Europameisterschaft 2005

Eröffungsspiel mit viel Dramatik

England - Finnland 3:2 (2:0)

Von Peter Henkel

05.06.2005

Vor fast 30.000 Zuschauern fand im 'City of Manchester Stadium' das offizielle Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber England und dem EM-Novizen Finnland statt. Die enthusiastischen Fans bekamen ein Spiel zu sehen, das in jeder Phase packend war.

Während dem Gastgeber eine Qualifikation erspart blieb, gelang es Finnland, das in der schwierigen skandinavischen Gruppe startet, unter seinem neuen Trainer Michael Käld erstmals sich in den Play-offs für die EM zu qualifizieren. Wichtige Stützen im finnischen Team sind die schwedischen Legionäre Julin, Kalmari und Mäkinen. Das Team der Engländer unter Hope Powell schaffte es dagegen schon fünfmal die Gruppenphase zu meistern.

Amanda Barr erzielte das 2:0

Bild: Beate Wolter

Das Spiel begann auf beiden Seiten offensiv. Schon in der 11. Minute ergab sich für Finnland nach einem langen Paß von der Mittellinie durch Abstimmungsprobleme zwischen der (zweiten) englischen Goalkeeperin Fletcher und ihrer Kapitänin White. Nur 2 Minuten später sind es dann die Gastgeber mit der Chance zur Führung, als Barr nach Zuspiel von Smith auf das Tor der Finninnen köpft. Bei der darauffolgenden Ecke wird die finnische Torhüterin Kunnas im Torraum von englischen Spielerinnen bedrängt, und kann den Ball nur mit Mühe wegfausten. In der 18. Minute ist die erst 17-jährige Karen Carney durch Sarapää auf der linken Seite nur durch ein Foul zu stoppen. Carney verwandelt den Freistoß selbst. Kunnas bekommt den flachen Ball nicht zu fassen, so das der Abpraller erst ihre Mitspielerin Valkonen und dann das Innennetz zum 1:0 trifft. Ab der 25. Minute ergaben sich wieder Möglichkeiten für die Finninnen. Die bei UMEA IK spielende Mäkinen köpft über die zu weit herausgekommen Fletcher gegen die Latte. Kurze Zeit später bringt Sarapää den Ball vor das englische Tor. In Minute 37. dann die Möglichkeit für England, die Führung auszubauen. Nach einem Foul wird Chapman vor dem Tor von Yankey angespielt, kann den Ball aber nicht kontrolliert annehmen.

Kelly Smith im Zweikampf mit Jessica Julin

Quelle: Eurosport
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Zwei Minuten später kommt es dann zu einer Situation, die bei den Fans für Diskussion sorgt. Smith kommt an der Strafraumgrenze zum Schuß und trifft die Latte. Der zurückprallende Ball wird dann von Barr in Richtung Tor geköpft. Die finnische Torhüterin hechtet dem Ball hinterher um ihn in Nähe der Linie aus dem Tor zu fischen. Die Linienrichterin sah den Ball hinter der Linie und so wurde auf 2:0 entschieden.

Nach der Pause bekamen die Zuschauer von Barr einen netten Hackentrick präsentiert, bei dem sie Mäkinen tunnelte und Yankey auf der linken Seite in Schußposition brachte. In Minute 56. erzielte dann Rantanen den Anschlußtreffer zum 2:1, als sie sich an der Strafraumgrenze eine Vorlage annahm, die eigentlich für Julin gedacht war. Eine weitere gute Gelegenheit gab es dann für die Finninnen in der 70. Minute als Mäkinen in aussichtsreicher Position zum Freistoß anstetzt. Der Ball flog allerdings über das Tor.
Sechs Minuten später waren es die Engländerinnen, die zwei große Chancen mit Beteiligung ihres jungen Talentes hatten. Carney's Freistoß von der linken Seite erreicht White am langen Pfosten, die auf die in Mitte des Torraum wartende eingewechselte Westwood köpfte; doch Julin kann in letzer Sekunde dazwischen gehen. Kurze Zeit später tritt Carney erneut einen Freistoß von gleicher Stelle. Diesmal zielt sie mit einem langen direkt auf's Tor.


Kunnas hat Mühe den immer länger werdenden Ball über die Latte zu fausten. Nur zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit bringt Mäkinen den Ball mit einem langen Paß vor das englische Tor. Die verunglückte Kopfabwehr durch Johnson nutzt Kalmari zum Ausgleich. Das englische Team zeigte sich vom späten Verlust der Führung wenig beeindruckt. In der Nachspielzeit war es wieder einmal die junge Carney, die für Wirbel sorgte. Erst spielt sie ihre nur ein Jahr ältere Mitspielerin Aluko an, deren Schuß wird von Kunnas geblockt wird. Mit einem präzisen Nachschuß bringt sie dann ihrem Team den Sieg.

Unter dem Strich ist der Sieg für England verdient, da sie ingesamt die bessere Mannschaft waren. Für die Mannschaft aus Finnland, die viel Kampfgeist zeigte, ist das ein schwacher Trost, zumal die Entscheidung zum 2:0 hätte auch anders getroffen werden können.

England:
Fletcher, Scott, Unitt, Chapman, White (85. Johnson), Phillip, Williams, Barr (73. Aluko), Yankey, Smith (46. Westwood), Carney

Finnland:
Kunnas, Vaelma, Julin, Valkonen, Salmén, Sarapää, Mäkinen, Kalmari, Rantanen, Kackur (78. Talonen), Thorn (74. Mustonen)

Tore:
1:0 Valkonen (18. Eigentor)
2:0 Barr (40.)
2:1 Rantanen (56.)
2:2 Kalmari (89.)
3:2 Carney (90.)

Gelbe Karten:
Kakur (73.)

Schiedsrichter:
Gaal (HUN), Logarusic (CRO), Mirt (ROM)

Zuschauer:
29.092

Player of the Match:
Rachel Yankey


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