Europameisterschaft 2005

"Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Birgit Prinz!"

Interview mit Norwegens "Zehner", Unni Lehn

Von Katja Öhlschläger, übersetzt von Anke Gruska

04.06.2005    Unni Lehn, Olympiasiegerin aus dem Jahr 2000, ist die erfahrene Mittelfeldstrategin des norwegischen Teams, das in seinem ersten EM-Spiel auf Deutschland trifft. Über ihre Erwartungen an die EM spricht sie in FanSoccer.

Wie habt ihr euch auf die EM vorbereitet?
Wir hatten leider keine optimale Vorbereitung. Im Januar haben wir einen neuen Trainer bekommen und hatten leider nicht so viel Zeit, ihn und seine Methoden besser kennenzulernen. Die Zusammenarbeit funktioniert aber gut und hatten seit seinem Amtsantritt sehr gute Zusammentreffen, auch wenn die Ergebnisse nicht die allerbesten waren.

Unni Lehn, hier im Zweikampf mit Kerstin Garefrekes

Bild: Beate Wolter

Was erwartest du dir persönlich und für die Mannschaft von der EM?
Ich erwarte gar nichts, aber unser Ziel ist es, ins Halbfinale zu kommen. Ich hoffe, es gelingt uns, den TV-Zuschauern ein gutes und richtiges Bild vom Frauenfußball zu vermitteln und dass dadurch mehr Leute zu uns ins Stadion kommen.

Wo siehst du die Stärken und Schwächen deines Teams?
Stärken: Weltbeste Torhüterin mit Bente Nordby, schnelle Spielerinnen mit dem Torriecher im Angriff, viele junge Spielerinnen, die hungrig auf den Erfolg sind


Unni Lehn

Bild: Beate Wolter

und die trotz ihres jungen Alters bereits Meisterschaftserfahrung haben.
Schwächen: keine, die wir unseren Gegnern verraten würden... nein! Hatten eine schlechte Vorbereitung, viele Niederlagen (u.a. 0-4 gegen Deutschland)

Wer sind für dich die Favoriten auf den Titel?
Deutschland ist der Favorit. Immerhin haben sie bereits die letzten 2 EM-Turniere gewonnen und sie sind amtierender Weltmeister, das sagt doch alles! Norwegen, Schweden und England (wg. Heimvorteil) sind die Herausforderer.

Freust du dich auf ein Wiedersehen mit den Spielerinnen von Turbine Potsdam (Unnis Verein SK Trondheims-Ørn spielte im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Potsdam)?
Ich habe einen sehr guten EIndruck von den Turbine-Spielerinnnen erhalten, aber leider konnte ich in der kurzen, hektischen UEFA-Cup-Zeit keine von ihnen näher kennenlernen.


Ich möchte ihnen aber trotzdem zum UEFA-Cup-Gewinn gratulieren! Am Ende hat die beste Mannschaft gewonnen! Ich freue mich am meisten auf ein Wiedersehen mit Birgit Prinz. Wir haben 2 Jahre in den USA zusammen gespielt und sie ist eine Freundin, die ich sehr schätze.

Bei nur acht Endrundenteilnehmern war die Qualifikation sehr hart - Norwegen musste in die Play-Off-Spiele. Findest du die Zahl von acht Endrundenteilnehmern zu klein?
Ich finde, die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften ist jetzt genau richtig. Qualität ist wichtiger als Quantität. Es ist wichtig, dass wir den potentiell interessierten TV-Zuschauern ein gutes Produkt "Frauenfußball" bieten können. Im Laufe der Jahre kann man das Turnier sicherlich ausweiten, wenn weitere Länder mit vielen guten Spielerinnen nachziehen.

Unni Lehn (r.) ist bekannt für ihre dynamische Spielweise. Sie ist Norwegens MIttelfeldmotor

Bild: Beate Wolter

Was war dein größter Erfolg mit der norwegischen Natio?
Der größte Erfolg, den ich mit der Nationalmannschaft erreicht habe, ist der Olympia-Sieg 2000! Das ist nun schon ziemlich lange her und ich hoffe, dass ich während der EM etwas ähnlich Schönes erleben darf!

Zur Teamvorstellung Norwegen

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