Bundeliga 17.Spieltag

Nur der Trainer stolperte…

TSV Crailsheim - 1. FFC Frankfurt 1:4 (0:2)

Von Martin Kochem

12.4.2005    Der 1. FFC Frankfurt marschiert nicht nur weiter mit Riesenschritten in Richtung Deutsche Meisterschaft, sondern stellte mit dem alles in allem souverän herausgespielten 4:1-Auswärtserfolg beim Aufsteiger TSV Crailsheim auch noch einen neuen Startrekord für die Frauenbundesliga auf. Den alten Rekord mit 16 Siegen hintereinander von Saisonbeginn an hielt der FCR Duisburg seit der Saison 1999/2000.

Der 17. Sieg im 17. Punktspiel dieser Saison geriet eigentlich zu keiner Phase ernsthaft in Gefahr, auch wenn die tapfer kämpfenden Crailsheimerinnen um Trainer Wulf Saur nach der beruhigenden und hochverdienten 2:0 Halbzeitführung der Gäste durch Leichtfertigkeiten des designierten Meisters zu durchaus guten Torchancen eingeladen wurden und eine davon durch Claudia Nußelt zum zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer (62.) zu nutzen vermochten. Doch bereits 5 Minuten später stellte Renate Lingor mit einem wie immer sicher verwandelten Foulelfmeter den alten Abstand wieder her. Den Führungstreffer hatte die immer mehr zu alten Vollstreckerqualitäten zurück findende Torschützenkönigin der vergangenen Saison Kerstin Garefrekes (30.) mit einem Linksschuß ins lange Eck erzielt. Sandra Albertz zeigte sich nach klasse Vorarbeit von FFC-Nachwuchsjuwel Meike Weber (45.) für das 2:0 verantwortlich.

Renate Lingor verwandelte sicher den Foulelfmeter zum 1:3

Bild: Peter Weber

Dabei hätte es – wie Coach Dr. Hans-Jürgen Tritschoks bei der anschließenden Pressekonferenz richtig erkannte - zur Pause „durchaus schon 4 oder 5:0 heißen können“, doch vergaben Albertz (34.) und Lingor (44.) so genannte „Hundertprozentige“ jeweils freistehend in aussichtsreicher Position.


Sandra Albertz (links) erzielte gegen Crailsheim ihren 13. und 14. Saisontreffer

Bild: Peter Weber

Den Schlusspunkt zum 4:1-„Arbeitssieg“ (Zitat: H.-J. Tritschoks) setzte wiederum Albertz mit einem Linksknaller in den Winkel (76.), welcher für die „prächtige Kulisse“ (Zitat: Wulf Saur) von 664 zahlenden Besuchern allein schon das Eintrittsgeld wert gewesen sein dürfte…

Stefanie Kübler, Torfrau von TSV Crailsheim

Bild: Peter Weber

Probleme ganz anderer Art hatte die vereinsintern (noch) knapp führende Torschützenkönigin Birgit Prinz an diesem schattigen Sonntagmorgen im Schönebürgstadion mit dem rechten Torpfosten des von Stefanie Kübler gehüteten Gehäuses zu bewältigen - in der 50. Minute sprang ein strammer Linkschuss in der 50. Minute von dessen Innenseite wieder zurück ins Spiel, und fünf Minuten vor Schuss prallte dann Prinz selbst so unglücklich mit dem Pfosten zusammen, dass sie ausgewechselt werden mußte.


Letztendlich aber geriet Crailsheim nur für den Frankfurter Erfolgscoach zur Stolperfalle, als dieser beim Versuch, die Pressekonferenz zu verlassen, zwar die halbe Einrichtung „mitnahm“, jedoch aufgrund seiner immer noch guten Reflexe als „Hans im Glück“ unverletzt blieb…. TSV 1860 Crailsheim:

Kübler, Schumpa, Gronbach, Veeh, Jähn (75. B.Müller), Held, Hörber, Würth, TreyerBrennig, Nußelt (86.Illenberger)

1.FFC Frankfurt:

Francke, Künzer, T. Wunderlich, Weber (70.Krummenauer), Garefrekes, Kliehm, Hansen, Lingor, Prinz (84.Zerbe), Affeld, Albertz

Tore:

0:1 Garefrekes (30.)
0:2 Albertz (45.)
1:2 Nußelt (62.)
1:3 Lingor (67. Foulelfmeter)
1:4 Albertz (76.)

Schiedsrichterin: Daniela Schneider (Pleißa)

Gelb: Veeh

Zuschauer: 664


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