Bundesliga 15.Spieltag

Frankfurt souverän

SG Essen Schönebeck – 1. FFC Frankfurt 0:6 (0:1)

Von Heinz Günter Sporkel

20.3.2005    Rekordkulisse "Am Hallo": 3732 Zuschauer wollten das Spiel der Schönebecks gegen FFC Frankfurt sehen.

Essens Manager Willy Wissing hatte im Vorfeld Einladungen zu vielen Mädchenmannschaften aus ganz Deutschland verschickt. Sogar eine Mädchenmannschaft aus England hatte sich für das Spiel angesagt. Es bleibt abzuwarten, ob die SGS damit ins Guinness Buch der Rekorde kommt (in der Rubrik meiste Mädchenmannschaften bei einem Fussballspiel).

Klasse Bedingungen fanden die zahlreichen Zuschauer und auch die Spielerinnen vor. Herrliches Wetter, Sonnenschein, wofür man ja als Frauenfußball-Fan nach den letzten Wochen sehr dankbar ist, und ein gut gepflegter Rasen.

vl.: Tina Wunderlich, Charline Hartmann, Louise Hansen, Renate Lingor, ganz rechts Schiedsrichterin Miriam Dräger

Bild: Volker Lieberum

Der FFC Frankfurt spielte ohne Meike Weber (Hessenauswahl), Steffi Jones und Pia Wunderlich (Länderspielblessuren). Dafür kam aber nach durch ihren vierten Kreuzbandriss bedingter 15-monatiger Pause Golden Girl Nia Künzer zu ihrem ersten Einsatz, der gleich über die vollen 90 Minuten ging. Nia Künzer zeigte eine gute Leistung in der Abwehr und sorgte mit zwei Kopfbällen bereits wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Die SGS ohne Petra Unterbrink (erkrankt), Carola Winter, Karina Hellmann (U 18 Länderpokal) und Katrin Lange (Ausbildung).

Der FFC setzte Essen von Anfang an unter Druck. Man war vorgewarnt vom Pokalspiel im Dezember, als Essen die Frankfurterinnen nach torlosen 90 Minuten in die Verlängerung gezwungen hatte. Birgit Prinz hätte schon nach 6 Minuten den FFC in Führung bringen können, doch die Torjägerin scheiterte an Steffi Löhr.

Immer wieder geriet der Ruhrpott Verein unter Druck, doch die Abwehr um Steffi Schubert war in der ersten Halbzeit bestens organisiert. Barbara Müller sorgte mit einen schönen Weitschuss aus 26 Meter den Ball knapp übers Frankfurter Tor wenigstens für etwas Gefahr.

Kerstin Garefrekes und Birgit Prinz waren immer brandgefährlich und in ihrer Spielfreude kaum zu bremsen. In der ersten Halbzeit dominierten zwar die Defensivkünstler beider Teams das Spiel, doch in der 34. Spielminute war es soweit, das Torphantom aus Frankfurt - Birgit Prinz - überwand mit einem flachen Traumschuss ins linke Eck Steffi Löhr zum 1:0. Danach kam Mira Krummenauer für die verletzte


Nia Künzer wieder am Ball (vl.: Nadia Gäggeler, Claudia Mandrysch, Nia Künzer, Judith Affeld

Bild: Volker Lieberum

Katrin Kliehm ins Spiel. Ein Weitschuss von Louise Hansen kurz vor der Pause knallte am Tor vorbei. Stephanie Mpalaskas zeigte in der ersten Halbzeit, warum man die Spielerin vom FCR Duisburg nach Essen geholt hatte, sie war immer wieder bemüht das Spiel nach vorne zu treiben und somit in der ersten Halbzeit die beste Schönebeckerin auf dem Platz.

In der 51.Spielminute kehrte auch bei der Truppe um Ralf Agolli eine langzeitverletzte Spielerin zurück. Sandra Deilmann – ebenfalls von einem Kreuzbandriss genesen - kam zum Einsatz und konnte vereinzelt Impulse setzen.
Frankfurt spielte jedoch "meisterlich" auf und bot den Zuschauern Fußball vom Allerfeinsten. Eine Unsicherheit in der Abwehr nutzte Renate Lingor in der 56.Spielminute zum 2:0.

Artistisch am Ball: Kerstin Garefrekes, die ein Tor schoss. Rechts Mirja Kothe

Bild: Volker Lieberum

Es gab nun Einbahnstraßenfußball Richtung Essener Tor. Nach einer Ecke erzielte Kerstin Garefrekes das 3:0 nach einer Stunde. Birgit Prinz sorgte mit einer direkten Ecke und einem Freistoss für Gefahr am Schönebecktor. In der 76. und 77. Spielminute dann ein Doppelschlag: Sandra Albertz (Kopfball) und Birgit Prinz sorgten für klare Verhältnisse. Das 6:0 durch Sandra Albertz in der 81. Minute setzte den Schlusspunkt.

Schiedsrichterin Miriam Dräger leitete souverän und ohne Fehler das Spiel - Kompliment !

Frankfurt zeigte sich eines kommenden deutschen Meisters besonders in der zweiten Spielhälfte würdig. Essen konnte in der ersten Halbzeit noch sehr gut dagegenhalten, doch war danach die Luft beim Aufsteiger raus. Bedingt durch andauernde Spiel- und Trainingsausfälle (nur ein


Freundschaftsspiel 2005) fehlte noch die Spielpraxis bei Schönebeck. Da war der FFC Frankfurt dem Gegner einen Schritt voraus und gewann verdient vor der Rekordkulisse.

Bei der Pressekonferenz lobte Frankfurts Trainer Dr. Jürgen Tritschoks die tolle und sportliche Atmosphäre "Am Hallo". "Es hat Spaß gemacht, hier heute zu spielen!" Die Mannschaftsleistung seines Teams würdigte der gutgelaunte Coach aus Mainhattan besonders. Meisterschaftsglück- wünsche wollte er aber noch nicht annehmen.

Für Essens Trainer Ralf Agolli kam der FFC nach den Spielausfällen als Gegner noch zu früh. Es fehlt noch der Rhythmus, weil man keine gute Vorbereitung wegen des andauernden schlechten Wetters hatte. Die Punkte müsse das Team gegen Mannschaften, die sich auf "Augenhöhe" befinden, machen.

SG Essen Schönebeck:

Löhr, Chojnacki, Schubert, Mandrysch, Nardenbach, Müller (51.Deilmann), Balkenhol, Arndt, Mpalaskas (83.Gäggeler), Hartmann, Kothe (86.Tancyus)

1. FFC Frankfurt:

Wissink, Hansen, Künzer, T.Wunderlich, Prinz, Lingor, Kliehm (35.Krummenauer), Zerbe, Affeld, Garefrekes, Albertz

Tore:
0:1 Prinz(34.)
0:2 Lingor(56.)
0:3 Garefrekes (60.)
0:4 Albertz (76.)
0:5 Prinz (77.)
0:6 Albertz (81.)

Schiedsrichterin: Miriam Dräger (Kim Sulzbach)

Assistentinnen: Christina Söder, Marina Wozniak

Gelbe Karten: Schubert, Kothe – Künzer

Zuschauer: 3732


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