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Europameisterschaft 2009, Gruppe B

Deutschland mit klarem Sieg Gruppenerster

Frankreich - Deutschland 1:5 (0:3)

Text von ViolA
Bilder von Nora Kruse

27.08.2009   Die gute Chancenauswertung der deutschen Mannschaft bescherte einen klaren 1:5-Sieg gegen schwach agierende Französinnnen. Damit lösten die Deutschen, die nun seit 22 Spielen ungeschlagen sind, nicht nur vorzeitig ihr Viertelfinalticket, sondern stehen - aufgrund des Sieges im anderen Spiel der Gruppe B von Norwegen über Island - bereits vor dem die Gruppenphase abschließenden Spiel gegen Island am Sonntag bereits jetzt als Gruppenerster fest.

Bundestrainern Silvia Neid bot die gleiche Startelf auf, die schon das Spiel gegen Norwegen so erfolgreich gestaltet hatte. Vor 3331 Zuschauern dominierte diese deutsche Mannschaft das Spiel gegen Frankreich von der ersten Minute an. Bereits nach neun Minuten ging das Team von Neid mit 1:0 in Führung. Birgit Prinz lief links bis zur Grundlinie durch, flankte vors Tor und Inka Grings köpfte ins kurze Eck ein.

Frauenfußball Nationalmannschaft Deutschland

Die deutsche Startelf. Oben von links:
Linda Bresonik, Annike Krahn, Nadine Angerer, Ariane Hingst, Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes
Unten v.l.: Bianca Schmidt, Inka Grings, Melanie Behringer, Babett Peter, Kim Kulig


Frauenfußball Nationalmannschaft Frankreich

Die französische Startelf. Oben von links:
Gaëtane Thiney, Sandrine Soubeyrand, Laura Georges, Sabrina Viguier, Élodie Thomis, Élise Bussaglia
Unten v.l.: Camille Abily, Sonia Bombastor, Sarah Bouhaddi, Ophélie Meilleroux, Louisa Nécib

Nur sieben Minuten später wurde es erneut gefährlich für die französische Mannschaft, die bis dahin noch nicht richtig ins Spiel gefunden hatte. Melanie Behringers Schuss nach Pass von Kerstin Garefrekes wehrte Torhüterin Sarah Bouhaddi zur Ecke ab. In der 17. Minute musste die französische Torhüterin, die bei Olympique Lyon spielt, aber erneut hinter sich greifen. Nach einer Ecke von Melanie Behringer landete der abgewehrte Ball schließlich bei Annike Krahn, die im Zurücklaufen sah, dass die französische Mannschaft schon aufrückte und auch Keeperin Bouhaddi ein ganzes Stück vor ihrem Kasten stand. Krahn schaffte es, aus der Drehung heraus den Ball hoch vors Tor zu bringen - und die Kugel ging an der verdutzten Bouhaddi vorbei ins obere Eck! Ein kurioses Tor, bei dem es wohl für ewig das Geheimnis von Krahn bleiben wird, ob sie den Ball direkt einschießen, als Vorlage gefährlich in den Strafraum bringen oder sogar einfach nur effektiv aus der Gefahrenzone befördern wollte.

Annike Krahn vs. Louisa Nécib

Annike Krahn zog Frankreichs Spielgestalterin Louisa Nécib (links) erfolgreich den Zahn und machte selbst noch ein Tor - womöglich das kurioseste ihrer Laufbahn!

Nur wenig später kamen die Französinnen zu ihrer bis dahin besten Gelegenheit. Camille Abily spielte einen feinen Pass auf Elodie Thomis, die flankte aus kurzer Torentfernung gefährlich in die Mitte, Nadine Angerer versuchte die Flanke abzufangen, verpasste jedoch den Ball, aber Babett Peter hatte aufgepasst und schlug die Kugel vor der direkt hinter ihr abschlussbereit stehenden Gaëtane Thiney aus dem Strafraum. Nur sechs Minuten später schoss Thomis erneut aufs Tor, verpasste es jedoch knapp.

Danach übernahm die Mannschaft um Kapitänin Birgit Prinz wieder die Kontrolle über das Spiel. Prinz passte fünf Minuten vor der Halbzeitpause auf Kim Kulig, die verpasste das Tor aber genauso wie Melanie Behringer wenig später hauchdünn.


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Linda Bresonik, die hier den Ball gegen Élodie Thomis behauptet, bot eine Klasseleistung im zentralen deutschen Mittelfeld und wurde mit Recht zur besten Spielerin des Spiels gekürt

Praktisch mit dem Halbzeitpfiff fiel dann jedoch noch das nächste Tor für die deutsche Mannschaft. Behringer traf per Freistoss, nach Foul an Prinz, direkt ins Tor. Gut unterstützt wurde sie dabei von Inka Grings, die kurz vor der Torhüterin den Weg des Balles kreuzte und Bouhaddi damit entscheidend irritierte.

Direkt nach der Pause, aus der die Französinnen stark starteten, gab die Ukrainische Schiedsrichterin Kateryna Monzul Handelfmeter für Deutschland. Sonia Bompastor hatte im Strafraum den Oberarm zur Hilfe genommen und erhielt dafür außerdem die gelbe Karte. Linda Bresonik, die zum Player of the Match gewählt wurde, übernahm wie schon gegen Norwegen die Verantwortung und traf zum 4:0.

