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Europameisterschaft 2005
Die Vierzehnten werden die Ersten sein?Teamvorstellung: England | ||
| Von Matthias Behlert 05.06.2005 Englands EM-Geschichte beginnt sehr verheißungsvoll. Im 1984 erstmals ausgetragenen UEFA-Wettbewerb hätte es fast zum Titel gereicht. Nach 0:1 in Schweden und 1:0 im eigenen Land musste das Endspiel damals durch Elfmeterschießen entschieden werden, und darin hatten die Skandinavierinnen mit 4:3 das bessere Ende für sich. Später reichte es dann noch je zweimal bis ins Viertel- und ins Halbfinale (1991, 1993 bzw. 1987, 1995), und bei der letzten EM in Deutschland war bereits in der Gruppenphase Schluss. Geht man nach dieser Statistik, so scheint England eher auf dem absteigenden Ast zu sein. Doch lassen wir uns davon nicht täuschen.
![]() Als Breitensport ist der FF in England seit etwa 15 Jahren schwer im Kommen. Betrug die Zahl der registrierten Spielerinnen 1996 noch rund 22 000, so hat sie sich mittlerweile verfünffacht. Damit einher geht eine verstärkte Förderung seitens der Football Association sowie ein wachsendes Medieninteresse. Nachdem sich in den Neunzigerjahren bereits mehrere private Fernsehsender des Themas angenommen hatten, entschloss sich 2002 auch die BBC zur Ausstrahlung von Pokalfinals und anderen Spitzenspielen. ![]()
Torhüterin Josephine Fletcher Foto: Beate Wolter
Wenn der englische Frauenfußball heute im eigenen Land dennoch nicht die Wertschätzung genießt wie z.B. der deutsche, so liegt dies wohl ausschließlich an den bisherigen Leistungen des Nationalteams. Dessen sind sich die Verantwortlichen wie Trainerin Hope Powell durchaus bewusst.
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Jody Handley, hier im Trikot von Everton Foto mit freundlicher Genehmigung von
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Team England beim Algarve-Cup, hier vor dem Elfmeterschießen gegen China im "Spiel um Platz 7" Foto: Beate Wolter | |
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Als sie vor vier Jahren den Gewinn der Weltmeisterschaft von 2007 zum Fernziel erhob, konnte sie noch nicht ahnen, dass die Ausrichtung der diesjährigen EM an England gehen und ihr Team damit früher im Fokus der Öffentlichkeit stehen würde, als ihr vielleicht lieb ist.
Wer die Engländerinnen nur nach ihrem derzeitigen 14. Weltranglistenplatz oder ihrem 8. Platz beim diesjährigen Algarve-Cup beurteilt, wird ihnen bei der EURO sicher kaum Chancen zubilligen, die Gruppenphase zu überstehen, übersieht dabei aber auch einige relevante Tatsachen. Somit sind die Engländerinnen gegenwärtig durchaus besser als ihr Ruf, und da sie bei der EM das Glück der leichteren Gruppe haben, ist Platz 2 und damit das Erreichen des Halbfinales mehr als nur im Bereich des Möglichen. Der Heimvorteil, die hoffentlich zahlreichen Fans, das verstärkte Medieninteresse sowie die Chance, dem Frauenfußball im eigenen Land endlich mal so richtig Aufmerksamkeit zu verschaffen, werden sicher ihr Übriges tun. ![]()
Stürmerin Rachel Yankey Foto: Beate Wolter
Die Auswahl des Zwanziger-Kaders ist Trainerin Powell alles andere als leicht gefallen. Wie sie erklärte, wären ihr dreißig Spielerinnnen weitaus lieber gewesen, denn dies entspricht etwa der Zahl der englischen Spitzenfußballerinnen, von denen jede eine andere problemlos ersetzen kann.
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Erste Torfrau ist die College-League-erfahrene Rachel Brown. Wichtigste Stützen der Abwehr sind Rachel Unitt und Mary Phillip auf den Außenpositionen sowie Spielführerin Faye White im Zentrum. Als zentrale Mittelfeldfigur können wir Katie Chapman erwarten, aber auch die ehemalige WUSA-Spielerin Kelly Smith, deren Einsatz aufgrund zahlreicher Verletzungen im letzten Jahr bis kurz vor ultimo in Frage stand.
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Dynamik pur bei Rachel Unitt Foto: Beate Wolter
Gespannt sein dürfen wir hier auch auf die zwanzigjährige Anita Asante, die vor wenigen Wochen in ihrem erst zweiten Länderspiel das goldene Tor gegen Norwegen erzielte. Im Angriff setzt Hope Powell neben erfahrenen Spielerinnen wie Rachel Yankee oder Jody Handley auf die jungen Eniola Aluko und Karen Carney (beide Jahrgang 1987).
Teamliste:
Tor:
1 Josephine Fletcher
Abwehr:
2 Alex Scott
Mittelfeld:
4 Katie Chapman
Angriff:
7 Jody Handley
Trainerin: Hope Powell
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