1. Bundesliga

Spitzentrio dominiert die Bundesliga

Rückblick auf die Bundesligasaison 2004/2005

Von Christian Heidler

31.05.2005    Die Bundesligasaison 2004/2005 ist vorüber, Zeit für einen Rückblick auf eine ereignisreiche Spielzeit. Wie verlief die Saison? Was tat sich bei den einzelnen Vereinen? Welche Spielerinnen sind hervorzuheben? Diese und weitere Fragen sollen im folgenden beantwortet werden.

Eingefaßt von zwei Großereignissen – den Olympischen Spielen 2004 in Athen und der EM 2005 in England – wurde die Deutsche Meisterschaft ausgespielt, in der Turbine Potsdam seinen Titel verteidigen wollte und der 1. FFC Frankfurt dies zu verhindern trachtete. Den übrigen Vereinen ging es eigentlich nur um eine gute Plazierung, was je nach Anspruch der Vereine mit Tabellenplatz 3 bis zu einem Nichtabstiegsplatz definiert werden konnte. Naturgemäß konnten nicht alle Erwartungen in Erfüllung gehen.

Die Erwartung der Fans, eine spannende Bundesliga erleben zu können, erfüllte sich nur bedingt. Zwar blieb die Frage des Abstiegs bis zuletzt offen, die Titelentscheidung fiel jedoch relativ früh. Weder der Spielplan, noch der Saisonverlauf bescherte diesmal wieder so ein Herzschlagfinale wie in den beiden Spielzeiten zuvor. Und so blieb leider auch eine Liveberichterstattung aus der deutschen Eliteliga aus. Kamerateams wurden am häufigsten im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion und am Brentanobad in Frankfurt gesichtet, doch mehr als Kurzberichte erhielten die Fernsehzuschauer von diesen Aufnahmen selten zu sehen. Auch der Zuschauerzuspruch ist noch entwicklungsfähig. Kamen in der Spielzeit 2003/2004, der Saison in deren Spielpause der Weltmeistertitel errungen wurde und die Meisterschaftsentscheidung erst am Ende fiel, insgesamt 70.166 Besucher zu den Begegnungen, waren es in der gerade abgelaufenen Runde mehr als 66.000 Zuschauer, d.h. durchschnittlich gut 500 pro Spiel.

"Bundesliga-Dino" Katja Bornschein vom SC Freiburg

Bild: Volker Lieberum

Daß Erfolg und große Namen ziehen, zeigt die vereinsweise Auswertung. Hier führen die Erstplazierten in der Tabelle auch in der Rangliste bei den Zuschauern: 12.600 beim 1. FFC Frankfurt, knapp 9.000 bei Turbine Potsdam und ca. 7.700 beim FCR Duisburg 2000. Nur die SG Essen-Schönebeck vermochte sich in diese Spitzengruppe einzureihen. Mit über 8.600 verkauften Eintrittskarten konnte sich Essen in der Zuschauergunst vor den Lokalrivalen aus Duisburg schieben. Besonders eine Partie trug zu dieser ausgezeichneten Zuschauerbilanz in Essen bei, nämlich das Heimspiel der SG E/S gegen den 1. FFC Frankfurt. 3.732 Fußballfans, darunter viele Jugendspielerinnen aus der Region, folgten am 20.03.05 dem Ruf der Gastgeber in das Stadion Am Hallo. Auch wenn es dafür nicht den angestrebten in Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde gab, zum Bundesliga-Zuschauerrekord reichte es allemal. Auch auswärts sorgten die Topvereine für den größten Andrang, lediglich Bayern München tanzt dabei aus der Reihe. Auswärts lockt der Vereinsname sicherlich einige Anhänger, während daheim vieles von einem Besuch der Bayern-Mädels abhält. Zum einen tragen sie ihre Spiele meist vor den Toren der Isarmetropole aus und zum anderen konkurrieren die Frauen häufig mit den Bayern-Amateuren, die sonntags in der Regionalliga-Süd der Männer antreten. So sind die Münchner Bayern gleich zweifach das Schlußlicht, mit nur etwa 1.500 Zahlenden in der gesamten Spielzeit und der Saison-Minusmarke am 12.04.05. An diesem Dienstag verfolgte ein harter Kern von offiziell 100 Fans das Dienstagsspiel gegen Turbine Potsdam.

