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1. Bundesliga, 10. Spieltag

Verrücktes Happy End für Bresonik und die Löwinnen

1. FFC Turbine Potsdam - FCR 2001 Duisburg 2:3 (2:0)

Bericht von Marion Kehren, Fotos von Martin Meier

28. November 2011
Viel mehr hätte die Spitzenpartie des 10. Spieltages in der Frauenfußball-Bundesliga nun wirklich nicht mehr bieten können. Angefangen von einem Eigentor über einen verschossenen Elfmeter, einem geläuterten Tabellenführer, der seine ersten Punkte abgeben musste, bis hin zu einer glücklichen Heldin in grünweiß war alles geboten was das Fußballherz begehrt.

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Freude pur in grün und weiß, nachdem die Schützin zum 2:3 Endstand, Linda Bresonik, von ihren Teamkameradinnen fachgerecht "erlegt" wurde :-)


Christina BellinghovenShowdown im „Karli“ vor mehr als 2.500 Zuschauern! Das mit Spannung erwartete Spiel zwischen dem ungeschlagenen Spitzenreiter aus Potsdam und dem Tabellenzweiten FCR 2001 Duisburg lockte nicht nur reichlich Zuschauer an, sondern auch diverse Fernsehsender. Die Turbinen bereits mit fünf Punkten Vorsprung vor dieser Partie haben die Liga fest im Griff, während Frankfurt sich mit einem 0:1 gegen Wolfsburg an diesem Morgen erst einmal vom Titelkampf verabschieden muss.

Das Spiel startet mit einer sehr kompakt stehenden Duisburger Mannschaft, die möglichst früh die Turbinen stören will, um sie erst gar nicht zur freien Entfaltung kommen zu lassen. Dabei wies Trainer Marco Ketelaer mit zwei Veränderungen auf. Kozue Ando stand für Gülhiye Cengiz in der Startelf und Alexandra Popp spielte am heutigen Tage auf dem linken Flügel. Sein Gegenpart auf Potsdamer Seite konnte hindess fast aus dem Vollem schöpfen, denn lediglich Antonia Göransson fiel verletzungsbedingt aus. Nach knapp fünf Minuten Spielzeit eine sehr gute Kopfballmöglichkeit durch Alexandra Popp, die nach einer Ecke völlig ungestört zum Einsatz kommt, aber der Ball fliegt knapp am Tor vorbei. Die sehr intensiv geführte Partie lässt beide Mannschaften kaum zur Entfaltung kommen. In der 12. Minute eine weitere Chance durch Mandy Islacker, nach schöner Vorarbeit von Jennifer Oster. Auf der Gegenseite sorgt immer wieder Yuki Nagasato für mächtig Unruhe vor dem Duisburger Tor, aber ohne zählbaren Erfolg. Die Taktik von Duisburg scheint aufzugehen, denn auch nach zwanzig Minuten kann Potsdam immer noch nicht sein Spiel aufziehen, ganz im Gegenteil gibt es extreme Probleme in der ansonsten gut aufgestellten Abwehr.


Yuki Nagasato, Annike KrahnDas gute Kombinationsspiel der Duisburgerinnen hält auch nach einer knappen halben Stunde weiter an. Die Löwinnen mit klar mehr und besseren Spielanteilen, aber noch immer steht es 0:0 Unentschieden. Potsdam muss über den Kampf ins Spiel finden und das machen sie in eindrucksvoller Weise in Form von Patricia Hanebeck und Yuki Nagasato. In der 34. Minute verlängert Nagasato eine Hereingabe von Anja Mittag auf Neuzugang Hanebeck. Diese zieht aus knapp 16 Metern ab und erzielt mit ihrem ersten Saisontreffer den 1:0 Führungstreffer. Mit diesem Tor wird der bisherige Spielverlauf förmlich auf den Kopf gestellt und Duisburg muss sich zuerst einmal wieder sammeln. Bittere Situation in der 42. Minute für Linda Bresonik, als diese einen Freistoß von Jennifer Cramer per Kopf ins eigene Netz lenkt. Genau eine Minute später steht Bresonik schon wieder im Rampenlicht, als sie einen zugesprochenen Handelfmeter, verschuldet durch Viola Odebrecht, ausführen will. Der schwach geschossene Ball stellt für Potsdams Keeperin Alyssa Naeher kein Problem dar. Fast scheint es, als solle Bresonik am heutigen Tage zum „Unglücksraben Nr 1“ mutieren, während die Turbine-Fans auf den Rängen schon kräftig feierten.


