Europameisterschaft 2005

Dänemark bot Schweden Paroli

Schweden - Dänemark 1:1 (1:1)

Text: Volker Lieberum

5.6.2005    Es ist das erste Spiel in der diesjährigen EM in England. Leider wollen es nur cirka 900 Zuschauer, bei sonnigem Wetter, mit einigen Wölkchen, in Blackpool zwischen den beiden skandinavischen Mannschaften sehen.

Nach dem Anpfiff erlebte man zunächst eine äußerst offensive schwedische Mannschaft. Vor allen Dingen war es Hanna Ljungberg von der die meiste Gefahr ausging. Schon in der dritten Minute strich ein Schuss von ihr nur knapp über das dänische Gehäuse hinweg. In der nächsten Zeit sieht man weiterhin die Schwedinnen dominieren. Sie schnappen sich schon im Mittelfeld das Leder und rennen immer wieder auf das Tor von Cederkvist an.
Die neunte Minute sieht den ersten ernsthaften Versuch der Däninnen. Mit einem Distanzschuss prüft Nielsen Hedvig Lindahl, die den Vorzug vor der Malmöer Caroline Jönsson erhielt. Doch der Schuss brachte die Torhüterin nicht in Gefahr. Nun drehten die Dänen etwas auf und sie rollten auch einige Angriffe nach vorne. In der 14. min. kann Törnqvist einen Freistoß gerade noch zur Ecke abwehren. Drei Minuten später die größte Gefahr für das schwedische Tor; von rechts gelingt es der Dänin Johansen sich gegen die Abwehr durch zu setzen. Der Schuss von ihr trifft leider nur das Metall des Pfostens und im Nachsetzen gelingt auch nicht Rasmussen, das 1:0.
Das fällt dann etwas später, in der 20. min, auf der anderen Seite. Einen Abpraller verwertet Ljungberg bei ihrem dritten Versuch und schieb das Leder vor der dänischen Torhüterin ins Tornetz ein.

Hanna Ljungberg erzielte das 1:0
Foto: Beate Wolter

Trotzdem setzen die Dänen alles dran sich das Heft nicht aus der Hand nehmen zu lassen und liefern sich ein packendes Duell. Ihre Mühe sollte in der 28. min. belohnt werden ein Volleyschuss von Rasmussen setzt Lindahl außer Gefecht, der Ball schlägt in die linke untere Ecke ein. Das Spiel steht 1:1.
Die Partie gestaltet sich bis zur Halbzeit recht ausgeglichen ohne dass es zu größeren Torchancen kommt. Erwähnt sei eine gelbe Karte für die Schwedin Östberg in der 30. min. und ein von dem Kronenteam reklamiertes Handspiel zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff. Den Kopfball von Andersen soll Mariann Knudsen mit der Hand berührt haben.

Die zweite Hälfte sieht zu nächst keine Vorteile für eine der beiden Mannschaften. In der 53. min wird Louise Hansen im Mittelfeld von Moström gefoult. Den Freistoss zielt Knudsen in den schwedischen Strafraum, doch die erfahren Jane Törnqvist, von Djurgården/ Älvsjö, kann die Flanke mit dem Kopf abwehren. Nach drei Minuten kommt es zum ersten Wechsel im Spiel. Die Malmöerin Sjögran ersetzt Caroline Seger, ohne aber mehr Druck in das Match zu bringen.

Therese Sjögran (SWE) undCatherine Paaske-Sørensen (DEN) im Duell

Quelle: Eurosport
Die nächsten Übertragungen:
8.6. 19 Uhr: Dänemark-England
8.6. 21 Uhr: Schweden-Finnland
(alles live bei Eurosport)"

Um die 60. Minute häufen sich die Torchancen auf beiden Seiten. Zweimal ist es die Dänin mit der Nummer 17, Nanna Johansen von Skovbakken, die zuerst auf der rechten Seite durchkommt, aber zu schwach für Lindahl schießt und dann eine sehr gute Aktion auf der linken Seite zeigt als sie alle Schwedinnen versetzt und anschließend nur knapp am rechten Torpfosten vorbeischießt. Pech für Dänemark. Dazwischen war es für Schweden "Vickan" Svensson, die sich auf der rechten Seite durchspielte und ihr Schuß am linken Torbalken vorbei ging.

