Bundesliga 22. Spieltag

Abschiede in Hamburg - Sekt für Duisburg

Hamburger SV - FCR 2001 Duisburg 0:5 (0:2)

Von Jens (Text) und Beate Wolter (Fotos)

23.05.2005    Duch einen deutlichen und nie gefährdeten Sieg in Hamburg rundete Duisburg seine Vize-Meisterschaft ab. Hamburg hingegen muß sich dringend nach Verstärkungen umsehen, will man in der nächsten Saison Distanz zu den Abstiegsplätzen halten.

Vor Spielbeginn verabschiedete der HSV seine personellen Abgänge. Unter den Klängen von "Time to say goodbye" und unter dem Applaus des Publikums gingen Blumen an die Spielerinnen Sarah Günther (1.FFC Frankfurt), Claudia von Lanken (wird Trainerin der 2. Mannschaft) und Svenja Cohn (Karriereende) sowie Präsente an die ebenfalls ausscheidenden Trainer Andrew Pfennig, Co-Trainer Ismail Yesilyurt, Teammanager Reiner Jordan und Zeugwart Dieter Liebermann.

Wer vielleicht gehofft hatte, Duisburg würde es angesichts der bereits feststehenden Vize-Meisterschaft etwas ruhiger angehen lassen, sah sich schnell getäuscht. Bereits in der 3. Minute strich ein Schuss von Inka Grings nur knapp am langen Eck des HSV-Tores vorbei. Zwei Minuten später konnte HSV-Torfrau Bianca Weech der einschußbereiten Simone Laudehr, deren Deckung von der HSV-Abwehr während des Spieles öfters vernachlässigt wurde, gerade noch den Ball vom Fuß fischen.

Allerdings versteckte sich auch der HSV keineswegs. In der 7. Minute köpfte Tanja Vreden eine Flanke von Katharina Freitag in die Arme von Nicole Südholt. Die 9. Minute brachte dann das 1:0 für Duisburg; die erneut auf halblinks freistehende Simone Laudehr schoss den Ball entgegen der Laufrichtung von Weech in die rechte untere Ecke des HSV-Tores.

Vor dem Spiel wurde Svenja Cohn (Karriereende) verabschiedet. Hier wird sie von Tanja Vreden umarmt

Als dann Grings nur 5 Minuten später eine langgezogene Flanke über die Torhüterin zum 2:0 einköpfte, war die Parie im Grunde schon entschieden. In der 22. Minute (Lattentreffer durch Linda Bresonik) und 27. Minute (Doppelchance durch Laudehr und Shelley Thompson) ergaben sich für Duisburg gute Möglichkeiten, die Torausbeute weiter in Richtung der 100-Treffer-Marke zu verschieben.


Sarah Günther, Tanja Vreden und Patricia Hanebeck (v.l.n.r.)

Dem HSV gelang vor dem Seitenwechsel nur noch eine nennenswerte Gelegenheit, als Aferdita Kameraj einen Schuß knapp über das Duisburger Tor setzte. Die erste Torchance der 2. Hälfte ergab sich dann erneut für den HSV, als Tanja Vreden in der 53. Minute nach einer Einzelleistung gegen zwei Verteidigerinnen den Ball der inzwischen eingewechselten Silke Rottenberg in die Arme schoss.

Sarah Günther wurde mit Blumen zum 1. FFC Frankfurt verabschiedet

Drei Minuten später besiegelte dann das 3:0 durch einen Kopfball von Thompson nach Flanke Bresonik endgültig die 14. Saison-Niederlage des HSV.
Und es sollte aus Sicht der Gastgeberinnen noch schlimmer kommen. Wiederum Shelley Thompson war es vorbehalten, in der 86. Minute nach Vorarbeit der eingewechselten Fatmire Bajramaj das 4:0 und in der 90. Minute nach Abwehrfehler auch noch das 5:0 zu erzielen und sich mit insgesamt 30 erzielten Treffern den Titel der Torschützenkönigin zu sichern. Den glatten Hattrick von Thompson hätte nur Tanja Vreden durchbrechen können, als sie in der 76. Minute den Ball an Silke Rottenberg, aber auch am Duisburger Tor vorbeihob.

Ansonsten fehlte es der HSV-Offensive trotz erkennbaren Bemühens an Durchschlagskraft, wofür auch insgesamt 8 Saisonspiele ohne Treffer und 8 weitere Partien mit nur einem


erzielten Tor ein deutliches Zeugnis abgeben.

Die Duisburgerinnen und ihr zahlreicher Anhang feierten den gelungenen Saisonabschluß nach dem Abpfiff jedenfalls mit einer zünftigen Sektdusche.

Blumen gab es auch für die langjährige Torhüterin Claudia von Lanken. Sie bleibt dem HSV allerdings als Trainerin der 2. Mannschaft erhalten

Hamburger SV

Weech, Gärtner, Freitag (75.Weigel), Engel, Kameraj, Vreden, Saländer (86.Steckel), Wilmes, Günther, Cohn, Schubert (75.Rohrberg) FCR 2001 Duisburg

Südholt (46. Rottenberg), van Bonn, Krahn, Hauser, Wilder, Thompson, Grings, Hanebeck (76.Islacker), Bresonik, Laudehr, Hauer (72.Bajramaj)

Tore:

0:1 (10.) Laudehr
0:2 (14.) Grings
0:3 (56.) Thompson
0:4 (86.) Thompson
0:5 (90.) Thompson

Schiedsrichterin: Schneider (Edelsfeld)

Karten: keine

Zuschauer: 380


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