Kozue AndoUnverändert kommen die Mannschaften aus den Kabinen zurück, Duisburg muss jetzt agieren, um nicht noch mehr Tore zu kassieren. Was sich allerdings als schweres Unterfangen entpuppte, denn mit zwei Toren im Rücken agierten die Hausherrinnen nun wesentlich entschlossener wie in Halbzeit eins. Lange Zeit passierte nicht viel und das Spiel dümpelte ein wenig vor sich hin. Erste sehenswerte Aktion nach der Pause entfachte ausgerechnet Duisburgs Pechvogel Bresonik, die sich in der 62. Minute konsequent auf dem linken Flügel durchsetzte und das Leder ins lange Eck zirkelt. Zwar kann Naeher den Schuss noch abfälsche, doch schräg hinter ihr steht die gut positionierte Kozue Ando, die sich nicht zwei Mal bitten ließ und aus kürzester Distanz einnetzt. Drei Minuten später stellt Nationalspielerin Alexandra Popp den Spielverlauf nochmals auf den Kopf. Nach einem Bresonik Freistoß auf Laudehr verlängert diese auf Ando, die lediglich die Querlatte trifft, springt der Ball zurück auf Spielfeld und findet in Popp eine dankbare Abnehmerin – 2:2 Unentschieden.


Mit der Einwechselung von Isabell Kerschowski und Chantal de Ridder für Anja Mittag und Patricia Hanebeck setzte Turbinen Coach Schröder nochmals auf Frische im Angriff. Von nun an dominierten wieder die Brandenburgerinnen die Partie, konnten sich aber dennoch nicht entscheidend von Duisburg lösen. Ein völliger Totalausfall war dabei Genoveva Anonma, die gänzlich abgemeldet war. Kurz vor Schluss mussten die Löwinnen nochmals richtig zittern, als Marina Himmighoven eine scharfe Hereingabe von Cramer an die eigene Querlatte lenkte und Bellinghoven erst im Nachfassen die Situation unter Kontrolle bringen konnte. Der Höhepunkt folgte allerdings im direkten Gegenzug, als Simone Laudehr die freistehende Linda Bresonik perfekt bediente und dies aus kurzer Distanz zum Siegtreffer einschießt.


Stimmen zum Spiel:

Bernd Schröder: „Wir haben zu wenig vorne gemacht, unser Sturm war faktisch nicht vorhanden obwohl wir drei Stürmerinnen auf dem Platz hatten. Duisburg ist immer gefährlich und wir waren gewarnt, das letzte Tor war recht unglücklich, da sah unsere Abwehr auch nicht gerade besonders gut aus.“

Marco Ketelaer: „Ich bin überglücklich und stolz auf meine Mannschaft. Sie hat eine super Moral und Charakter bewiesen nach diesem Rückstand bewiesen. Als ich in der Pause in die Kabine kam, habe ich bemerkt, dass die Mannschaft immer noch hoch motiviert war und an sich geglaubt hat. Jetzt sind wir oben – und da bleiben wir auch!“

Linda Bresonik: „Das war ein verrücktes Spiel, erst dieses blöde Eigentor und zum Schluss dieser Glückstreffer. Ich bin froh, dass ich meinen Fehler aus der ersten Halbzeit wieder gut machen konnte. So ein Spiel habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht erlebt.“


Bianca SchmidtGenoveva Anonma, Laura NeboliMandy Islacker, Babett Peter


Stenogramm:

1. FFC Turbine Potsdam:
Naeher - Zietz, Peter, Kemme, Schmidt, Odebrecht, Hanebeck (70. De Ridder), Cramer, Nagasato, Mittag (78. I. Kerschowski), Anonma

FCR 2001 Duisburg:
Bellinghoven - Wensing, Krahn, Himmighofen, Neboli, Bresonik, Laudehr, Oster (85. Weichelt), Islacker (88. Cengiz) Popp, Ando

Tore:
1:0 Hanebeck
2:0 Bresonik (42. ET)
2:1 Ando (63.)
2:2 Popp (66.)
2:3 Bresonik (90.)

Gelbe Karten:
- / Laudehr

Schiedsrichterin:
Bibiana Steinhaus (Hannover) mit Marina Wozniak und Katrin Rafalski

Zuschauer:
2560


Weitere Bilder von diesem Spiel unter:
www.martinmeier.eu


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