Minuten deutlich näher, als ihre Gegnerinnen dem 2:0. So entsprach es also dem Spielverlauf, als es wenig später wirklich zum Ausgleich kam, allerdings nicht direkt aus dem Spiel heraus. Frankreichs Kapitänin Sandrine Soubeyrand kam im Strafraum durch Abwehrspielerin Gudrún Sóley Gunnarsdóttir zu Fall und die russische Schiedrichterin Nataliya Avdonchenko zeigte auf den Punkt. Camille Abily übernahm die Verantwortung und schickte die isländische Torfrau in die falsche Ecke. ![]() Camille Abily, hier im Zweikampf mit Sara Björk Gunnarsdóttir, erzielte per Foulelfmeter den Ausgleich für Frankreich Durch diesen Ausgleich beflügelt drängte die französische Mannschaft ihren Gegnerinnen phasenweise komplett in die eigene Hälfte zurück, die zwar noch über wenige Konter gefährlich vor das Tor von Bouhaddi kamen, ihre Chancen dann jedoch nicht nutzten. Das Spiel wurde zusehens härter und führte schließlich in der 37. Minute zur ersten verletzungsbegingten Auswechslung für die französische Auswahl: Sabrina Viguier kam für Corine Franco. Allerdings waren es zwei französische Spielerinnen gewesen, die ohne Not mit dem Kopf zusammenstießen, wobei keine isländische Spielerin in der Nähe war. Franco erlitt dabei eine blutende Platzwunde, Laura Georges konnte weiter spielen. |
Das gab es gleich zweimal zu sehen an diesem Tag: Islands Torfrau Thóra Helgadóttir streckt sich vergeblich nach einem Strafstoß. Frankreich bekam zwei Elfmeter zugesprochen und verwandelte beide, Island vergab einen Strafstoß. | |
Kurioserweise kam es nur eine Minute nach dem frühen Wechsel zum nächsten Zusammenstoß. Diesmal stießen Candie Herbert und Gudrún Sóley Gunnarsdóttir im isländischen Strafraum beim Kopfballduell zusammen und gingen beide zu Boden. Beide wurden minutenlang behandelt und das Spiel unterbrochen. Die Isländerin konnte schließlich weitermachen, doch für Candie Herbert war nach 38. Minuten mit einer sehr stark blutenden Wunde ebenfalls Schluss. Herbert und Franco saßen danach einträchtig mit ihren dicken Kopfverbänden nebeneinander auf der Bank, es besteht sicher Grund zu der Hoffnung, dass beide beim nächsten Spiel wieder eingesetzt werden können. ![]() Für Candie Herbert war das Spiel bereits nach 40 Minuten vorbei, nachdem sie sich im Kopfballduell eine stark blutende Platzwunde zugezogen hatte Nach der Halbzeitpause kam es zu einer strittigen Situation: Die junge Élodie Thomis, die durch ihre Schnelligkeit und Dribbelstärke einen permanenten Gefahrenherd für die isländischen Defensive darstellte, ersprintete sich im Strafraum schön angespielt von Sandrine Brétigny einen Ball und wurde von Ólína Vidarsdóttir von hinten leicht geschubst, wobei die Frannzösin zu Boden ging. Wieder zeigte Avdonchenko auf den Punkt. Auch diesen Strafstoss verwandelten die Französinnen sicher, diesmal durch Sonia Bompastor. Sicher eine harte Elfmeterentscheidung, allerdings gab es für Ólína Vidarsdóttir keinen Grund, hier so riskant einzugreifen, denn in dem Moment lief Thomis noch in Richtung weg vom isländischen Tor. Den Richtungswechsel der Französin abwarten und dann eingreifen wäre sicher die bessere Alternative für die isländische Verteidigerin gewesen. ![]() Es ist abzusehen, dass die schnelle Elodie Thomis (Nr. 12, hier im Zweikampf mit Katrín Jónsdóttir) auch die deutsche Abwehr vor einige Probleme stellen wird. Gegen Island spielte Thomis jedenfalls stark In der 67. Minute entschied Louisa Nécib, die mit ihren erst 22 Jahren die Rolle der Spielgestalterin im französischen Team schon sehr gut ausfüllte, die Partie mit ihrem Treffer zum 1:3. Nécib wurde etwa 2 Meter vor dem Strafraum angespielt, drehte sich um ihre Gegenspielerin und zog ansatzlos ab. Torfrau Helgadóttir kam zwar noch mit den Fingerspitzen an den Ball, konnte den Treffer jedoch nicht verhindern. Damit schien das Spiel entschieden, doch es hätte noch einmal spannend werden können, denn neun Minuten später zeigte die russische Schiedsrichterin erneut auf den Punkt, diesmal jedoch für die Isländerinnen. Sabrina Viguier hatte Dóra María Lárusdóttir |
gelegt, eine klare Entscheidung, die auch von den Französinnen sofort akzeptiert wurde. Islands in der Qualifikation erfolgreichste Torschützin, Margrét Lára Vidarsdóttir, trat an, doch ihren zwar fest, aber nur halbhoch und unplatziert getretenen Schuss hielt Sarah Bouhaddi mit einer Glanzparade.
![]() Frankreichs Trainer Bruno Bini freute sich sehr über den ersten Sieg einer französischen Mannschaft zum Start einer EM-Endrunde
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