In der Tagespresse scheint die Frauenbundesliga etwas mehr und anhaltendere Berücksichtigung zu finden, wobei die regionalen Unterschiede erheblich sein können. Vor allem die Potsdamer Presse widmet sich stark dem Lokalmatador. Schließlich soll nicht unerwähnt bleiben, daß der Frauenfußball mit der Zeitschrift „FF-Magazin“ und der Zeitung „die elf“ inzwischen gleich zwei Publikationen hat, die regelmäßig vom Bundesligageschehen berichten.

Deutscher Meister wird nur der FFC

Abstellungen für Jugendauswahlteams, Potsdams Teilnahme am UEFA-Cup und die Wetterkapriolen insbesondere Anfang 2005 sorgten für zahlreiche Spielabsagen und –verlegungen. Mit den Gründen und Auswirkungen des Terminchaos wird sich Tom Schlimme nach der EM in einem Artikel ausführlich auseinander setzen. Glücklicherweise wurde die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft davon nicht entscheidend beeinflußt. Der neue Meister ist erneut der 1. FFC – doch diesmal nicht der Potsdamer Titelverteidiger sondern wieder der Spitzenklub aus Frankfurt. Die Vorentscheidung fiel im März als die Mainhessen auch das Rückspiel gegen den Titelträger aus Brandenburg für sich entscheiden konnten und Turbine anschließend auch noch in Duisburg 3 Punkte einbüßte. Da auch Duisburg bereits 6 Verlustpunkte eingefahren hatte, waren die Chancen der Konkurrenten auf die Meisterschaft stark gesunken.

Bundesliga-Zuschauerrekord in Essen bei der Partie gegen den 1. FFC Frankfurt: 3.732 Zuschauer sahen das Spiel, das Frankfurt mit 6:0 gewann

Der 1. FFC Frankfurt zeigte auch weiterhin keine Schwächen und konnte eine Serie von 19 Siegen in Folge hinlegen, ein Rekord seit Einführung der eingleisigen Bundesliga. Bereits drei Spiele vor Ultimo stand der Vorgänger Potsdams auch als dessen Nachfolger fest, konnten die Spielerinnen um Weltfußballerin Birgit Prinz die Meisterschaft feiern. Ein toller Einstand für Frankfurts neuen Trainer Hans-Jürgen Tritschoks, der es immer wieder verstand, sein Kollektiv optimal auf den Gegner einzustellen und auch Nachwuchsspielerinnen in die Mannschaft einzubinden. Bestes Beispiel hierfür ist das achtzehnjährige Talent Meike Weber. Hervorzuheben sind auch Stürmerin Sandra Albertz, die es als „Edeljoker“ zu insgesamt 17 Toren brachte und Nia Künzer, die nach ihrem vierten Kreuzbandriß und gut einjähriger Pause die Rückkehr in das Team schaffte.

Mit Hurra-Fußball erfreute der FCR 2001 Duisburg seine Fans und demoralisierte so manchen Gegner. Das Team des scheidenden


Jubel beim FFC Frankfurt über die fünfte Deutsche Meisterschaft

Bild: Volker Lieberum

Trainers Jürgen Krust war die positive Überraschung der Saison, konnte es doch in das Titelrennen eingreifen und die Serie sogar als Vizemeister abschließen. Die „jungen Wilden“ übertrafen sogar noch die Angriffsfreude der Turbinen und lassen für die kommende Saison einiges erwarten. Hier wie in Potsdam spielten sich einige Nachwuchsspielerinnen in die Nationalmannschaft. So Shelley Thompson, die sich die Torjägerkanone mit respektablen 30 Treffern sicherte ( siehe Interview mit Shelley Thompson). Trotz zwischenzeitlicher Verletzung konnte ihre erfahrene Sturmpartnerin Inka Grings 25 Treffer verbuchen, gefolgt von der Frankfurterin Birgit Prinz (18) sowie den Turbinen Anja Mittag, Conny Pohlers und der schon erwähnten Sandra Albertz mit je 17 Torerfolgen. Die Topteams erzielten nicht nur bei weitem die meisten Tore, sie stellen auch die erfolgreichsten Stürmerinnen.