In der 66. min. bekam dann Rasmussen die gelbe Karte von der Schiedsrichterin Kari Seitz aus den USA gezeigt, da sie sich allzu hart gegen Hanna Ljungberg, die ansonsten auch kein Kind von Traurigkeit war, eingesetzt hatte. Nach einem Foulspiel, wenige Minuten später, von Sjögran an der Dänin Sørensen, tritt den Freistoß Katrine S. Pedersen. Doch ihr Schuss wird von der Linköpingerin Lindahl sicher gehalten.

Zwei Minuten später wieder eine Elfmeter verdächtige Situation. Links setzt sich Therese Sjögran durch, läuft mit dem Ball zur Torauslinie und wird von der dänischen Torhüterin von den Beinen geholt. Die Schiedsrichterin entscheidet, der Ball wurde abgewehrt und gibt nur einen Eckball, der aber nichts einbringt. In der 71 min. fangen die Schwedinnen einen Einwurf ab, vertändeln sich aber an ihrer linken Strafraumseite, so dass sich eine Chance für die Däninnen ergibt. Doch Merete Pedersen ist so überrascht, dass sie den Ball über das schwedische Gehäuse zieht.

Spätestens ab jetzt kann man sagen, hat Dänemark das Heft in die Hand genommen. Sie gewinnen die meisten Zweikämpfe im Mittelfeld und schicken immer wieder ihre Stürmerinnen nach vorne. Die nächste Torchance ergibt sich für sie nach einem Eckball in der 73. min als Rasmussen das Leder an den Aluminiumpfosten knallt.

In der 79. min. wechselt dann Dänemark ihre gelb belastete Spielerin Rasmussen gegen Dorte Jensen aus, bevor es nach sechs Minuten nach einer Spielunterbrechung zu einer größeren Auswechselaktion kommt. Bei einer Kopfball-Abwehraktion stießen Ljungberg und Katarine Petersen mit den Köpfen unglücklich zusammen und blieben beide verletzt auf dem Spielfeld liegen. Während sich die Schwedin wieder erholte, musste die dänische Mannschaftsführerin gegen Olsen ausgetauscht werden. Auch Johansen wird gegen Nielsen ausgewechselt. Die Schweden bringen Öqvist für Schelin. Ab jetzt ist Louise Hansen Kapitän der Dänen.


In den Schlussminuten wirkt die dänische Mannschaft frischer und spielt druckvoller ohne dass ein weiteres Tor fällt. Mit dem Resultat können beide Teams zufrieden sein und haben damit ihre Chance für das Weiterkommen gewahrt.

Abschließend kann man sagen, dass Schweden mit einer starken Leistung begann und die ersten 20 - 25 min. überlegen war, während die Dänen erst mit dem 1:0 aufgerüttelt wurden und sich immer mehr Spielanteile erkämpften. In der zweiten Hälfte wurden sie die bessere Mannschaft. Schweden muss noch eine Schippe zu legen, aber Dänemark hat mich angenehm überrascht.
Während bei Schweden, außer in der Anfangszeit Hanna Ljungberg, von der aber später nicht mehr viel zu sehen war, genau wie von ihre Sturmpartnerin Svensson, keine Spielerin groß herausragte, fielen mir bei der dänischen Mannschaft K. Pedersen in der Abwehr, C. Sørensen und Loui Hansen im Mittelfeld sowie M. Pedersen, Rasmusseen und vor allem die 18 jährige Nanna Johansen im Sturm auf. Besonders die letzte sorgte auf der linken und rechten Seite für einigen Wirbel in der schwedischen Abwehr, obwohl ihr Abschluss etwas schwach war.

Die nächsten Spiele für beide Mannschaften finden am Mittwoch, 8. Juni statt; Dänemark trifft auf den Gastgeber England (19 Uhr) und Schweden ist Gegner der Finninnen (21 Uhr). Beide Spiele werden wieder live von Eurosport übertragen.

Schweden:
Lindahl, Bengtsson, Larsson, Marklund, Törnqvist, Östberg, Seger (Sjögran 56.), Moström, Svensson, Schelin (Öqvist 85.), Ljungberg
Trainer: Marika Domanski Lyfors

Dänenmark:
Cederkvist, Andersen, Falk, Knudsen, K.Pedersen (Olsen 86.), Nielsen, Hansen, Johansen (Nielsen 86.), Sørensen, M. Pedersen, Rasmussen (Jensen 79.)
Trainer: Peter Bonde

Schiedsrichter: Kari Seitz (USA)

Zuschauer: 800 - 1000

Tore:
1:0 Ljungberg (20.)
1:1 Rasmussen (28.)

gelbe Karten:
Östberg (31.); Rasmussen (66.)


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