Bundesliga 20.Spieltag

FCR nach 3:0 wieder mit Chancen auf die Vizemeisterschaft

FCR Duisburg -SC Freiburg 3:0 (1:0)

Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel

8.5.2005    Der FCR Duisburg hat nach dem 3:0 Erfolg über den SC Freiburg wieder alle Trümpfe im Duell mit Turbine Potsdam um Platz Zwei in der Hand, denn Potsdam strauchelte beim FSV Frankfurt mit einem 0:0. Nun kommt es für den Ruhrgebietsclub beim FFC Frankfurt am kommenden Samstag zu einem Endspiel um die Vize Meisterschaft.

Doch auch im PCC Stadion musste man lange zittern, um die drei Punkte auf der Habenseite verbuchen zu können. Musste man im Hinspiel sich doch mit einem 0:0 begnügen, weil der Breisgauer Abwehrriegel sämtlichen Attacken des FCR Top-Sturms standhielt. So war den Zuschauern auch diesmal klar, dass der SC Freiburg hier keinen Zentimeter Rasen verschenken würde. Eine Viertelstunde vor dem Spiel kam dann noch ein Platzregen vom Himmel. Das machte den Rasen dann auch noch sehr glitschig. Aprilwetter im Mai.

Freiburgs Torfrau Alisa Vetterlein (oben) und Duisburgs Simone Laudehr

Der SC Freiburg musste auf Stammtorhüterin Alexandra Schwald verzichten. Leider leidet die Keeperin immer noch an der Schulterverletzung aus dem FSV Frankfurt Spiel. Beim FCR Duisburg gönnte Trainer Jürgen Krust seiner etatmassigen Nummer Eins Silke Rottenberg auch mal eine Pause. Rottenberg nahm auf der Bank Platz. Schmerzlicher dagegen ist das Fehlen von Mittelfeldmotor Linda Bresonik. Sie fehlt aus persönlichen Gründen dem FCR bis zum Saisonende.
Der FCR fing dann auch sofort munter an, die Bälle in die Spitzen zu verteilen. So rutschten Hanebeck und Bajramaj beide an einer Anne van Bonn Flanke in der ersten Spielminute vorbei.
Der SC Freiburg versuchte, sich nicht nur nach hinten zu orientieren. Allerdings erspielte man sich auch kaum Torchancen. Die Duisburger Abwehr stand das ganze Spiel hinweg sehr sicher.
Innerhalb von fünf Minuten dann drei Großchancen für den FCR. Doch zweimal Grings und auch Thompson konnten den Ball nicht im Kasten unterbringen. Alisa Vetterlein machte ein tolles Spiel. Man merkte den Schwald-Ausfall absolut nicht. Die Torhüterin aus dem Breisgau hielt prima und zeigte ein sehr gutes Stellungsspiel.

Nach 17. Spielminuten dann ein heftiger Hagelschauer im PCC Stadion. Schiedsrichterin Silke Janssen brach die Partie für vier Minuten ab, eine richtige Entscheidung.
Der Abbruch selbst tat dem SC Freiburg nicht ganz so gut. So


Ein etwas ungewöhnlicher Blick durch die Maschen des Netzes!

rollte nach dem Wiederanpfiff die Duisburger Angriffswelle. Einen knallharten Direktschuss von Shelley Thompson konnte Vetterlein ohne Mühe halten. Doch in der 23. Spielminute schoss Inka Grings aus 16m Entfernung den Ball ins Tor. Mit diesem Tor schien auch wieder die Sonne im PCC Stadion. Anne van Bonn knallte zwei Minuten später den Ball vors Freiburger Gehäuse. Grings sprang hoch um die Torhüterin zu irritieren, doch Vetterlein ließ sich nicht beirren.
Dann versuchte es Inka Grings fast von der Eckfahne stehend mit einem Torschuss. Der Ball knallte an den Außenpfosten, das wäre ein Tor des Monats geworden. In der 35. Spielminute dann die Möglichkeit für Freiburg zum Ausgleich, doch Melanie Behringer zog den Ball am Tor vorbei. Wieder einmal eine Anne van Bonn Flanke im Strafraum, doch Thompson köpfte den Ball übers Tor. Halbzeit dann im PCC Stadion. Mit einer verdienten, aber zu niedrigen Führung gingen die Spielerinnen des FCR in die Pause.