Sarah Bouhaddi

Sarah Bouhaddi ahnte beim Elfmeter die Ecke und bekam ihre Finger noch an den Ball, doch gegen den harten Schuss von Linda Bresonik war sie letztlich machtlos

Doch die Französinnen gaben noch einmal Gas, während beim deutschen Team der Spielfluss etwas versiegt. Ein Schuss von Louisa Nécib zwei Minunten später strich knapp am Tor vorbei. Weitere zwei Minuten später wurde die Hoffnung auf ein weiteres "zu Null"-Spiel dann mit einem Treffer von Gaëtane Thiney von zunichte gemacht. Camille Abily hatte nach einer Balleroberung im Mittelfeld Thieney perfekt angespielt, diese setzte sich gegen Ariane Hingst durch und ließ Angerer mit einem Schuss ins lange Eck keine Chance.

Gaëtane Thiney vs. Melanie Behringer

Gaëtane Thiney, hier bedrängt von der erneut bärenstarken Melanie Behringer, erzielte den Ehrentreffer für die Französinnen

In der 56. Spielminute kamen die Französinnen durch Élodie Thomis vorerst das letzte Mal gefährlich vor das Tor von Nadine Angerer. Ihr Schuss ging jedoch knapp am Pfosten vorbei. Von nun an kontrollierten die Deutschen wieder die Partie, die den Ball nun laufen ließen. Allerdings wirkten die Aktionen nach vorne nach wie vor nicht so gefährlich wie in der ersten Halbzeit. Es war den Spielerinnen jedoch anzumerken, dass sie den Vorsprung nicht nur verwalten, sondern weiter ausbauen wollten, und dies war sicher auch die beste Taktik, um den Sieg zu sichern.

In der 66. Minute wurde dann die erneut sehr starke Kim Kulig ausgewechselt, Saskia Bartusiak kam für sie ins Spiel. Kulig, die im ersten Spiel bereits verwarnt worden war, stand nach einigen Aktionen mit Festhalten und kleinen Fouls kurz vor einer zweiten gelben Karte, die eine Sperre nach sich gezogen hätte. Statt ihrer kassierte dann allerdings Bartusiak schon kurze Zeit später eine gelbe Karte - allerdings ihre erste bei diesem Turnier.


Erst in der 71. Minute wurde es vor dem Tor von Nadine Angerer wieder gefährlich. Zuerst ging der Ball von Élodie Thomis knapp am Tor vorbei, dann knallte Gaëtane Thineys Schuss drei Minuten später an die Latte. Doch damit war der Offensivdrang der Französinnen endgültig gestoppt, Deutschland wurde immer stärker. Kurz vor Ende der Partie flankte Birgit Prinz auf Kerstin Garefrekes, deren Schuss ging jedoch am Tor vorbei. Eine Minute später flankte die Kapitänin erneut in den Strafraum. Sowohl die eingewechselte Celia Okoyino da Mbabi als auch die französische Torfrau Bouhaddi verpassten und der Ball landete bei Simone Laudehr, die sofort abzog und ihn unhaltbar zum 1:5-Sieg in die Maschen hammerte.

Simone Laudehr

„Ich bin wieder da!” Erstmals seit ihrer im Testspiel gegen Russland erlittenen Verletzung war Simone Laudehr wieder dabei. In der zweiten Halbzeit wurde sie für Melanie Behringer eingesetzt, machte ein gutes Spiel und erzielte in der Schlussminute den fünften deutschen Treffer

„Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Mannschaft,” bemerkte Silvia Neid nach dem Spiel. „Wenn wir weiterhin so konzentriert spielen und unsere Chancen so gut nutzen wie in dieser Partie, dann haben wir alle Möglichkeiten auch die anderen starken Mannschaften wie z.B. Schweden oder England zu schlagen."” Noch keine Gedanken hat sich die Bundestrainerin dagegen über die Startformation des nächsten Spiels gemacht. „Wir haben jetzt ein Luxusproblem. Das letzte Gruppenspiel ist natürlich nun leichter und wir können mehr darauf gucken, wer eine Pause braucht und wer noch gar nicht gespielt hat,” schloss sie.



Frankreich:
Bouhaddi, Meilleroux, Georges, Viguier (69. Lepailleur), Soubeyrand, Bampastor, Abily, Thomis, Nécib (69. Le Sommer), Bussaglia (79. Brétigny), Thiney

Deutschland:
Angerer, Peter, Hingst, Krahn, Schmidt, Behringer (46. Laudehr), Kulig (66. Bartusiak), Bresonik, Garefrekes, Prinz, Grings (77. Okoyino da Mbabi)

Tore:
0:1 Grings (9.)
0:2 Krahn (17)
0:3 Behringer (45+1.)
0:4 Bresonik (47. HE)
1:4 Thiney (51.)
1:5 Laudehr (90+1.)

Gelbe Karten: Bombastor / Bartusiak

Schiedsrichterin: Kateryna Monzul (UKR)

Zuschauer: 3331


Weitere Bilder von Nora Kruse von der Europameisterschaft:
http://www.ff-archiv.de/


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