Text von Fuxi Archivbilder von Tom Schlimme 13.8.2005
Es haben sich grundlegende Dinge beim HSV getan. Nachdem der Klassen- erhalt in der vergangenen Saison relativ knapp erreicht wurde, war teilweise unfreiwillig Umkrempeln angesagt.
Neben Claudia von Lanken, die die Regionalliga-Mannschaft coacht und die Torhüterinnen des Bundesligateams scheucht, und der wegen Babywunsch ausgeschiedenen Svenja Rein wurde auch Europameisterin Sarah Günther zum 1.FFC Frankfurt verabschiedet. Der Vertrag mit Trainer Andrew Pfennig wurde zudem nicht verlängert. Sein Nachfolger war nur Insidern ein Begriff: Achim Feifel, Diplom- Sportlehrer und ehemaliger Assistenztrainer der deutschen U21. Dazu kam mit Daniel Gehrke ein junger "Co". Aber auch auf dem Platz gab es Neuerungen. Von den Bayern kamen Routinier Tanja Wörle und Talent Katharina

U19 Nationalspielerin Katharina Grießemer kam vom FC Bayern München an die Elbe.
Grießemer, vom Mellendorfer TV die U19-Weltmeisterin Tessa Rinkes ls Ersatz für von Lanken, Mittelfeldspielerin Stephanie Ende vom Regionalligisten FSG Twist und vom Zweiligisten SuS Timmel U17-Nationalspielerin Imke Wübbenhorst. Der ursprünglich fast perfekte Wechsel von Marina Himmighofen aus Bad Neuenahr zerschlug sich allerdings.
Eine von Feifels ersten Maßnahmen war die Veränderung des Spielsystems. Hatten die Hamburgerinnen unter Andrew Pfennig noch im 4-4-2 gespielt, agieren sie nun mit zwei Defensiven und einer Spielmacherin vor der Viererkette, sowie zwei Außenstürmerinnen im 4-2-1-3-System. So soll aus der Abwehr schnell nach von gespielt werden. Vor allem das Flügelspiel soll hier Früchte tragen. Die Mittelfeldpositionen sind mit Aferdita Kameraj und Tanja Wörle defensiv sowie Silva Lone Saländer offensiv sehr kreativ besetzt, so dass jede der drei Akteurinnen das Leder in die Spitze weiterverteilen kann.

Aferdita Kameraj, defensive Mittelfeldspielerin des HSV
Vieles wird davon abhängen, wie schnell der Ball nach vorn getragen wird. Die Außenstürmer Kathrin Patzke und Katharina Grießemer sollen über außen zur Grundlinie durchkommen und Tanja Vreden mit Flanken füttern. Aber auch das Abwehrverhalten wird mit diesem System gestärkt, da die Angreiferinnen früh attackieren
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Nicht nur abwehren, auch schnell angreifen will der HSV in der neuen Saison. Hier eine Szene aus dem Gastspiel des HSV beim FSV Frankfurt in der letzten Saison. Ganz links Sarah Günther, die nun zum FFC Frankfurt gewechselt ist, dann Patrizia Barucha vom FSV, vorne mit der 16 Svenja Cohn (heute Svenja Rein), mit der Kapitänsbinde Alexandra Gärtner, am Pfosten Friederike Engel und im Tor Bianca Weech
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sollen. So schlägt Feifel zwei Fliegen mit einer Klappe: Gefährlicheres Angriffsspiel mit mehr Toren, Entlastung für die Abwehr mit weniger Gegentoren. Beides in Kombination soll den Klassenerhalt früher sichern.
Ein Problem hat sich allerdings nicht gebessert: Der fehlende zweite Anzug. Nach langer Verletzungspause fängt die ehemalige Stammspielerin Vanessa Schröer in der Regionalliga wieder an. Am besten besetzt ist das Tor: Bianca Weech dürfte in der offenen Torhüterfrage den Vorteil einer halben Bundesligasaison Erfahrung besitzen, während Rinkes nur die Verbandsliga Niedersachsen und das Spielniveau der U19 kennt. Hier besteht einerseits Konkurrenz, andererseits aber auch eine gute Absicherung gegen Ausfälle. Wichtig wird es nur sein, dass Rinkes auch Spielpraxis bekommt - wohl in der Regionalliga, wenn sie auf der Bundesliga-Bank durch die Nummer drei, Claudia Choinowski ersetzt wird.

