Bundesliga 21.Spieltag

Klassenerhalt!

SC Freiburg - Hamburger SV 5:1 (2:0)

Von Johannes Huber

17.5.2005    Die Ausgangslage an diesem vorletzten Spieltag der 1. Frauenbundesliga war für den Sportclub Freiburg klar: ein Sieg entledigte sie ohne weitere Rechnerei aller Abstiegssorgen. Der Trainer, Thomas Reger, der nach dem Spiel bekundete die ganze Woche "nicht über Taktik" gesprochen zu haben, wurde vor dem Spiel verabschiedet, er verlässt den Verein nach zwei Jahren erfolgreicher Arbeit.

Es sollte eines der besten Spiele der Saison des SC werden, was wohl auch einem Traumstart geschuldet war. Bereits in der zweiten Spielminute flankte Alena Thom so scharf vors Tor des HSV, dass Karine Levy den Ball nur noch ins Tor stochern musste: 1:0. In der Folge dominierte der SC in allen Belangen das Spiel und kam zu zahlreichen Chancen: in der 12. Spielminute köpft Thom den Ball knapp über die Querlatte, drei Minuten später setzt Bornschein einen Schuss um Zentimeter am Pfosten vorbei (Kategorie "muss man machen"); weitere fünf Minuten später trifft Melanie Behringer nach einem Sololauf den Pfosten.

Leider nur Abseits...

Bild: Peter Langer

In der 20. Spielminute landet der Ball erneut im Tor des HSV, aber das souverän leitende Schiedsrichterinnengespann entscheidet zu recht auf Abseits. Die folgenden zehn Minuten wurden etwas ruhiger, bis Behringer auf der angestammten rechten Position den Ball wunderbar vor das Tor flankt und Valerie Maillard zum 2:0 verwandelt (32.). Fünf Minuten später war es erneut Behringer, die mit einem Solo von der Mittellinie weg, alleine auf die HSV-Torhüterin Bianca Weech zulief, dieser aber nur den Ball in die Armee schießen konnte. In den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit versuchte der HSV das Spiel an sich zu reißen, was zwar deutlich zu spüren war, indes nichts zählbares einbrachte.

Die zweite Halbzeit begann behäbiger, und blieb bis zur 63. Minute ereignisarm.


Die Zweikämpfe wurden angenommen: Die Hamburgerin Janina Haye und Nicole Söder vom SCF.

Bild: Peter Langer

Kerstin Boschert patzt bei der Ballannahme an der Strafraumgrenze, doch der HSV kann die Gelegenheit nicht nutzen und schießt am Tor vorbei. Fünf Minuten später gelingt dem SC ein wunderschöner Spielzug: Behringer erkämpft sich am eigenen Strafraum den Ball, geht damit ein paar Schritte, passt auf die rechts postierte Levy, diese flankt auf die in die Mitte mitgelaufene Behringer, die den Ball direkt auf die besser postierte Thom abspielt, die nur noch einschieben muss, was sie auch tut. 3:0 - der Klassenerhalt war damit gesichert, es kam die Kür: In der 75. Minute scheitern Thom und Levy an Weech, die den Ball jeweils abprallen lassen kann, die Chance zum Nachschuss nutzt Valerie Maillard zwar, kann den Ball aber nur knapp übers Tor befördern. In der 83. Spielminute Doppelpass zwischen Levy und der zwischenzeitlich eingewechselten Ines Österle, Levy verwandelt zum 4:0. Die Konzentration beim SC lies etwas nach und so kam Tanja Vreden quasi aus dem Nichts zum 4:1 Ehrentreffer. Doch das sollte es nicht gewesen sein, noch in der 90. Spielminute lupft Christine Kaltenbach den Ball knapp über die Latte, nach dem fälligen kurz ausgeführten Torabschlag tippt Carmen Höfflin den Ball Richtung HSV-Tor, Weech war wohl schon in der Kabine und das Tornetz im Sexauer Bergmattenhofstadion zappelte ein letztes mal in dieser Saison.

Der Gästetrainer Andrew Pfennig sprach im Anschluss von einem "rabenschwarzen Tag" den seine Mannschaft heute erwischt hatte, und davon, dass die Niederlage höher hätte ausfallen können. Aber auch der HSV wird in der nächsten Saison dank der Ergebnisse auf den anderen Plätzen erstklassig sein.


In Freiburg ist erstklassiger Fußball in der kommenden Saison weiblich!

Nach dem Spiel gab es für alle Spielerinnen ein Blumensträußchen. Hier Kerstin Boschert mit dem treuen Fan, dem "vierschwänzigen Klausimausi"

Bild: Johannes Huber

SC Freiburg:

Schwald, Boschert, Söder, Kury (43. Kaltenbach), Maillard (78. Österle), Behringer, Bornschein, Stegmann, Schneider, Levy (85. Höfflin), Thom

Hamburger SV:

Weech, Cohn, Gärtner, Kameraj (77. Freitag), Haye, Engel, Günther, Saländer, Schubert (31. Wilmes), Vreden, Patzke (77. Weigel)

Schiedsrichterinnen: Christine Beck, Anita Cohan, Maike Fricke

Tore:
1:0 Thom (2.)
2:0 Maillard (33.)
3:0 Thom (66.)
4:0 Levy (83.)
4:1 Vreden
(85.)
5:1 Höfflin (90.)

Gelbe Karten: Maillard - Saländer

Zuschauer: 300


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