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Interview mit Dr. Hans-Jürgen Tritschoks Seite 2
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zurück Können Sie sich vorstellen, was mit der Mannschaft in der letzten Phase der Saison 2003/04 los war, dass die Leistung so nach lies? Da kommen immer viele Gründe zusammen und es ist von außen sehr schwierig zu beurteilen. Ich möchte mich dazu auch gar nicht so äußern. Es ist aber allen be- kannt, dass zahlreiche wichtige Spielerinnen der Mannschaft ver- letzt waren. Man hat auch über Jahre die Belastung Meisterschaft, Pokal, UEFA-Cup und National- mannschaft. Dann kommen irgend- wann Phasen, wo sich das bemerk- bar macht. Von dieser Warte aus muss man der Mannschaft und auch dem Verein das Kompliment machen, immer noch auf höchstem Niveau gespielt und immer noch die drei Endspiele erreicht zu haben. Sei es im UEFA-Pokal, im DFB-Pokal oder in der deutschen Meister- schaft. Wenn Leistungsträger gerade in der entscheidenden Phase verletzt oder nicht fit sind, dann hat das nichts mit dem 1. FFC Frankfurt zu tun. Jeder wird sich jeder schwer tun, seine Ziele zu erreichen. Immer am Anfeuern: Jürgen Tritschoks, im Vordergrund Meike Weber Bild: Volker Lieberum
Schwer nicht, da ich denke, man muss auch der Mannschaft klar machen, dass man manche Ab- schnitte irgendwo abhaken muss. Es geht da nicht darum, großartig nach zu karten. Ich bin jemand, der den Blick nach vorne richtet. Das gilt auch jetzt für die Saison. Wir haben jetzt die Chance es besser zu machen. Das ist unser Ziel.
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![]() Hans-Jürgen Tritschoks muntert alle mal auf. Bild: Volker Lieberum
Wir machen alle Fehler. Jemanden dann noch groß darauf hinzu- weisen, wenn er einen Fehler gemacht hat, halte ich aus psychologischer Sicht für sehr schlecht. Meine Aufgabe als Trainer ist es, diese Spielerin wieder auf zu bauen und zu stärken. Ich helfe den Spielerinnen, aus ihren Fehlern zu lernen. Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass die Spielerinnen bereit und offen sind, aus ihren Fehlern zu lernen. Man kann von jedem profitieren, selbst noch als Nationalspielerin. Ich als Trainer mache auch Fehler. Aber unsere Aufgabe ist es, letzten Endes die Anzahl dieser Fehler möglichst klein zu halten und gegenseitig davon zu profitieren. Ich denke, da haben wir sehr guten Weg momentan.
Welche Bedeutung hat die 2. Mannschaft für Sie?
Die 2. Mannschaft ist schon wichtig für uns. Wir haben jetzt einen Kader, in dem nicht alle Spielerinnen zum Einsatz kommen. Das ja auch ganz normal ist. Aber wir brauchen unseren großen Kader, weil immer mal wieder Spielerinnen ausfallen.
Für uns ist es deshalb sehr wichtig, dass die 2. Mannschaft in der zweiten Bundesliga spielt, um jungen, talentierten Spielerinnen, die vielleicht nicht gerade gleich den Sprung in die erste finden, Spielerfahrung zu bieten. Dort sollen sie sich weiter entwickeln. Das ist auch, was ich von meinen Spielerinnen erwarte. Damit setzen wir uns auseinander. Ich erwarte auch von den jungen Spielerinnen, dass sie dazu bereit sind zu lernen. Sie dürfen sich nicht schon damit zufrieden geben, jetzt beim 1. FFC Frankfurt zu spielen. Nur auf der Bank zu sitzen und sich dabei schon wohl zu fühlen, das ist zu wenig. Ich brauche ehrgeizige Spielerinnen, die auch weiter kommen wollen.
Möchten Sie aus der Mannschaft irgendjemanden hervorheben, wer ist die Spielerin der Saison bisher?
Bei uns, in der ersten Mannschaft? Das fällt mir sehr, sehr schwer, das sage ich ganz offen. Denn ich denke, was uns momentan auszeichnet, deshalb sind wir auch so erfolgreich, ist, dass die Mannschaft sich geschlossen gibt. Jede Spielerin gibt ihren Beitrag zu diesem Erfolg. Es ist natürlich leicht, ich verfolge das auch im FF-Forum, zu sagen Meike Weber ist die Spielerin der Hinrunde. Klar hat die Meike eine
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tolle Entwicklung gemacht, was mich sehr freut. Aber für mich ist genau so wichtig ist jede andere Spielerin. Alle Spielerinnen stellen sich in den Dienst der Mannschaft und das ist ausschlaggebend für den Erfolg. Insgesamt hat die Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht, das ist es, was zählt. Wie kommt man als Dr. med. zum Frauenfußball?
Das ist eine gute Frage und hängt eigentlich mit meinem Beruf an der Deutschen Sporthochschule Köln zusammen. Ich bin an der Sportschule als Fußballdozent tätig und gleichzeitig als Mediziner, da habe ich eine Doppeltfunktion. Meine Aufgabe an der Sportschule ist es, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden.
Ein Wissenschaftler bei der Arbeit! Bild: Volker Lieberum
Ja natürlich, es besteht ja gar kein Grund zu gehen. Man muss natürlich jetzt abwarten, wie der weitere Verlauf ist. Wir werden uns in den nächsten Wochen zusam- mensetzen. Das ist im Fußball jetzt die heiße Zeit, in der Vertrags- verhandlungen geführt werden. Ich glaube, dass wir einen Konsens finden werden.
Herr Dr. Tritschoks, wir würden uns darüber sehr freuen und bedanken uns für das Gespräch!
Das Gespräch führten Volker Lieberum und Tom Schlimme |