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Europameisterschaft 2009, Gruppe B

Sieg trotz schwacher Leistung

Deutschland - Island 1:0 (0:0)

Text und Bilder: ViolA

31.08.2009   Am letzten Spieltag der Gruppe B traf das Team von Silvia Neid auf die Isländerinnern. Bereits im Vorfeld der Europameisterschaft hatte die Bundestrainerin ihre Mannschaft auf die sehr defensiv eingestellten Gegnerinnen vorbereitet, die schon vor der Partie als Gruppenletzter sicher ausgeschieden waren.

So stand das letzte Spiel bei der diesjährigen Europameisterschaft für den Underdog auch unter dem Credo "Erfahrung für die Zukunft". Am Ende stand es 1:0 für Deutschland und Trainer Siggi Eyjolfsson zeigte sich "sehr zufrieden" mit der Leistung seiner Mannschaft. "Wir haben sehr uns gut verteidigt, müssen in Zukunft aber noch an unserem Angriff arbeiten," bemerkte er hinsichtlich der zwei großen Chancen, aus denen seine Mannschaft jedoch keinen Nutzen zog. "Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir haben eine sehr schwere Gruppe gehabt in der alle Gegner in den Top-Ten sind. Wir können auf das stolz sein [Anm. d. Red: EM-Qualifikation und EM-Teilnahme], was wir erreicht haben."

Silvia Neid hatte ihre Mannschaft auf Grund der bereits gesicherten Viertelfinalteilnahme, wie bereits im Vorfeld versprochen, deutlich umgestellt. Gleich sechs neue Spielerinnen standen in der Startelf: Sonja Fuss kam für die Potsdamerin Bianca Schmidt, Simone Laudehr und Saskia Bartusiak bildeten das neue Mittelfeld, Lira Bajramaj ersetzte Melanie Behringer auf der linken Außenbahn, Anja Mittag kam für

 Anja Mittag, Holmfridur Magnusdottir

Anja Mittag, die von Anfang an spielte, im Duell mit Hólmfrídur Magnúsdóttir

Kerstin Garefrekes über rechts und die Wolfsburgerin Martina Müller ergänzte für Inka Grings die Sturmspitze. Auch die isländische Mannschaft zeigte sich auf drei Positionen verändert. Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdóttir stand wieder, wie bereits gegen Frankreich, in der Startelf und ersetzte die Nr. 1, Thóra Helgadóttir. Katrín Ómarsdóttir und Sif Atladóttir spielten für Dóra Stefánsdóttir und Erna Sigurdardóttir.

Von Beginn an dominierten und kontrollierten die Deutschen das Spiel, vermochten jedoch weder ihre vielen Chancen zu nutzen, noch wirklich zu überzeugen. Es fehlte vor allem am Spieltempo und durch die Umstellung der Mannschaft an der zuletzt gezeigten Kombinationsstärke. Weder die Laufwege noch das Zusammenspiel klappten und nur wenige Spielerinnen überzeugten durch ihren Einsatzwillen.


 Margret Lara Vidarsdottir, Saskia Bartusiak, Ariane Hingst

Margrét Lára Vidarsdóttir zieht zwei deutsche Spielerinnen, Saskia Bartusiak und Ariane Hingst

Unter den wenigen befand sich vor allem Martina Müller, die zum "Player of the Match" gewählt wurde. Die Wolfsburgerin agierte sehr agil und bekam von ihrer Trainerin nach der Partie ein Extralob. Bereits in der neunten Minute hatte sie die zweite Großchance, ihr Schuss traf jedoch nur die Querlatte und sprang von dort wieder ins Spielfeld zurück. Auch Birgit Prinz und Simone Laudehr zeigten gute Aktionen, trotzdem ging es mit 0:0 in die Pause.

Aus der Pause kehrte die deutsche Mannschaft mit zwei Auswechslungen zurück. Für Sonja Fuss kam Kerstin Stegemann und für Kapitänin Prinz die Duisburgerin Inka Grings. Letzteres zeigte sich wenig später als kluge Entscheidung: Inka Grings setzte sich im Mittelfeld durch, startete einen ihrer bekannten Sololäufe, zog ab und traf zunächst nur den Posten. Lira Bajramaj flankte den ins Feld zurückgesprungenen Ball Richtung Tor, wo Inka Grings beim Torschuss mit der isländischen Torhüterin zusammenstieß und der Ball langsam ins Tor rollte. Somit stand es nach 50. Minuten 1:0 für die deutsche Mannschaft.

 Nadine Angerer

Nadine Angerer wird in den nächsten Spielen mehr Arbeit bekommen


Wegen des Zusammenstoßes musste Torschützin Inka Grings jedoch nach weiteren neun Minuten ausgewechselt werden. Für sie kam Celia Okoyino da Mbabi ins Spiel, die das Spiel deutlich belebte und sich mehrere Torchancen erarbeitete, die sie allerdings ebenfalls nicht verwertete. In der 72. Spielminute schossen die Isländerinnen durch Margrét Vidarsdóttir fast den Ausgleich. Der Schuss der Isländerin ging jedoch knapp am rechten Toreck vorbei.
Sieben Minuten später hatte sie ihre zweite Großchance, ihren Kopfball wehrte Bebett Peter per Fuß jedoch für die bereits geschlagende Nadine Angerer mit dem Fuss auf der Linie ab. Die Schlussminuten gehörten wieder dem deutschen Team, welches durch Okoyino da Mbabi und Martina Müller zu weiteren Chancen kamen. Es blieb jedoch beim 1:0-Sieg der Deutschen, die damit Gruppensieger sind und am Freitag auf England oder Italien treffen.

Deutschland: Angerer, Peter, Hingst, Krahn, Fuss (46. Stegemann), Laudehr, Bartusiak, Bajramaj, Prinz (46. Grings/59. Okoyino da Mbabi), Mittag, Müller

Island:
G. Gunnarsdóttir, G.-S. Gunnarsdóttir, Vidarsdottir, Gardarsdóttir, Magnúsdóttir (71. Hönnudóttir), Jónsdóttir, Vidarsdóttir, Lárusdóttir (71. Arnardóttir), S. Gunnarsdóttir, Ómarsdóttir (87. Fridriksdóttir), Afladóttir

Schiedsrichterin:
Kirsi Heikkinen (FIN)

Tor:
Inka Grings

gelbe Karte:
Sif Atladóttir




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