Bundesliga Nachholspiel vom 8.Spieltag

Mäßiges Spiel, verdienter Sieger

FCR Duisburg - 1.FFC Frankfurt 1:3 (0:0)

Von Matthias Rotsch

17.2.2005   

Schon die Anfahrt nach Duisburg war ein Wechselbad der Gefühle. Sturm in Nürnberg, strahlend blauer Himmer in Frankfurt, Hagel und Schnee in Köln, und in Duisburg von allem ein wenig. So war man doch erleichtert, daß die Duisburger ihren Platz einigermaßen bespielbar herrichten konnten, und die Partie auch tatsächlich angepfiffen wurde. Dem Spitzenspiel angemessen waren die Platzverhältnisse wahrlich nicht, aber angesichts der Witterung mußte man für das gebotene dankbar sein – darum ein dickes Kompliment an den Platzwart!

In der ersten Halbzeit befanden sich einige Spielerinnen offenbar noch ein wenig im Winterschlaf, auch und vor allem beim FFC. Der Tabellenführer war zwar um einen konstruktiven Spielaufbau bemüht, "kontrollierte Offensive" war wohl angeordnet, allerdings wirkte das meiste recht statisch und stereotyp, Anspielstationen nach vorne hatten mangels Bewegung eher Seltenheitswert. Die Schaltvorgänge zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang dauerten schlicht zu lang. Gefährlich wurde es wenn dann meist über links und Pia Wunderlich, die auch die Chancen von Kerstin Garefrekes einleitete – die Latte und Silke Rottenberg waren aber (noch) nicht an einer Frankfurter Führung interessiert.
Die Duisburger Angriffe wurden dagegen zügiger vorgetragen, man war sichtlich bemüht, das Spiel schneller zu gestalten, leider jedoch fehlte es an der letzten Konsequenz gegen die meist sehr sicher stehende Frankfurter Innenverteidigung. Shelley Thompson auf Linksaußen konnte sich durch ihre Schnelligkeit ein paarmal in Szene setzen, fand jedoch keine zentrale Verwerterin. Gerade im zentralen Mittelfeld konnten die Gastgeberinnen die gebotenen Räume nicht effizient genug nutzen, um selber die Initiative an sich zu reißen. So ging es torlos in die Kabinen.

Nach der Pause frischte die Partie – ebenso wie das Wetter – ein wenig auf, die Strafraumszenen auf beiden Seiten häuften sich zu Beginn der zweiten Hälfte. Und das erste Zählbare des Tages gab es in der 55. Minute. Den etwas zu lang geratenen Ball aus dem Frankfurter Mittelfeld hatte Elena Hauer eigentlich schon unter Kontrolle, rutschte auf dem matschigen Untergrund aber weg, und die heranstürmende Birgit Prinz hatte freie Bahn Richtung dem Tor von Silke Rottenberg und letztlich auch zur Führung für den FFC. Bitter für den Gastgeber, denn bis zu diesem Zeitpunkt war man nahezu gleichwertig.


Die Autogramme von Steffi Jones waren gefragt

Bild: Peter Henkel

Als spielentscheidend erwies sich dann die Reaktion der beiden Teams auf den Treffer. Während die Frankfurterinnen ihre Spielfreude nun wiederentdeckten, machte sich auf Seiten des FCR schon eine gewisse Resignation breit. Logische und dann auch verdiente Konsequenz: das 0:2 (77.) nach Kathrin Kliehms herrlicher Flanke von der rechten Seitenlinie auf die links im Strafraum freistehende Pia Wunderlich, die nicht lange fackelt und trocken ins kurze Eck einnetzt. Das 0:3 für die Gäste fiel in der 87. Minute nach einem eher harmlos auf die Mitte der Tores getretenen Freistoß von Renate Lingor, den Silke Rottenberg jedoch durch die Finger rutschen ließ. Das Endergebnis stellte mit dem Schlußpfiff die für den FCR eingewechselte Christa Schapertöns her, die einen maßgerechten Steilpaß durch die Mitte schnörkellos verwertete konnte.

Besonders hervorzuheben sind auf Seiten des Gastgebers die beiden Innenverteidigerinnen Annike Krahn und Elena Hauer, auch wenn letztere beim 0:1 Opfer des Platzes wurde, sowie Shelley Thompson, die auf der linken Außenbahn für merkliche Akzente sorgte.
Ganz stark beim FFC aufspielend Steffi Jones und vor allem in der zweiten Halbzeit Birgit Prinz, die durch ihr enormes Arbeitspensum für dauerhafte Beschäftigung in der Duisburger Defensivabteilung sorgte.

Unterm Strich sicher kein großes Spiel, aber ein aufgrund der zweite Halbzeit vollkommen verdienter Sieg für den Tabellenführer aus "Mainhattan", dem damit ein guter und ausbaufähiger Start ins Neue Jahr geglückt ist.



Sandra Minnert (l.) und Monika Staab im Gespräch

Foto: Peter Henkel

Aufstellungen:

FCR Duisburg
Rottenberg, Van Bonn (77.Schäpertöns), Krahn, Wilder, Oster (72.Kowallik), Thompson, Grings, Bresonik (51.John), Laudehr, Hauer, Bajramaj

FFC Frankfurt
Wissink, Hansen, P.Wunderlich, T.Wunderlich, Prinz, Lingor, Kliehm, Weber (78.Weichelt), Affeld, Garefrekes, Jones

Tore:
0:1 (55.) Prinz
0:2 (77.) P.Wunderlich
0:3 (87.) Lingor
1:3 (90.) Schäpertöns

Gelbe Karten:
Bajmaraj (FCR), Hansen (FFC)

Schiedsrichter: Elke Günthner (Bamberg)

Zuschauer 770


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