Die zweite Halbzeit dasselbe Bild. Der FCR wieder im Vorwärtsgang. Die Breisgauer gut stehend gestaffelt in der Abwehr. Allerdings spielte der FCR sehr umständlich. Die Angriffe wurden gerade bis zur 60. Spielminute zu nervös nach Vorne getragen. Allein Inka Grings hätte in der 52. Spielminute alles klar machen können. Ein Kopfball verfehlte aber knapp das Tor. In der 62. Spielminute stand dann Thompson allein vor Vetterlein, doch die Torjägerin überlegte einen Moment zu lang, und schoss vorbei.
Dann kam das listige Händchen von Trainer Jürgen Krust. In der 69. Spielminute brachte er Christa Schäpertöns für Simone Laudehr. Schäpertöns zeigte sich sehr engagiert. Sie rackerte um jeden Ball. So sah Schäpertöns auch in der 75. Spielminute Inka Grings im Strafraum freistehen. Ein Pass und Grings knallte den Ball zum 2:0 ins Tor. Das war dann die Entscheidung für die Heimmannschaft.

Sandra Schneider hatte dann die Möglichkeit zu verkürzen. Nach einem herrlichen Kombinationsspiel mit Behringer und Levy traf sie das Tor aber nicht. In der 84. Spielminute ein Eckball für den FCR. Im Gewühl verpasst Schäpertöns das 3:0. Das allerdings schenkte die blonde Stürmerin dann Shelley Thompson. Patricia Hanebeck legte den Ball auf Schäpertöns. Ein uneigennütziges Abspiel auf Thompson und es stand 3:0 für Duisburg.

Im dicken Regenschauer dann der Abpfiff von Silke Janssen. Die Schiedsrichterin zeigte übrigens eine souveräne Leistung, da gab es absolut gar nichts zu


bemängeln.
Die Duisburgs Offensivabteilung spielt nun auch die Torjägerkrone endgültig unter sich aus. Shelley Thompson hat noch mit 25 Treffern die Nase vor Inka Grings mit 22 Toren. Im Sturm gibt es in Deutschland momentan nichts Besseres.

In der Pressekonferenz sagte Freiburgs Trainer Reger:

„Es war gerade für die Moral wichtig, nicht hoch zu verlieren. Der Sieg des FCR war verdient. Mit etwas Glück hätte man hier einen Treffer erzielen können. Wir sind zufrieden.“

Trainer Jürgen Krust wollte das Hinspielergebnis korrigieren. Man habe bei diesem Spiel Kreisklasse bis Spitzenfußball gesehen. In Anspielung auf die defensiv eingestellten Freiburger gab es ein Assauerzitat: Schweinespiele musst Du gewinnen !! Seine Mannschaft sei mit dem Spiel nicht zufrieden. Man sähe auch, dass eine Linda Bresonik nicht so ohne weiteres zu ersetzen sei. Nun könne man in Frankfurt locker aufspielen, da hätte man nichts zu verlieren.

Gute Nachricht für Duisburg-Fans, die bei der Pressekonferenz bekannt gegeben wurde: Nationaltorhüterin Silke Rottenberg hat ihren Vertrag für ein weiteres Jahr verlängert!

FCR Duisburg :

Südholt
van Bonn, Krahn, Wilder, Thompson, Grings, Hanebeck, Laudehr (69.Schäpertöns), Hauer, Bajramaj, Hauser

Trainer: Jürgen Krust

SC Freiburg:

Vetterlein
Boschert,(64.Österle), Söder, Kury, Maillard (73.Kaltenbach), Behringer, Bornschein, Stegmann, Schneider, levy, Thom

Trainer: Thomas Reger

Schiedsrichterin : Silke Janssen (Emden)

Assistentinnen: Marina Wozniak und Sven Intveen

Tore:
1:0 (23.) Grings
2:0 (75.) Grings
3:0 (86.) Thompson

Gelbe Karte: Kury

Zuschauer 605

Spielerin des Spiel: Christa Schäpertöns


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