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Europameisterschaft 2005
Das Erlebnis war grandios und soll wiederholt werden
Ein persönlicher Reisebericht | ||
| Von Jens und Beate Wolter (Text und Fotos)
12.07.2005
Die Entscheidung war schon ein Jahr vorher gefallen: Wir fahren zur EM nach England!
![]() Bummeln in Warrington Am 03.06. ging es dann los - zwei Tage früher, als ursprünglich geplant, denn Air Berlin hatte unseren Flug am 05.06. glatt gestrichen. Es ging also nur früher – oder 1 Tag zu spät. Die Anreise selber ging dann aber problemlos über die Bühne und dann standen wir vor dem Hostel. Hmh! Auf dem Foto im Internet sah das irgendwie anders aus – sind wir in der richtigen Stadt? Auf dem richtigen Planeten? Ein fünfstöckiger Bau mit einem Fahrstuhl aus dem Jahre 1926 – aber mit Internet-Anschluss (nicht der Fahrstuhl, das Haus)! Irgendwie fühlte man sich wieder in die Zeit zurückversetzt, als man mit 16 in Jugendherbergen übernachtet hat.
![]() Auch eine kleine Ausstellung zum Frauenfußball gab es: Hier sind die legendäre Lilly Parr von den "Dick Kerr's Ladies" und Birgit Prinz gegenübergestellt Gäste aus allen Kontinenten und ein babylonisches Sprachengewirr. Die Gemeinschaftsküche kam zur Rush hour sehr schnell an ihre Kapazitätsgrenzen und das Schild, man möge doch bitte sein benutztes Geschirr und Besteck wieder sauber hinterlassen, wurde offenbar nicht von allen Gästen verstanden. An etlichen Tagen musste meine Freundin sich über das gesamte hinterlassene Geschirr hermachen, um zu guter Letzt wieder etwas Sauberes in der Hand zu haben (zum Glück war der eine oder andere wenigstens so nett, sich dafür zu bedanken). Für uns, die wir eigentlich inzwischen an den Komfort von Hotels gewöhnt waren, war ein gewisses Umlernen erforderlich geworden. Positiv zu bewerten ist aber eindeutig die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des gesamten Personals (es sind halt keine muffeligen deutschen Herbergsväter!).
![]() Das "City of Manchester Stadium" Manchester ist immer noch ein Zentrum der britischen Textilindustrie, das ist noch überall zu sehen. In viele alte Fabrikgebäude sind allerdings inzwischen neue Firmen eingezogen oder sogar Wohnungen sind dort entstanden. Auch neuere Bauten wurden dem alten Stil angepasst. Zu loben sind auch die Freundlichkeit der Einwohner und die ausgezeichneten Verkehrsver-bindungen – Bus, U-Bahn, Straßenbahn, alles vorhanden. Eine krisenfeste Daueranstellung |
Das offizielle EM-Logo der UEFA
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haben hier die Straßenfeger, denn wegen der ständigen Bombengefahr (IRA!) gibt es recht wenige Papierkörbe und so landet einfach gewohnheitsmäßig aller Dreck auf der Straße.
![]() Ankunft am Stadion. Uschi Holl und Teammanagerin Simone Küster Die Stadt verfügt auch über gute Einkaufsmöglichkeiten mit bezahlbaren Preisen.Gleich gegenüber unserem Quartier liegt das Polizeimuseum. Wenig besucht offenbar, der Museumsführer, ein pensionierter Bobby, veranstaltet quasi eine Privatführung für uns. Super lustig, many, many thanks! Das Ganze übrigens für Kostnix, wie übrigens in allen Museen von Manchester. Hochinteressant auch das Museum für Industrie und Wissenschaft, ähnlich dem Deutschen Museum in München.
![]() Ein wunderschöner Blick über die Dächer Manchesters, mit einer ganz besonderen Note Die Zugverbindungen nach Preston, Warrington und Blackburn erweisen sich als ausge-zeichnet und die Fahrpreise als volkstümlich, wenn man gleich das Rückfahrticket mitlöst, wird es noch billiger. Auch die Orientierung in den drei genannten Städten fällt uns nicht schwer, das Stadion ist jeweils einfach zu finden.Die Stimmung in und vor den Stadien war überall gut, für die Spielerinnen gab es überall ein Empfangskommitee aus Fans und Medienvertretern. Auch für ein kleines Rahmenprogramm für die Fans war an jedem Ort gesorgt. Der bauliche Zustand der Stadien war top (welch ein Unterschied zu den Stadien, die im März beim Algarve-Cup benutzt wurden!). Eine erstaunlich große Anzahl Sicherheitskräfte sorgte freundlich, aber sehr bestimmt für die Orientierung.
![]() Die Eröffnungsfeier in Manchester vor dem Spiel von Gastgeber England gegen Finnland Den Zuschauerzuspruch des gesamten Turniers würde ich insgesamt als sehr erfreulich einstufen, beim Spiel England – Finnland wurde mit rd. 29.000 Zuschauern ja sogar ein europäischer Rekord aufgestellt. Einheitspreis auf allen Plätzen war 5 Pfund, Gruppenpreis (mindestens 15 Personen) sogar nur 1 Pfund! Kurios allerdings: In keinem Stadion gab es Bier! Hallo? Last order yesterday, oder was?Auch gewöhnungsbedürftig: Nach dem Spiel sorgen die Sicherheitskräfte dafür, dass sich die Tribünen rasch leeren. Keine Zeit für Fotos und Autogramme. Aber vielleicht ist das ja eine Verabredung mit den örtlichen Wirten, dann kommen die Leute schneller zum Trinken in den Pub? An einem spielfreien Tag vor dem Finale fuhren wir nach Liverpool, mal dieses You-never-walk-alone-Feeling auskosten. |
![]() Rekord beim Spiel England-Finnland... ![]() ...29000 Zuschauer sahen das Spiel im "City of Manchester Stadium" Und tatsächlich, wir sind nicht alleine dort: An den Docklands schlendert uns Birgit Prinz über den Weg. Das Beatles-Museum besuchen wir dann aber doch nicht, neun Pfund Eintritt empfinden wir als etwas heftig (da muss man schon richtiger Fan der Fab Four sein). Birgit umsonst, das reicht uns völlig.
![]() Ausflug nach Liverpool und wen trifft man? Birgit Prinz! Dann der Finaltag. Wieder ein sehr gut besuchtes Stadion (25.000), man hatte ja schon befürchtet, dass die Hälfte nicht kommen würde, weil die Engländerinnen das Finale nicht erreicht hatten. Sieg! Jubel! Der erhoffte schöne Abschied für TTM. Diesmal dauert es verständlicherweise lange, bis wir die Spielerinnen frisch geduscht und umgezogen wieder am Eingang zu sehen bekommen. Aber die Wartezeit wurde uns im wahrsten Sinne des Wortes versüßt – Frau Friedenstab erschien mit einem Kuchentablett für uns Unentwegte. Auch die EM-Trophäe wurde uns präsentiert, zum Anfassen und zum Fotografieren.![]() Zeugwartin Wiltrud Friedenstab widmete sich mit Kuchen und Pokal den Fans, als diese auf ihre Heldinnen warteten Und dann endlich auch die EM-Heldinnen persönlich – Jubel, Fotos, Autogramme!Es ist Montag und es geht wieder nach Hause. Mal sehen, wo es in vier Jahren hingeht, denn das Erlebnis EM war grandios und soll wiederholt werden.
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