Von Roland Baumann (Text)
und Nora Kruse (Fotos)
08.09.2009
In einer packenden Begegnung im Helsinkier Finnair-Stadion setzte sich Deutschland trotz frühem Rückstand mit 3:1 gegen Norwegen durch. Mit einer
Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte drehte die deutsche Elf das Spiel und zog nach Toren von Simone Laudehr, Célia Okoyino da Mbabi und Fatmire
Bajramaj ins Finale ein.
Nachdem zunächst das deutsche Team das Spiel bestimmte, aber noch keine Akzente setzen konnte, kam Norwegen nach zehn Minuten - und das auch mit
durchschlagendem Erfolg. Eine von Ingvild Stensland von der linken Seite getretene Ecke verpassten erst Nadine Angerer und Babett Peter. Isabell
Herlovsen nutze den Fehler und drückte das Leder zum 0:1 über die Linie. In der 21. Minute stand die deutsche Abwehr wieder massiv unter Druck. Norwegen
kam zu einer Serie von drei weiteren Eckbällen, bei der Lene Storlökken den rechten Pfosten traf. Nach einem gutem Spielzug der Deutschen über Saskia
Bartusiak und Linda Bresonik, flanke Inka Grings von der linken Grundlinie vors norwegische Tor. Ingrid Hjelmseth kam aber vor Birgit Prinz an den Ball.
Viel Konfusion im deutschen Strafraum: Norwegen war mit Eckbällen gefährlich.
In der Folgezeit kontrollierte die deutsche Elf wieder weitgehend das Geschehen, ohne allerdings nennenswerte Torchancen zu erarbeiten.
Die Anspielstationen in der deutschen Offensive blieben zu passiv, um zügige Kombinationen zu ermöglichen. In der 43. Minute hatte Grings nochmals eine
Riesenchance, als sie erst eine Norwegerin tunnelte, dann aber im letzten Moment im Strafraum geblockt werden konnte. Kurz vor der Pause musste zudem
noch Bresonik wegen einer Sprunggelenksverletzung gegen Simone Laudehr ausgewechselt werden. So blieb es zur Pause bei der norwegischen 0:1 Führung.
Vollbeschäftigung für Annike Krahn (l.): Isabell Herlovsen bot eine famose Leistung.
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Lange musste die DFB-Auswahl im Spiel gegen Norwegen auf ein Erfolgserlebnis warten - dann war der Jubel umso größer.
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Mit Beginn der zweiten Halbzeit brannte die DFB-Auswahl ein wahres Feuerwerk ab. Nach einem gefährlichen Distanzschuss von Prinz, bot sich Grings auf
eine Vorlage von da Mbabi per Fallrückzieher ein gute Möglichkeit. In der 58. Minute war es dann soweit: Nach einem tollen Solo erzwang Melanie Behringer
einen Eckball, der zwar zunächst abgeblockt wurde, dann aber wieder zu Behringer kam. Ihre erneute Hereingabe erreichte Laudehr, die nicht lange fackelte
und den längst verdienten Ausgleichstreffer erzielte. Und die deutsche Elf setzte nach. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich fiel das 2:1. Diesmal bediente
Laudehr da Mbabi, die mit einem Volleyschuss Norwegens Keeperin Hjelseth das Nachsehen gab.
Ein ums andere Mal wurde die norwegische Abwehr durcheinander
gewirbelt, wobei sie sind noch zwei gelbe Karten einhandelte. Als in der Schlussphase schon eine Riesenstimmung im Stadion herrschte, setzte die
deutsche Elf den Schlusspunkt. Ein Schussversuch von Grings wurde geblockt, ebenso der Nachschuss von Prinz. Im dritten Versuch von Bajramaj
klappte es dann aber. Mit dem hochverdienten 3:1 in der Nachspielzeit wurde die Finalteilnahme gesichert.
Bjarne Berntsen sah eine solide erste Halbzeit, aber die deutsche Elf sei zu stark gewesen. „Wir lieferten Deutschland einen harten Kampf und versuchten,
die Führung zu verteidigen. Die Tore für Deutschland fielen aber zu früh. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die in diesem großen Turnier eine bronze
Medaille geholt hat.“ Auch bei Silvia Neid überwiegte die Freude. „Norwegen hat das getan, was zu erwarten war. Wir hatten in der ersten Halbzeit zu
viele Fehler gemacht und waren da nicht richtig präsent. Kompliment an Bjarne Berntsen, der sein Team gut eingestellt hatte.“ Zum kommenden Finale meinte
Neid, „England ist ein gutes Team, das sehr schnell und quirlig spielt, aber auch robust in der Abwehr steht. Wir haben zwar einige angeschlagene
Spielerinnen. Daher müssen wir in Ruhe die Englandspiele analysieren, um die passenden Spielerinnen zu finden.“
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Statistik
Deutschland
Angerer – Bartusiak, Peter, Krahn, Behringer (59. Bajramaj), Grings, Prinz, Bresonik (45. Laudehr), Kulig, Garefrekes, Schmidt (46. da Mbabi)
Norwegen
Hjelmseth – Akerhaugen, Lund, Stensland, Giske, Huse (82. Gardsjord), Gulbrandsen (76. Wiik), Herlovsen, Kaurin (62. Pedersen), Mjelde, Storlökken
Tore
0:1 Herlovsen (10.)
1:1 Laudehr (59.)
2:1 da Mbabi (61.)
3:1 Bajramaj (90+3)
Gelb
Mjelde, Akerhaugen
Schiedsrichterin
Kirsi Heikkinen (Finnland)
Ein Tor erzielt und zur besten Spielerin der Partie gewählt: Simone Laudehr
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