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Europameisterschaft 2005
Gelungenes Premierenbuch
Rezension zum EM-Buch + Verlosung | ||
| Von Katja Öhlschläger Alle Bilder: Stiebner Verlag GmbH 03.08.2005 Es ist immer das Gleiche – nach einem großen Fußball(Männerfußball natürlich)-Turnier hat der geneigte Fußball (richtig, Männerfußball)-Anhänger die Möglichkeit, gleich aus mehreren Turnierbüchern zu wählen und sich so eine schöne Sammlung anzulegen. Eine Sammlung, die bei mir (zu Olympischen Spielen) auch entstanden ist. Dass aber mal zu einem Frauenfußball-Turnier ein solches Buch erscheint – vor der WM 2003 ein völlig abwegiger Gedanke. Seitdem ein Traum, der allerdings noch nicht der Realität angemessen schien. Doch denkste, der Frauenfußball ist nicht nur sportlich immer mehr im Kommen – nein, durch den sportlichen Erfolg kommt er jetzt auch in die Bücherregale.
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So sieht es aus: das erste Buch zu einer Frauenfußball-EM
Sven Simon: EM 2005 England, Fußball-Europameisterschaft der Frauen
Fotos und Gestaltung stammen von Sven Simon, Herausgeber zahlreicher Sportbücher in der Copress-Sport-Reihe. Die Texte lieferten mit Monika Koch-Emsermann (Chefredakteurin) und Heiko Jaeckel zwei FF-erfahrene Journalisten des FF-Magazins, das mit derzeit über 5.000 Abonnenten, einer Auflage von 40.000 Exemplaren (Mediadaten Juni 2005) und der Beteiligung an diesem Buch im stetigen Wachstum begriffen ist.
Die Gliederung des Buches umfasst drei Hauptteile. Den Anfang macht Mittelfeldregisseurin und Vizekapitän Renate Lingor mit einem EM-Tagebuch. Eine schöne Idee, um den Lesern einen Einblick in die Abläufe der Mannschaft außerhalb des Spielfeldes zu geben. So erfährt man beispielsweise, dass an den Tagen vorm Spiel exakt zur Anpfiffzeit trainiert wird, der „Spaziergang mit Ball“ am Morgen des Spieltages auf keinen Fall fehlen darf, und warum man sich als Skatspielerin ganz schön alt vorkommen kann. Nach diesem persönlichen Einstieg bekommt der Leser, der die EM-Qualifikation möglicherweise nicht verfolgt oder sich nur über das deutsche Team informiert hat, auf knappen, aber hochinformativen 10 |
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Seiten einen Überblick über die Geschehnisse während der EM-Qualifikation. Da wird einem noch mal in Erinnerung gerufen, wie die in England groß auftrumpfenden Finninnen sich erst im allerletzten Gruppenspiel mit einem 1:1 gegen die bereits qualifizierten Schwedinnen den entscheidenden Punkt erkämpften, um überhaupt an den Play-offs zur Qualifikation teilzunehmen (die man denn gegen Russland erfolgreich bestritt). Auch der Finalist Norwegen musste (gegen Island) den beschwerlichen Weg über die Play-offs gehen, weil man in der Gruppe an Dänemark nicht vorbeikam.
Alle, die die Qualifikation nicht verfolgt oder nicht mehr in Erinnerung haben, bekommen so noch einmal vor Augen geführt, dass mit Norwegen und Finnland gleich zwei Halbfinalisten in die Play-Off-Spiele mussten – eben auch ein Zeichen für die gestiegene Ausgeglichenheit im Frauenfußball. Daher ist es sehr erfreulich, dass das Buch so umfassend angelegt ist und die EM nicht auf die Endrunde beschränkt wird.
Den Löwenanteil der Berichterstattunng macht natürlich die Endrunde mit ihren 15 Spielen aus. Gut strukturiert und optisch ansprechend gestaltet wird zunächst die Vorrunde gruppenweise abgehandelt. Nachdem noch mal die kompletten Teamaufgebote angegeben sind, widmen die Autoren jedem Spiel mindestens drei Seiten mit Fotos, Spielbericht und einem sehr übersichtlichen Stenogramm.
![]() Das Buch beginnt mit einem Tagebuch von Renate Lingor Mit Star-Porträts zu deutschen Spielerinnen (Silke Rottenberg, Ariane Hingst, Inka Grings, Birgit Prinz, Sandra Minnert, Steffi Jones), die über das Buch verteilt und im Wesentlichen den letzten Ausgaben des FF-Magazins entnommen sind, wird auch dem Interesse an den Spielerinnen als |
Mensch nachgekommen. Doch nicht nur auf deutsche Spielerinen, auch auf Persönlichkeiten der anderen Mannschaften wird über das gesamte Buch hinweg der Fokus gerichtet. Verteilt über die Spielberichte finden sich kurze Porträts zu Menschen, die mit ihren Leistungen und Emotionen den Frauenfußball und diese EM bewegt haben. So der erfolgreich Teilzeit-Trainer Michael Käld (Finnland), das englische Talent Karen Carney, die ihr Tor zum 3:2 im Auftaktmatch gegen Finnland ihrer krebskranken Mutter schenkte, oder die schwedische Trainerin Marika Domanski-Lyfors, die durch die Halbfinalniederlage gegen Norwegen ohne Titel blieb und ihren Emotionen in der anschließenden Pressekonferenz freien Lauf ließ. Insgesamt ein Buch, das alle Erwartungen erfüllt, die man an es haben kann. Das i-Tüpfelchen hätte eine statistische EM-Historie, wie sie im FF-Magazin Ausgabe 8 zu finden war, darstellen können. Dann wäre das erste EM-Buch nicht nur ein perfektes Nachschlagewerk zur EM 05 gewesen, sondern hätte als Premierenbuch gleichzeitig im Nachhinein auch die Lücke der bisher buchlosen EM-Zeiten schließen können.
![]() Jedem Spiel sind mindestens drei Seiten gewidmet - hier die erste Doppelseite zum Auftaktmatch zwischen Dänemark und Schweden Dass solch buchlose EM-Zeiten nun aber der Vergangenheit angehören, das ist mittlerweile zum Glück nicht mehr nur ein Traum, sondern eine mehr als begründete Hoffnung. Denn – so lautet auch der Schlusssatz des Klapptextes – „der Frauenfußball ist im Kommen“. Und die Autoren haben mit diesem Premierenbuch einen glänzenden Start hingelegt. Chapeau und vielen Dank!Wir verlosen unter unseren Lesern ein Exemplar des besprochenen Buches. Wer gewinnen will, muss folgende Frage richtig beantworten: Wer schoss beim EM-Endspiel 1984 gegen England im Rückspiel den entscheidenden Elfmeter für Schweden? Wenn ihr die Antwort wisst, dann schickt sie uns bitte mit eurer Adresse bis zum 11. August an: fansoccer@gmx.de Als Trostpreis verlosen wir unter allen Einsendern außerdem 5 Paar der von Eurosport eigens für diese EM produzierten Stutzen.
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