Bianca Weech wird wohl die Verantwortung im Tor tragen
Die Abwehr hingegen ist etwas dünn. Nachdem der Deal mit Marina Himmighofen nicht geklappt hat, sucht der HSV hier noch eine Verstärkung. Das ist auch nötig, denn Talent Janka Rohrberg fällt nach einem Kreuzbandriss beim Nordic Cup der U17 mindestens ein Dreivierteljahr aus. In der Innenverteidigung sind Janina Haye und Alexandra Gärtner gesetzt. Wenn sie ausfallen, müssen andere in die Bresche springen. Wenn nicht Aferdita Kameraj, dann wohl Steckel oder Christine Thoma, die nach drei Jahren in der Zweiten ihr Bundesliga-Comeback feiert. Auf der rechten Außenbahn dürfte Katharina Freitag gesetzt sein. Als Alternatien stehen noch Allrounderin Friederike Engel und die junge Stefanie Vogelwiesche zur Verfügung, die letzte Saison ebenfalls noch in der Zweiten spielte und mit ihr in die Regionalliga abstieg. Auf links ist Marion Wilmes gesetzt, aber auch Stürmerin Maja Schubert wurde
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hier getestet. Insgesamt fehlt hier sicherlich eine Alternative.
Im Mittelfeld ist ein Ausfall besser zu kompensieren. Freitag, Ende, Engel und Grießemer sind naheliegendste Alternativen, allerdings möglicherweise zu Lasten anderer Mannschaftsteile. Für die Offensive kommt auch die junge Julia Weigel, eine gelernte Stürmerin, in Frage. Grießemer oder Freitag im Mittelfeld einzusetzen, hätte eine Umstellung in Abwehr oder Angriff zur Folge. Auch Marion Wilmes kann nach vorn rücken, hinterlässt dann aber eine suboptimale Besetzung auf der linken Verteidigerposition.

Links Friederike Engel, daneben Marion Wilmes, in Erwartung eines Freistoßes
Der Angriff ist die stärkste Waffe. Hier lag bei den Verstärkungen das Hauptaugenmerk. Katharina Grießemer ist die hochkarätigste Verstärkung. Mit Imke Wübbenhorst wurde ein junges, ballgewandtes Talent aus Ostfriesland geholt. Dazu kommt Stürmerin Gina Heinßen aus der Zweiten, die nach dem Schulabschluss wieder mehr Zeit für Fußball hat. Am wichtigsten war aber die Rückkehr von Kathrin Patzke, deren explosive Antritte und Dribblings unheimlich wichtig sind. Dass Tanja Vreden die Alleinunterhalterin geben muss, wird damit seltener werden. Die Rolle ihrer Sturmpartnerin aus der Patzke-Ausfallzeit, Maja Schubert, ist offen. Dass sie im Sturm nicht erste Alternative ist, liegt ob des Einsatzes auf der linken Außenverteidiger-Position im Test gegen Potsdam II nahe.
Insgesamt bietet der Kader wenig Optionen für Ausfälle. Von der ersten Elf hängt viel ab. Weech, Gärtner, Haye, Wilmes, Freitag, Kameraj, Wörle, Saländer, Patzke, Vreden und Grießemer werden wohl in zum Auftakt auflaufen. Diese Partie ist bereits von entscheidender Bedeutung. Die gute Vorbereitung muss bestätigt werden, sonst droht die durch Trainerwechsel und Verstärkungen erzeugte positive Stimmung einen herben Dämpfer zu erhalten. Darüber ist man sich beim HSV auch bewusst. Was das alles wert ist, zeigt sich am 14. August um 14 Uhr in Rheine...
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