Vorjahressieger 1. FFC Turbine Potsdam hob sich wohl so manchen Treffer für das internationale Geschäft auf und verspielte dann auch noch so manchen Punkt, als die Titelverteidigung bereits abgeschrieben war. Für Bernd Schröder und seine Frauen ist Rang 3 sicherlich kein optimales, aber dennoch ein achtbares Ergebnis, zumal die Potsdamer den DFB-Pokal zu verteidigen wußten und die deutschen Farben im UEFA-Cup hervorragend vertreten haben! Gleich bei der Premiere auf dem internationalem Parkett konnte Turbine die Trophäe gewinnen. Zur Bundesliga-Rückrunde zusätzlich durch Nationalspielerin Sonja Fuss vom FSV Frankfurt verstärkt, konnte Potsdam mit einer kompletten Deutschen Nationalelf auflaufen. Daß dies nicht häufiger geschah, hatte vor allem zwei Gründe. Zum einen schonte Schröder gelegentlich die eine oder andere Auswahlspielerin für den UEFA-Cup, zum anderen war da ja noch die im Winter verpflichtete Weltklassespielerin Cristiane. Die Brasilianerin war zweifellos der spektakulärste Transfer in die deutsche Bundesliga. Im Gegensatz zu anderen Ligen – vor allem in Schweden und Frankreich - konnte oder wollte die Bundesliga nicht nennenswert vom Ende der amerikanischen Profiliga WUSA profitieren. Sie verzeichnete auch keine Zugänge europäischer Spitzenspielerinnen.

Katharina Grießemer verlässt den "Club mit den zwei Gesichtern", den FC Bayern München, und wechselt zum Hamburger SV

Bild: Volker Lieberum

Zwei Klubs im Niemandsland

Trotz des Punkteabstands zum neuen Meister, zeigten sich Potsdam und Duisburg als nahezu ebenbürtige Kontrahenten. Von ihrem Potential her waren der 1. FFC Frankfurt, der FCR Duisburg und Turbine Potsdam eine Klasse für sich. Mit deutlicher Distanz folgen erst zwei punktgleiche Vereine und dann der große Rest, von dem jeder Verein zumindest zeitweise einmal in Abstiegsgefahr stand. Mit großen Ambitionen und gut verstärkt war der SC 07 Bad Neuenahr in die Saison gestartet. Und obgleich mit Platz 5 das beste Abschneiden in der Vereinsgeschichte verzeichnet werden konnte, war der Erfolg auch mit Enttäuschung verbunden. Denn neben dem Licht, das u.a. auch Newcomer Okoyino da Mbabi erstrahlen ließ, gab es doch zuviel Schatten über die gesamte Spielzeit gesehen. Der Klub ließ Konstanz vermissen, blieb hinter seinen Möglichkeiten zurück und vermochte insbesondere in den Begegnungen mit dem Spitzentrio nicht zu überzeugen. Nationalstürmerin Martina Müller flüchtete bereits zur Winterpause nach Wolfsburg, Übungsleiterin Doreen Meier verkündete schon frühzeitig, ihre Arbeit in der Kurstadt nicht fortsetzen zu wollen. Vielleicht paßt es zu dieser Saison, daß der 4. Rang am letzten Spieltag noch auf Grund des schlechteren Torverhältnisses an den Münchner Konkurrenten verloren ging.

Der FC Bayern München war auch ein Klub mit zwei Gesichtern, einem vorwiegend heiterem in der Hinrunde und einem weniger vorteilhaftem nach der Winterpause. Trotz des Abgangs einiger Leistungsträgerinnen und des verletzungsbedingten Ausfalls von Nina Aigner für 7 Spieltage hatte das Team von Coach Sissy Raith zunächst an die ausgezeichnete Rückrunde der Spielzeit 2003/2004 anknüpfen können. In 2005 konnte die Mannschaft aber unerklärlicherweise ihr Leistungsvermögen nur selten ausschöpfen. Beispielhaft für die Rückrundenschwäche war die 0:4 Heimspielpleite gegen den Vfl Wolfsburg. Doch mit einem kurzen Endspurt, der auch einen Auswärtssieg in Potsdam-Babelsberg beinhaltete, schafften die Bayern-Frauen schließlich noch Rang 4 und – im Gegensatz zu allen nachfolgenden Vereinen – noch eine positive Tordifferenz.

