![]() | ||
Europameisterschaft 2005
Zittern bis zum letzten Vorrundenspiel
Frankreich - Norwegen 1:1 (1:0) | ||
| Von Heinz Günter Sporkel
10.06.2005
Die Vorzeichen waren beiden Teams bekannt. Deutschland hatte gegen Italien gewonnen. Somit mussten die Norwegerinnen auf jeden Fall drei Punkte holen, um weiterhin die besseren Karten gegenüber Frankreich zu haben. Verlieren - das durfte man auf gar keinen Fall. Geprägt vom Wissen, was sein würde, entwickelte sich dann auch das Spiel. Beide Mannschaften verhalten. Besonders Norwegen hielt sich in der ersten Halbzeit sehr zurück. Frankreich bissiger, aggressiver und auch spielerisch etwas besser wirkend. Doch Torchancen ließen beide Mannschaften in der Anfangsphase nicht zu. Frankreich ging auch besser in die Zweikämpfe. Teilweise auch sehr überhart. So hätte Sonia Bompastor für so manchen energischen Einsatz die gelbe Karte bekommen müssen. Sandrine Dusang blieb auch diese Karte nach einem Foul an Trine Rønning erspart. Der Zuschauer merkte, dass das Team um Elisabeth Loisel sich nicht den Schneid auf dem Platz abkaufen lassen wollte. In der dritten Spielminute versuchte Marinette Pichon mit einer Schwalbe einen Elfmeter zu schinden. Doch passte die Schiedsrichterin Gaal hier auf und versagte den Französinnen den Elfmeterpfiff. Dann der Schrecken für das schwach auftretende norwegische Team. Siri Nordby wollte den Ball zu der Torhüterin Bente Nordby zurückspielen. Zu schwach der Rückpass und Stéphanie Mugneret-Béghé kam dazwischen. Locker konnte sie den Ball an der verdutzen Torhüterin vorbeischieben. 1-0 für Frankreich nach 19 Spielminuten.
![]()
Solveig Gulbrandsen wurde zur "Spielerin des Spiels" gewählt Archivfoto: Beate Wolter
Sagt man, wenn ein Tor fällt, wird das Spiel besser, kann ich persönlich bei diesem Spiel nur widersprechen. Nach dem Tor gab es auch keine hervorzuhebende Aktion mehr im Spiel. |
Gunhild Folstad (NOR, l.) im Zweikampf mit Hoda Lattaf (FRA)
Quelle: Eurosport |
|
|
Vielleicht könnte man noch einen Schuss von Pichon aus 18 Metern erwähnen, der für die gute norwegische Torhüterin Bente Nordby aber im Endeffekt doch keine Gefahr darstellte (43.Spielminute).
In der zweiten Halbzeit wechselte der norwegische Trainer Bjarne Berntsen dann Isabell Herlovsen für Unni Lehn ein. Dieser Wechsel sollte dem Spiel auch eine andere Richtung verleihen. Norwegen suchte nun seine Chance. Besser im Spielaufbau und endlich auch beweglicher am Ball, wurde das französische Team unter Druck gesetzt. Doch die Abwehr um Corinne Diacre stand noch felsenfest.
Dann kam die 65. Spielminute:
Nun machte Norwegen weiter Druck. Jetzt wollte man mehr. Das erste EM-Tor war gefallen und der Druck baute sich nun im skandinavischen Team etwas ab. Ein Pass von Gulbrandsen, doch Mellgren schoß den Ball am Tor vorbei. In der 85. Spielminute wäre es dann auch soweit gewesen. Solveig Gulbrandsen kam nach einem Fehler von Corinne Diacre aus aussichtsreicher Position zum Schuss und hämmerte den Ball an sämtlichen Gegenspielerinnen plus Torhüterin vorbei. Doch der Innenpfosten verhinderte eine Führung der Norwegerinnen. Dann pfiff die Schiedsrichterin Gaal aus Ungarn die Partie ab. Beide Mannschaften trennten sich verdient 1:1. In einem schwachen Spiel hatte Frankreich die bessere erste Halbzeit. Versäumte aber durch Nachsetzten, dort die |
Entscheidung zu erzielen. Dort vermisste man den Mut. Die zweite Halbzeit gehörte Norwegen, doch wäre ein Sieg der Skandinavierinnen ungerecht gewesen. Dafür hat man bis zum 1-1 eigentlich gar nicht Fußball gespielt. Zusätzlich sollten die wenigen guten Minuten des Spiels nicht über die Quantität der Attraktivität täuschen.
![]()
Das Team Frankreichs muss nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit nun doch noch um den Halbfinaleinzug bangen. Foto: FFF
Frankreich: Bouhaddi - Provost, Georges, Diacre, Soubeyrand, Mugneret-Béghé (53.Kramo), Bompastor, Pichon, Dusang, Lattaf (69.Thomis), Bussaglia
Norwegen:
Tore:
Karten: -
Schiedsrichter:
Zuschauer:
Player of the Match: | |