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1. BundesligaNeue Trainer beim 1. FFC Frankfurt | ||
Text und Bilder von Tom Schlimme19.06.2008 Nach vier äußerst erfolgreichen Jahren, in denen er von seinem Kölner Wohn- und Arbeitsplatz zum Training nach Frankfurt gependelt war, hatte sich FFC-Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks entschieden, als Trainer in Frankfurt aufzuhören. Manager Siegfried Dietrich plant im Zuge der weiteren Professionalisierung des Vereins, zusätzliche Trainingseinheiten einzuführen, und alle Beteiligten sahen die Zeit gekommen, einen hauptamtlichen Trainer zu engagieren. Dieser heißt Günter Wegmann und wurde heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Der 54-jährige Wegmann hat früher selbst gespielt, als Stürmer in der dritten Liga viele Tore geschossen, jedoch nie den Weg in den Profifußball gesucht. Statt dessen machte Wegmann seinen Magister für Sportwissenschaften und Psychologie und startete eine erfolgreiche Trainertätigkeit im Amateurbereich. Dort war er zuletzt hauptverantwortlicher Nachwuchstrainer bei Kickers Offenbach (2. Bundesliga, Männer). Erfahrungen im Frauenfußball sammelte Wegmann in seiner Zeit als Verbandstrainer beim Hessischen Fußballverband, wo er mit seinem Auswahlteam, in dem damals auch Nia Künzer, Saskia Bartusiak, Katrin Kliehm, Anna Marciak, Patrizia Barucha, Jennifer Meier und Ursula Holl spielten, 2001 Länderpokalsieger wurde. ![]() Günter Wegmann freut sich auf seine Aufgabe als Cheftrainer des 1. FFC Frankfurt Aus jener Zeit stammen dann auch die Kontakte zu Spielerinnen, die Wegmann nie ganz abreißen ließ. Ein langer Spaziergang vor vielen Jahren mit Nia Künzer an einem Strand in den USA (Siggi Dietrich hierzu: „da haben Sie mir was voraus!”) war nur eine der Erinnerungen, die Wegmann bis heute mit sich führt und die ihn immer mit dem Frauenfußball verbunden haben. So landete dann sein Name auf einer Liste, die Ronni Boretti, Co-Trainer und sportlicher Koordinator des 1. FFC Frankfurt, in die „Trainerfindungskommission” einbrachte, und beim Hin- und Herwälzen dieser Liste landete er schließlich ganz oben. |
Lachende Gesichter bei der Pressekonferenz des 1. FFC Frankfurt: von links Manager Siegfried Dietrich, der neue Trainer Günter Wegmann, sein neuer Co-Trainer Dirk Schneider und der sportliche Koordinator des 1. FFC, Ronni Boretti | |
Einen neuen Co-Trainer hat Wegmann auch gleich mitgebracht: Dirk Schneider, der zuletzt beim TSV Michelbach in der Männer-Bezirksoberliga tätig war, ist ein langjähriger Weggefährte, mit dem Wegmann gut zusammengearbeitet hat, und den er in Frankfurt an seiner Seite wissen wollte. ![]() Dirk Schneider wird die Aufgabe des Co-Trainers übernehmen
Ronny Boretti bleibt aber sportlicher Koordinator, soll sich um die Umsetzung des sportlichen Gesamtkonzepts im Verein kümmern und darüber hinaus für das individuelle Training einzelner Spielerinnen zur Verfügung stehen.
Während derzeit noch einige Spielerinnen der 1. Mannschaft ganztags einer Arbeit nachgehen, soll Schritt für Schritt daran gearbeitet werden, das 12 - 15 Spielerinnen als Halbprofis bzw. Profis Fußball spielen können. Dazu sollen nach und nach zusätzliche Trainingseinheiten eingeführt werden, ergänzt durch persönliches Training einzelner |
Spielerinnen. Möglichst rechtzeitig zur WM 2011 soll der Kader in seiner Blüte stehen und keine Spielerin mehr enthalten, die „nebenher” rund um die Uhr noch in einem Job eingespannt ist. Die Laufzeit des Vertrages wurde mit einem Jahr festgelegt. Dies ist üblich beim 1. FFC Frankfurt und es war auch im Interesse des neuen Trainers, sich nicht gleich auf eine unüberschaubare Zeit festzulegen. Wenn alles gut läuft, soll der Vertrag dann aber frühzeitig um ein weiteres Jahr verlängert werden. Wegmann hat sich bereits die letzten Heimspiele des FFC im Stadion angesehen. Auf die Frage, ob er dabei einiges gesehen habe, was er ändern wolle, zeigte sich Wegmann souverän und diplomatisch. Es seien höchstens winzige Nuancen, insgesamt habe sein Vorgänger Dr. Hans-Jürgen Tritschoks die Messlatte ganz hoch gelegt, da gebe es gar nichts dran zu deuteln. ![]() Gemeinsam am Ball: Manager Siggi Dietrich, Günter Wegmann, Dirk Schneider und FFC-Vortstandsmitglied Bodo Adler, der bei der Trainerauswahl intensiv beteiligt war So wird nun also mit Günter Wegmann als erstem hauptberuflichem Cheftrainer des 1. FFC Frankfurt, wahrscheinlich damit gleichzeitig auch als erstem hauptberuflichem Vereinstrainer im deutschen Frauenfußball überhaupt, eine neue Ära ihren Anfang nehmen. Damit und mit der zunehmenden Professionalisierung der Spielerinnen dürften die Ansprüche an den Frauenfußball weiter steigen, und da auch die Konkurrenz nicht schlafen wird, dürfen wir uns auf spannende Spielzeiten freuen!
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