Von Roland Baumann (Text)
und Nora Kruse (Fotos)
31.08.2009
In der von ergebnisorientierten Taktik geprägten Partie behielt die Niederlande gegen glücklose Dänen mit 2:1 die Oberhand.
Mit je einem Sieg und einer Niederlage starteten beide Teams in die Vorrunde. Um die Finalrunde sicher zu erreichen, musste demnach ein Sieg her.
Entsprechend engagiert starteten die dänische Elf. Schon nach vier Minuten wurde Nadia Nadim von Catherine Paaske-Sörensen bedient, die dann zwei
Holländerinnen austrickste, dann aber an Keeperin Loes Geurts scheiterte. Das Team von Kenneth Heiner-Möller bestimmte zwar das Spiel, konnte aber kaum
zwingende Torchancen herausarbeiten. Auf der Gegenseite war Chantal de Ridder im niederländischen Sturm weitgehend als Alleinunterhalter tätig. So blieb
es in der ersten Halbzeit beim mageren 0:0.
Auch nach der Pause schien es nach den Spielanteilen nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Skandinavierinnen in Führung gehen sollten. In der 57.
zeigte sich aber die Archillessehne im dänischen Spiel. Die Abwehr ließ sich bei einem der wenigen holländischen Angriffe auf ein Gestochere ein, Sylvia
Smit war zur Stelle und drückte den Ball über die Linie. Obwohl die Däninnen sich weiterhin viel um den Spielaufbau bemühten, waren die Mittel zu
durchsichtig, um die niederländische Abwehr um Daphne Koster in größere Schwierigkeiten zu bringen.
Vom Technischen Team zur besten Spielerin der Partie gewählt: Daphne Koster
|
Schweden-Legionärin Manon Melis (r.) sorgte nach 66 Minuten für die Entscheidung.
|
In der 65. Minute nahm Manon Melis einen Befreiungsschlag ihrer Abwehr auf und stürmte über den rechten Flügel los. Wieder patzte die dänische Abwehr.
Keine der Abwehrspielerin stellte Melis, die mit eine sauber platzierten Schuss an den linken Innenpfosten Heidi Johansen zum 0:2 überwinden konnte. Fünf
Minuten später schien es, als könnte Dänemark nochmals zurück kommen. Eine Flanke von rechtsaußen auf Johanna Rasmussen passte genau und es stand 1:2. Es
sollte jedoch der letzte Treffer des Tages bleiben. Die niederländische Abwehr – allen voran Koster, die zur besten Spielerin des Tages gewählt wurde -,
blockten alles ab, was die dänische Offensive vor das Tor brachte. In den letzten zehn Minuten wurde selbst die für de Ridder eingewechselte
Mittelstürmerin Karin Stevens von Trainerin Vera Pauw hinter die Mittellinie beordert, eine Aktion, die den anwesenden, lautstark protestierenden
Fußballfans überhaupt nicht gefallen wollte.
Nach dem Spiel zeigte sich Pauw überglücklich. „Wir haben den Weltranglistenfünften besiegt. Von dieser Mannschaft ist noch einiges zu erwarten.“ Es mag
kein schöner Fußball sein, den die Niederländerinnen bei dieser Europameisterschaft bislang gezeigt haben, aber der EM-Neuling holt mit seinen
Möglichkeiten das Maximale heraus. „Es ist momentan das Beste, was wir zeigen können“, so Pauw, für die das Vorbereitungsspiel gegen Deutschland scheinbar
eine Schlüsselrolle in der Vorbereitung eingenommen hat. „Wir haben damals
|
einen anderen Stil gespielt, standen aber dadurch zu offen.“ Als defensiv
wollte sie ihr Spiel dennoch nicht bezeichnen, „effektiv“ treffe es besser.
Statistik
Dänemark
Johansen – Brogaard, K. Petersen, Hansen, Paaske-Sörensen, Bukh, Pape, Andersen, Nadim (46. Veje), J. Rasmussen, Nielsen (72. M. Pedersen)
Niederlande
Geurts – Bito, Koster, Meulen, Hogewoning, Hoogendijk, Kiesel, van de Ven (76. van den Heiligenberg), Melis, Smit (90. +1 Pieete), de Ridder (46. Stevens)
Tore
0:1 Smit (58.)
0:2 Melis (66.)
1:2 J. Rasmussen (71.)
Gelb
Bukh, Stevens
Schiedsrichterin
Jenny Palmqvist (Schweden)
Weitere Bilder von der EM
Zur EM-Sonderseite
Zur FanSoccer-Startseite
|