Europameisterschaft 2009, Gruppe BFuriose Schlussminuten bringen Norwegen den K.O.Deutschland - Norwegen 4:0 (1:0) | ||
Text von Roland Baumann 26.08.2009 Im europäischen Klassiker setzte sich das deutsche Team gegen Norwegen überraschend hoch mit 4:0 durch und führt damit in der Gruppe B vor Frankreich. Schon von Beginn an setzte das Team von Silvia Neid die Skandinavierinnen unter Druck. Bereits in der zweiten Minute eröffnete Annike Krahn mit einem Ballgewinn einen Angriff, den Inka Grings mit einem Schuss neben das Tor abschloss. Eine Minute später brachte Melanie Behringer über den linken Flügel den Ball vors norwegische Tor. Doch war Ingrid Hjelmseth im norwegischem Gehäuse schneller als Grings. Die deutsche Startformation: Oben von links: Annike Krahn, Ariane Hingst, Nadine Angerer, Birgit Prinz, Linda Bresonik, Kerstin Garefrekes. Erst in der 10. Minute zeigte Norwegen ein erstes Lebenszeichen. Mit einer schönen Kombination kamen Solveig Gulbrandsen und Isabell Herlovsen vors deutsche Tor. Aber die deutsche Abwehr klärte. Zwei Minuten später war der Ball im Tor. Ein schneller Angriff von Bianca Schmidt über die rechte Seite schloss Inka Grings mit einem Kopfballtreffer ab. Schiedsrichterin Alexandra Ihringova wollte den Treffer aber wegen Abseits nicht anerkennen. (Wie die Fernsehaufnahmen zeigen, lag sie damit richtig). Die deutsche Elf blieb dennoch weiter dran. Nach einer Reihe guter Möglichkeiten für die deutsche Mannschaft wurde Birgit Prinz von der jungen Maren Mjelde im Strafraum umgestoßen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Linda Bresonik, obwohl Hjelmseth noch am Ball war. Die letzte Riesenchance in der ersten Halbzeit gehörte Birgit Prinz. Melanie Behringer hatte auf der linken Seite die norwegische Abwehr ausgetanzt. Ihre Flanke setzte Prinz aber aus 4 Meter weit übers Tor. Zur besten Spielerin Norwegens wurde Keeperin Ingrid Hjelmsetz, die hier in höchster Not vor Birgit Prinz klärt So endete dann die erste Halbzeit, in der das deutsche Team drückend überlegen war, aber viel zu wenig aus seinen Torchancen gemacht hatte, mit einer knappen 1:0 Führung. Wesentlichen Anteil daran, dass Norwegen nicht schon höher zurück lag, hatte Norwegens Keeperin Ingrid Hjelmseth, die ein Bombenspiel machte und ganz klar beste Spielerin ihres Teams war. Die zweite Halbzeit begann mit einer Drangphase der Skandinavierinnen. Beim Abwehrversuch in der 46. Minute haute Ariane Hingst am Ball vorbei. Die folgende Flanke konnte Annike Krahn gerade noch so ablenken, dass Isabell Herlovsen den Ball verpasste. Auch Kerstin Garefrekes brachte den Ball nicht weg. Erst als Nadine Angerer energisch dazwischen ging, konnte die Situation geklärt werden. ![]() Norwegens Stürmerin Isabell Herlovsen war bei der sicheren deutschen Abwehr meist abgemeldet. Hier im Zweikampf mit Ariane Hingst, die bis auf einen Patzer ein gutes Spiel in der deutschen Innenverteidigung machte |
Deutschlands Keeperin Nadine Angerer hatte wenig zu tun, wenn, war sie aber prima auf dem Posten. Hier entschärft sie einen Eckstoß in der ersten Halbzeit mit einer gelungenen Faustabwehr | |
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Danach entwickelte sich ein mäßiges Mittelfeldgeplänkel, das keiner Mannschaft entscheidende Vorteile brachte. Die deutliche Überlegenheit des deutschen Teams aus der ersten Halbzeit war nicht mehr zu sehen. Nach einem Freistoß in der 60. Minute musste Nadine Angerer gegen Camilla Huse klären. Sechs Minuten später wurde Birgit Prinz klasse geschickt. Nur der super Reflex von Ingrid Helmseth rette Norwegen vor einem höheren Rückstand. Nach und nach fand das deutsche Team nun wieder besser ins Spiel, das angesichts des knappen Vorsprungs nach wie vor äußerst spannend blieb. In der 82. Minute setzte Melanie Behringer eine kurz gespielte Ecke ans Aussennetz. Eigentlich lief alles auf ein mageres 1:0 hin, weil die deutsche Elf auch in der zweiten Halbzeit zu wenig aus ihren Chancen machte. Damit setzte sich die Tendenz aus den Testspielen auch im Endrundenspiel fort, die deutsche Elf spielt gut, bekommt ihre Chancen, verwertet sie aber nicht. Bianca Schmidt, hier im Zweikampf mit Norwegens Goalgetterin Lindy Melissa Wiik, ließ auf ihrer rechten Abwehrseite nichts anbrennen Dann kam die Schlussminute, die Kim Kulig nachher als Knackpunkt im Spiel nannte. Nach einer Ecke lief die deutsche Elf in einen norwegischen Konter, bei dem Annike Krahn glatt überlaufen wurde. Doch parierte Nadine Angerer nicht nur glänzend, sondern leitete auch gleich einen Gegenzug ein, der die kurz zuvor eingewechselte Anja Mittag auf der rechten Seite erreichte. Mittag ließ sich nicht vom Ball trennen, passte auf die links mitgelaufene Fatmire Bajramaj, die völlig frei keine Mühe hatte, den Ball im Tor unter zu bringen. ![]() Anja Mittag bereitete das erlösende zweite Tor vor und erzielte das dritte selbst Schon der nächste Spielzug brachte wieder Anja Mittag in Schussposition. Ihr abgefälschter Schuss war auch von Norwegens bester Spielerin Ingrid Hjelmseth nicht zu halten. Doch nicht genug damit. Beim nächsten Spielzug kam Babett Peter über den linken Flügel. Nach zwei vergeblichen Torschussversuchen, passte sie auf Bajramaj, die auch gleich den 4:0 Endstand markierte. |
Wie auch Kim Kulig, die zur besten Spielerin gewählt wurde, sah Linda Bresonik die Schlussphase als Schrecksekunde, als die Norwegerinnen die deutsche Abwehr überliefen. „Ich dachte schon, der Schuss geht nach hinten los. Der Sieg ist aber auf jeden Fall verdient.” Auch Silvia Neid ging die Situation vor dem 2:0 an die Nerven. Mit dem Spiel selbst war sie sehr zufrieden. Das Zweikampfverhalten war gut, viele zweite Bälle wurden gewonnen. Lediglich die Chancenverwertung hätte zu wünschen übrig gelassen. Norwegens Trainer Biarne Berntsen meinte, dass sein Team über 90 Minuten das Spiel gegen den Favoriten offen gestalten konnte, dann aber in der Schlussphase einbrach. „Wir müssen nun in den nächsten Spielen unsere Chance nutzen.” ![]() Am Ende gab es dann doch noch viel Grund zum Jubeln für das deutsche Team um Kim Kulig (links), die zur besten Spielerin des Spiels gewählt wurde
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