Bundesliga 22.Spieltag

Jedem eine Halbzeit

FSV Frankfurt - FFC Heike Rheine 2:2 (2:0)

Text und Bilder von Tom Schlimme

23.5.2005    Im letzten Spiel der Saison ging es für beide Vereine um nichts mehr, doch weder das Team des FSV Frankfurt noch das von Heike Rheine war gewillt, deswegen Geschenke zu verteilen. Auf beiden Seiten wurde mit vollem Einsatz gefightet, wobei die erste Halbzeit ganz klar an den FSV ging, die zweite jedoch Rheine gehörte.

Die Spielerinnen des FSV Frankfurt, die bis auf zwei Ausnahmen den Verein verlassen werden, wollten noch einmal beweisen, wie gut es mit dem FSV hätte weitergehen können, wenn diese Mannschaft hätte zusammenbleiben können. So legten sie los wie die Feuerwehr, und zwangen die Spielerinnen von Heike Rheine immer wieder zu Fehlern. Schon nach vier Minuten luchste FSV-Stürmerin Patrizia Barucha der gewöhnlich sehr sicheren Rheine Abwehrchefin Lisbeth Migchelsen am Strafraum von Rheine den Ball ab, schoss dann aber vorbei.

Claudia Aelker (links) und Patrizia Barucha beim Anblick eines auf sie zurasenden Ufos

Nach einigen weiteren Chancen für den FSV setzte sich auch einmal Rheines Marieke Ran gegen zwei FSV-Abwehrspielerinnen links durch, doch der Winkel wurde zu spitz und FSV-Torfrau Uschi Holl hielt. Insgesamt war der FSV aber deutlich überlegen zu diesem Zeitpunkt, und so entsprach es auch dem Spielverlauf, als Annika Stunz nach 15 Minuten das 1:0 markieren konnte. Sandra Smisek hatte von der Strafraumgrenze einen eigentlich haltbaren Flachschuss abgezogen, Rheines Torfrau Nadine Richter machte sich lang, konnte den Ball aber nur zur freistehenden Stunz abklatschen, die keine Mühe hatte, den Treffer zu erzielen.

Auch nach dem Führungstor blieb der FSV überlegen und kam dann auch zum zweiten Treffer durch einen Fernschuss von Saskia Bartusiak, der genau in den Winkel passte, allerdings sah Richter hier genau wie beim ersten Tor nicht allzu gut aus.

Torschützin Saskia Bartusiak (vorne) und Nina Kirchhain freuen sich über das 2:0


Lisbeth Migchelsen beim Elfmeter, den sie für Rheine sicher zum 2:1 Anschlusstreffer verwandelte

Es war auffällig in der ersten Halbzeit, wie sich die FSV-Spielerinnen immer wieder gegenseitig anfeuerten. Da war ein unglaublicher Einsatzwille zu spüren. Die Spielerinnen von Rheine standen in dieser Phase meist zu weit weg und waren häufig einen Schritt zu spät, so dass der 2:0 Pausenstand völlig gerecht war.

Die zweite Halbzeit gehörte dann jedoch dem Team aus Rheine, wie auch beide Trainer später bei der Presskonferenz feststellten. Es ging nach dem Pausenpfiff noch einigermaßen ausgeglichen los, doch der FSV war dadurch gehandicapt, dass Annika Stunz sich in der ersten Hälfte verletzt hatte, nach kurzer Behandlungspause humpelnd weiterspielte, jedoch mit laufender Spielzeit immer mehr abbaute. Der FSV war aber mit dem letzten Aufgebot angetreten, und Trainer Frank Fahle erklärte hinterher auf der Pressekonferenz, dass er niemanden einwechseln konnte, weil niemand auf der Bank wirklich fit war.

Die beiden Nationalspielerinnen auf jeder Seite: Rheines Kerstin Stegemann (links) und Sandra Smisek vom FSV

In der 55. Minute ging es noch mal gut für den FSV, als Ran urplötzlich allein vor Holl auftauchte, jedoch noch rechtzeitg von Nadine Hagmann gestört werden konnte und Holl nur anschoss. Doch dann wechselte Rheines Trainerin Nicole Werner Jennifer Holtgräfe ein, die nun als frische Kraft gegen die humpelnde Stunz leichtes Spiel hatte. Das brachte Rheine ein Übergewicht auf der rechten Seite, dem der FSV nichts entgegenzusetzen hatte.

Silke Vandenberg am Ball gegen Nadine Hagmann (links) und Patrizia Barucha (vorne)

Die Chancen für Rheine häuften sich, und in der 77. Minute gab es dann Elfmeter für ein Handspiel von


Gaby König-Vialkowitsch, die ansonsten ein gutes Abschiedsspiel (Trotz Recherche weiß sie nicht, ob es ihr 300. oder sogar ihr 301. Spiel ist, auf jeden Fall aber Bundesligarekord) für den FSV absolvierte. Migchelsen ließ Holl mit einem knallharten Schuss keine Chance. Nur eine Minute später spekulierte die FSV Abwehr wohl auf Abseits, Kerstin Stegemann und Dyanne Bito gleich zu zweit alleine vor Holl, Stegemann zu Bito, 2:2. In nur einer Minute hatte sich der FSV um den Lohn der starken ersten Halbzeit gebracht. Allerdings geht das Unentschieden aufgrund der starken Leistung von Rheine in der zweiten Hälfte insgesamt in Ordnung.

Ihre Einwechselung brachte frischen Schwung für Rheine und letztlich den Punktgewinn: Jennifer Holtgräfe

FSV Frankfurt:

Holl, Soyah, Kirchhain, Smisek, König-Vialkowitsch, Bartusiak, Hagmann, Stunz, Koch Taubert, Barucha

FFC Heike Rheine:

Richter, Aelker, Hunecke, Migchelsen, Heuwels (60. Holtgräve), Stegemann, van den Berg, Ran, Scholz (60. Reinecke), Hüwe, Bito

Tore:
1:0 Stunz (15.)
2:0 Bartusiak (32.)
2:1 Migchelsen (76., Handelfmeter)
2:2 Bito (77.)

Schiedsrichterin: Miriam Dräger (Mainz)

Zuschauer: 150


 FSV vor dem Zusammenbruch?

Bericht und Kommentar zur Pressekonferenz nach dem Spiel und der Situation des FSV Frankfurt


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