Spannung im Angesicht des Abstiegs

Für den FSV Frankfurt endete die wechselhafte Saison dann doch noch als Drama. Nach einer durchwachsenen Hinrunde dann der erste Donnerschlag als finanzielle und andere vereinsinterne Schwierigkeiten deutlich wurden. Sonja Fuss verließ nach einem halben Jahr wieder den Verein und auch das Herz der Mannschaft, Sandra Smisek wollte schon nach Potsdam wechseln. Ihre Heimatverbundenheit ließ sie im letzten Moment noch einen Rückzieher machen, zum großen Glück für den FSV, dem ansonsten noch mehr Spielerinnen zur Winterpause den Rücken gekehrt hätten. Mit dem neuen Trainer Frank Fahle für das Gespann Schröter/Witzenrath und einem auch verletzungsbedingt bedenklich geschrumpften Kader rutschten die Bornheimer zunächst den Abstiegsgefilden entgegen. In der Not zeigte die Mannschaft dann aber großen Teamgeist und kämpfte sich wieder ins sichere Mittelfeld zurück (Platz 6). Doch obwohl der Traditionsverein nicht abgestiegen ist, wird es diese Mannschaft nächste Saison nicht mehr geben. Die Vereinsführung sah keine Perspektiven mehr für


hochklassigen Frauenfußball am Bornheimer Hang, verpflichtete gegen die Proteste der Mannschaft schon vorzeitig einen neuen Trainer für die kommende Spielzeit und nimmt dafür in Kauf, daß nahezu der gesamte Kader den Verein nun verläßt. Warum die Vereinsbosse des FSV nicht gleich die Abteilung Frauenfußball auflösen, bleibt eines ihrer vielen Geheimnisse.

Beim FSV Frankfurt brach am Ende der Saison das pure Chaos aus, so dass bis auf zwei Spielerinnen alle den Verein verlassen werden. Hier Sandra Smisek, Trainer Frank Fahle, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, Nadine Hagmann und Nina Kirchhain

Bild: Jochen Ditschler

Zur Winterpause schien es schon ziemlich klar zu sein, wer den Gang in die 2. Liga antreten müßte. Doch als die Kellerkinder zum Rückrundenbeginn unvermutet zu Punkten begannen, brachten sie die halbe Liga noch mal in Bedrängnis. Bei Heike Rheine, im Vorjahr noch Tabellendritter, machte sich der Abgang von Torschützenkönigin Kerstin Garefrekes zum 1. FFC Frankfurt bemerkbar. Zudem fiel zwischenzeitlich die verbliebene zweite „Natio-Kerstin“ mit einem Schienbeinbruch aus. Doch obwohl Kerstin Stegemann erstaunlich schnell wieder genesen und an Bord war, kam das Heike-Schiff nicht aus dem Schlingern. Am Rande des Abstiegsstrudels konnte die heimstarke Mannschaft von Trainerin Nicole Werner durch ein starkes Finish letztlich doch vorzeitig Platz 7 und damit den sicheren Hafen erreichen.

Turbulenzen erlebten auch der HSV und der SC Freiburg. Im Breisgau vollzog sich ein Umbruch. Die französische Fraktion hatte sich von vier auf zwei Spielerinnen verkleinert, U19-Weltmeisterin Melanie Behringer debütierte auch bei Tina Theune-Meyer. Andererseits erklärte die erneut stark haltende Torfrau Alexandra Schwald ihren Rücktritt aus der Natio. Während Trainer Thomas Reger freiwillig seine Tätigkeit in Freiburg beendet, dürfte der Abschied von Andrew Pfennig eher im dürftigen Abschneiden der Hamburger begründet sein. Beim Hamburger SV konnte der Wechsel von Nationalspielerin Britta Carlson zu Turbine Potsdam nicht kompensiert werden. Dem Team von Trainer Pfennig, das im Vorjahr noch als Aufsteiger einen beachtenswerten 6. Platz belegt hatte, fehlten die Führungsspielerin wie auch bundesligataugliche Alternativen zu formschwachen Stammspielerinnen. Mit Mühe und Not retteten sich die Hanseaten auf Rang 9 während die Vertretung des SC Freiburg vor dem HSV auf Platz 8 landete.

