Bundesliga 14.Spieltag

Wahrscheinlich ist in der Bundesliga nur noch der zweite Platz möglich

1.FFC Frankfurt - 1.FFC Turbine Potsdam 2:1 (0:1)

Von Lutz Noeske

7.3.2005    Vorweg : Irgendwann musste auch mal eine Niederlage kommen. Aber, dass das ausgerechnet beim „Erzfeind“ passiert, ist natürlich bitter.

Mir ist unverständlich, dass im Umfeld von Turbine vor dem Spiel die Meinung zu hören war, der Pokal und UEFA-Cup sind wichtiger. Nur der Deutsche Meistertitel garantiert sicher eine Teilnahme am internationalen Spielbetrieb. Aber ich kann schon verstehen, dass durch eine Endspielteilnahme und einen eventuellen Sieg für Frauenfußball-Verhältnisse viel Geld und bundesweite Medienpräsenz zu erlangen sind. Die frühe Abfahrtzeit gegen 3:15 Uhr war ich ja schon vom letzten Auswärtstrip gewöhnt und stellte für mich kein Problem dar. Beim ersten Halt hoffte ich ein paar Bilder von der Formel 1 zu erhaschen, aber in der Raststätte zeigte der Fernseher eine der üblichen RTL-Werbeunter- brechungen... Dafür erlebte ich während der zweiten Pause eine

Beide Seiten mit vollem Einsatz: links Viola Odebrecht, rechts Renate Lingor

Bild: Jochen Ditschler

Überraschung. Hier befanden wir uns schon in Hessen und die in dieser Raststätte übertragenen Radio-Nachrichten meldeten den 6:1-Sieg von Duisburg gegen FSV Frankfurt. So etwas ist in Berlin und Brandenburg undenkbar. Das zeigt den Stellenwert des Frauenfußballs in den einzelnen Bundesländern. Der diesmal vom Fanclub Turbine Adler organisierte Bus fand auf der gesamten Strecke gute Bedingungen vor, weshalb wir bereits gegen 9:45 Uhr unser Ziel erreicht hatten. Da blieb genügend Zeit für Programm- Fassen, Wurst- Essen und andere wichtige Sachen.

Wie zu erwarten, wurde Birgit Prinz bei jeder Aktion ausgepfiffen, ihre Aktion in Bonn haben die Turbine-Fans noch nicht vergessen. Außerdem gab es ein Sympathie-Plakat für Piwi. Das Spiel verlief und endete so, wie es in vielen Prognosen vorhergesagt wurde. Es siegte nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft. Gerecht wäre ein Unentschieden gewesen, was Potsdam aber auch nicht weiter geholfen hätte. Der erste Aufreger war eine Handy-Meldung, dass Brauweiler bei Turbine II einen Elfmeter versäbelt hat. Dann kam kurz darauf das Führungstor von Piwi, die wieder Unmenschliches


Von links: Die zweifache Torschützin Sandra Albertz, Viola Odebrecht, Navina Omilade und verdeckt Louise Hansen

Bild: Jochen Ditschler

geleistet hat. Da war unsere Welt noch in Ordnung und der auf unserer Seite sehr schwer zu verstehende Rolf Töpperwien vom ZDF als Stadionsprecher ruhig gestellt. Leider führten dieses Mal Abwehrschnitzer zum Frankfurter 2:1 Sieg. Wenn Piwi ihre Riesenchance genutzt hätte, wäre Frankfurt erledigt gewesen. Aber so kam es nicht. Für mich war es ein etwas seltsames Spiel. Immer wenn man nicht damit gerechnet hatte, fielen die Tore. Potsdam war nicht unbedingt so gut, dass die Halbzeit- Führung verdient war und auch Frankfurt spielte in der zweiten Halbzeit nicht so überlegen, als dass die Tore zwangsläufig fallen mussten.

Mußte mit blutender Nase ausgewechselt werden: Anja Mittag

Bild: Tom Schlimme

Ich bin zwar auch optimistisch, kann aber die Meinung einiger mitgereister Fans nicht teilen, dass Frankfurt noch Punkte liegen lässt. Dazu sind die anderen Mannschaften außer Duisburg zu schwach. Ich stimme daher Bernd Schröder zu, der Frankfurt zur Meisterschaft gratuliert hat, auch wenn rechnerisch noch etwas


möglich ist. Da man als Fan nicht nur feiern kann, muss man Turbine auch in „schwereren“ Zeiten unterstützen. Deshalb wurden schon die Auswärtsfahrten nach Duisburg und Wolfsburg geplant.

Aufstellung:

1.FFC Frankfurt:

Wissink, Jones, T.Wunderlich, Kliehm, Affeld, Hansen, P.Wunderlich, Weber (46.Albertz), Lingor, Garefrekes, Prinz

1.FFC Turbine Potsdam:

Angerer, Fuss, Carlson, Becher, Zietz, Hingst, Omilade, Odebrecht, Wimbersky, Mittag (66. Cristiane), Pohlers

Tore:

0:1 Wimbersky 34.
1:1 Albertz 62.
2:1 Albertz 86.

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover)

Zuschauer: 1650

gelbe Karten: Fuss, Lingor


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