Bundesliga Nachholspiel vom 14.Spieltag

Rheine legt Grundstein zum Klassenerhalt

FFC Heike Rheine –SG Essen Schönebeck 2:0 (0:0)

Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel

14.5.2005    Der FFC Heike Rheine hat sich im Abstiegskampf Luft verschafft. Mit einem 2:0 Sieg gegen die SG Essen Schönebeck hat man sich nun vier Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt. Für das Team aus dem Ruhrgebiet heißt es weiterhin um den Klassenerhalt zittern.

Pünktlich um 15 Uhr pfiff Schiedsrichter Martina Storch-Schäfer das Spiel im Jahnstadion an. Beide Mannschaften wussten um ihre Lage und so entwickelte sich auch das Spiel. Nervös, mit Fehlern im Spielaufbau auf beiden Seiten. Nur Dyanne Bito und Kerstin Stegemann schienen ihre Nerven von Anfang an unter Kontrolle zu haben. So hatte Bito schon nach sieben Spielminuten die Führung auf den Fuß, doch scheiterte die schnelle Holländerin an Stefanie Löhr. Drei Minuten später zog Bito den Ball dann vor der herauslaufenden Torhüterin über den Kasten.

Von Essen war in der Anfangsphase im Sturm absolut gar nichts zu sehen. Zwar stand die Defensivabteilung fast perfekt, doch tat sich im Spielaufbau nach vorne äußerst wenig. Nach einer Viertelstunde legte Mirja Kothe den Ball für Melanie Hoffmann auf. Doch die quirlige Mittelfeldspielerin schoss aus 20 Metern am Tor vorbei.

Dann nur noch gähnende Langeweile. Beide Mannschaften taktierten vor sich hin. Sehenswerte Tormöglichkeiten gab es keine. Es war ein sehr schwaches Spiel. Allerdings wollte auch kein Team hier als Verlierer vom Platz gehen. Kerstin Stegemann hatte noch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit eine gute Tormöglichkeit. Doch Steffi Löhr war auf der Hut und fing den Ball sicher. Das positivste an der ersten Halbzeit war nicht das Spiel, sondern die von beiden Fanlagern entfachte tolle Stimmung.

Bei dieser Trainerbank ist es gut, wenn es nicht regnet!

Nach dem Seitenwechsel kam Charline Hartmann für Mirja Kothe. Sie sollte dem Essener Angriffsspiel Leben einhauchen. Doch auch Hartmann konnte nicht überzeugen und war weit von ihrer Leistungsfähigkeit entfernt. Einzig Stephanie Mpalaskas zeigte Offensivfähigkeiten. So hatte die kleine Mittelfeldspielerin nach einer von Petra Unterbrink gut getretenen Ecke die Möglichkeit zur Führung, doch verpasste „Mpi“ den Ball. Heike Rheine stand sicher in der Abwehr, dabei ständig auf Kontermöglichkeiten lauernd. Nach 51 Spielminuten nahm Mpalaskas einen Ball von Sabrina Duhme auf, doch auch dieses Geschoss ging am Tor vorbei. Nach einem Foul an Bito sah Schubert die Gelbe Karte. Der daraus resultierende Freistoss kam gefährlich vor Essens Tor. Doch konnte keine Stürmerin den Ball im Kasten unterbringen.


Eva Hüwe (Nr.20 von Rheine) beim Freistoß

Wieder einmal Mpalaskas mit einem 18m Schuss, jedoch auch wieder übers Tor. Doch Mpalaskas war Schönebecks einzige Offensivantreiberin mit Torgefahr. Bito dann mit einer Riesenchance nach 60. Spielminuten. Herrlich freigespielt von Kerstin Stegemann ein Schuss aufs Tor. Steffi Löhr konnte mit einem Superreflex retten. Für Rheine war diese Möglichkeit nun der Startschuss, in der Offensive doch mehr zu Investieren. Claudia Aelker verpasste nach einer schönen Flanke von Eva Hüwe den Kopfball.

Essens Torhüterin Steffi Löhr (ganz rechts) erwartet einen Eckball von Rheine

Doch dann kam die 71. Spielminute. Iris Flacke setzte sich durch und irgendwie schaffte es dann Claudia Mandrysch, ihrer eigene Torhüterin „wieder“ mal den Ball ins Tor zu legen. Es ist bereits das dritte Eigentor von Mandrysch in dieser Saison. Den Fans von Heike Rheine war es wurscht. Ihr Team führte nun mit 1:0 und das würde drei Punkte bedeuten. Hartmann hatte nach einer Flanke von Jennifer Balkenhol die Ausgleichsmöglichkeit. Doch ging Essens Torjägerin zu unkonzentriert zum Kopfball. Dann Freistoss von Lisbeth Migchelsen in den Strafraum. Steffi Löhr verschätzte sich und Kerstin Stegemann konnte das 2:0 in der 82. Spielminute markieren.

Das war dann auch die endgültige Entscheidung. Heike Rheine zieht sich mit eigener Kraft aus dem Abstiegssumpf. Ein verdienter, aber auch glücklicher Sieg für Nicole Werner’s Team doch das ist den Fans egal. Endlich gab es was zu Feiern. Der Klassenerhalt sollte eigentlich geschafft sein.

Anders sieht es bei dem Gast aus Schönebeck aus. Hier muss man noch gewaltig arbeiten, um den Ligaverbleib zu schaffen. Es müssen drei Punkte aus den nächsten zwei Spielen her. Da nahm man mit Freude den Sieg des FCR Duisburg beim FFC Frankfurt zur Kenntnis. Der FCR wird sich auf jeden Fall gegen den TSV Crailsheim voll reinhängen, um Vize-Meister zu werden. Dieses Versprechen gab es schon in Richtung Schönebeck aus Duisburg.


Pressekonferenz:

Nicole Werner (Heike Rheine):
„Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Man sah heute zwei Mannschaften im Abstiegskampf, da gibt es keine Schönspielerei. Erfreulich ist, dass die Mannschaft das abrufen konnte, wozu Sie in der Lage ist. Das Team war von sich überzeugt. Die Tore sind zugegeben glücklich gefallen.“

Trainer Ralf Agolli (Essen):
„Von zwei schlechten Mannschaften hat das glücklichere Team gewonnen. Sechs bis sieben Spielerinnen wussten anscheinend heute nicht, worum es geht. Es gab keinen Einsatz und keine Leidenschaft, man hat vollkommen unkonzentriert gespielt. Nach der Leistung muss man vorsichtig sein um nicht zu resignieren.“

SGS Manager Willi Wißing erwartet von den Schönebecks Pfingstmontag einen Sieg: Am Montag wird wieder gefeiert. Die Mädels werden schon die wichtigen drei Punkte holen. Da bin ich mir ganz sicher.

FFC Heike Rheine:
Richter, Siegers, Migchelsen, Heuvels (82.Wewer), van den Berg, Flacke (87.Scholz), Bito, Aelker, Stegemann, Hunecke, Hüwe

SG Essen Schönebeck:
Löhr, Chojnacki, Schubert, Duhme (78.Deilmann), Mandrysch, Balkenhol, Nardenbach, Unterbrink (68.Tancyus), Kothe (46.Hartmann), Mpalaskas, Hoffmann

Schiedsrichterin: Martina Storch-Schäfers aus Petersberg
Assistentinnen: Monique Klauss und Corinna Hedt

Tore:
1:0 (71.) Mandrysch-Eigentor
2:0 (84.) Stegemann

Gelbe Karten: Hunecke — Schubert, Chojnacki, Nardenbach

Zuschauer 250

Spielerin des Spiels: Kerstin Stegemann


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