Starke Aufsteiger

Einen prächtigen Einstieg in ihre erste Bundesligasaison verzeichnete die SG Essen-Schönebeck: Vierter war der Ruhrgebietsverein nach drei Spieltagen. Zwar notierte Essen zur Halbzeit nur noch auf Platz 9, doch bestand anhand der bis dahin gezeigten Leistungen kein Zweifel, daß der Neuling mit seiner treffsicheren Stürmerin Charline Hartmann das Potential besitzt, die Klasse zu halten. Dann aber begann die junge Elf von Trainer Rolf Agolli zu schwächeln und rutschte und fand sich am 17. Spieltag gar auf dem letzten Tabellenplatz wieder.

Einen echten Abstiegskrimi gab es am 19. Spieltag zwischen Essen und Wolfsburg. Essen gewann mit 3:2. Hier schenken sich Corinna Biese (l.) und Charline Hartmann keinen Zentimeter

Bild: Volker Lieberum

Verstärkt mit der reaktivierten Ex-Internationalen Jutta Nardenbach zog sich der Revierklub noch am eigenen Schopf aus dem Schlamassel, mußte aber bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern. Punktgleich mit dem HSV und mit 2 Zählern Abstand auf den ersten Abstiegsplatz erreichte die SG E/S gerade noch das rettende Ufer. Diesen Nichtabstiegsplatz hatten auch der zweite Aufsteiger, der TSV Crailsheim und der VfL Wolfsburg im Visier. Beide Mannschaften hatten sich schon früh in der Saison am Tabellenende eingefunden, ohne den Glauben an sich Selbst zu verlieren. Die Wölfe präsentierten vor dem Rückrundenstart drei gewichtige Zugänge, allen voran Martina Müller und so war klar, daß mit dem Team von Bernd Huneke noch zu rechnen sein würde. Weniger spektakulär gingen die Schwaben in den Kampf um den Klassenerhalt und vermochten sich auch kurzzeitig von einem Abstiegsrang zu verabschieden. Als Potsdam zur vorgezogenen Partie des 22. Spieltages nicht in Bestbesetzung nach Crailsheim reiste, nutzte die Elf von Trainer Wulf Saur die Gunst der Stunde und erkämpfte sich drei Punkte gegen den UEFA-Cup-Finalisten. Letztlich reichte der Schlußspurt der Teams von Crailsheim und Wolfsburg dann doch nicht mehr. Von ihnen müssen wir uns verabschieden.

Abschiednehmen heißt es auch von einigen bekannten Gesichtern der Liga. So beendet Gabi König-Vialkowitsch, Urgestein des FSV und seit Einführung der eingleisigen Bundesliga schon dabei, ihre lange Karriere. Gut 300 Ligaeinsätze sind rekordverdächtig. Auch die Torfrauen Christine Francke (zuletzt 1. FFC Frankfurt) und Claudia von Lanken (HSV) sowie Wolfsburgs "Golden Girl" Claudia Müller hängen ihre Stiefel an den berühmten Nagel.

Eine ereignisreiche Saison hat ihren Abschluß gefunden. Duisburg hat bewiesen, daß die großen Dauerrivalen aus Potsdam und Frankfurt nicht unerreichbar enteilt sind. Die beiden Aufsteiger haben eine gute Figur abgegeben. Sie sind nicht so sang- und klanglos wieder abgestiegen wie Saarbrücken im Jahr zuvor. Gerade in der unteren Tabellenhälfte sind die Leistungsunterschiede nicht allzu groß. Man darf schon gespannt sein auf die nächste Saison. Doch zuvor soll allen Beteiligten erst mal eine erholsame Sommerpause vergönnt sein. Die Europameisterschaft wird aufkommende Entzugserscheinungen sicherlich zu lindern wissen.

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