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Bericht von Marion Kehren, Fotos von Marion Kehren, Guido Kölzer und Sandra Kunschke
12. Dezember 2011 Mit neuem Schwung ins Glück? Dies zumindest erhofften sich Spielerinnen, Trainerin und Fans der Bayer-Elf nach einer zweiwöchigen Pause in der genug Kraft getankt werden sollte, um die Zeit bis zur heiß ersehnten Winterpause zu überbrücken. Aber trotz eines Motivationstrainings und diversen Spezialeinheiten blieb der heiß ersehnte erste Heimsieg leider aus, obwohl eine leichte Verbesserung im Teamspirit zu erkennen war. Dennoch siegte der Tabellensiebte aus Bad Neuenahr, dank einer gut aufgelegten Celia Okoyino da Mbabi mit 0:3 und stürzt die Hausherrinnen damit noch weiter in die Krise.

Der wichtige Auswärtssieg des SC 07 Bad Neuenahr wurde maßgeblich auch durch die mitgereistens Fans, als 12er Mann geprägt und die Spielerinnen bedankten sich ausgiebig für ihre Treue. (Foto: Marion Kehren)
Dabei standen die Vorzeichen bei Bad Neuenahr alles andere als gut. „Bis dato konnten wir erst ein Mal in Bestbesetzung auflaufen und haben Duisburg prompt die erste Niederlage beigebracht“, so Stephan Schneider (Teambetreuer) vor dem Spiel. Denn genau wie Leverkusen haben die Kurstädterinnen in dieser Saison mit sehr viel Verletzungspech zu kämpfen und sehnen die Winterpause herbei, um die Akkus wieder aufzuladen.
Dem Pendant aus Leverkusen geht es dabei nicht anders, allerdings kommt hier erschwerend hinzu, dass die Werks-Elf erst einen Sieg in dieser Saison einfahren konnte und mit mageren 3 Punkten einsam und alleine im Tabellenkeller sitzt. Aber Obacht, von Platz 8 bis 12 liegen gerade einmal 6 Punkte, die theoretisch mit zwei Siegen leicht überbrückt werden können. So starteten die Leverkusenerinnen hoch motiviert und guter Dinge, mit dem Ziel ihren ersten Heimsieg zu erzielen.
Beide Teams agierten anfänglich ziemlich nervös, mit mehr Pressing durch die Kurstädterinnen, die bereits nach knapp sechs Minuten durch Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi einen ersten Warnschuss Richtung Leverkusener Gehäuse abgaben. Die Meier-Elf hielt gut mit und lies den Ball schön durch die Reihen laufen, was in den letzten Wochen nicht immer der Fall war. Nach achtzehn Minuten die erste Möglichkeit der Hauherrinnen durch Kathrin Hendrich nach schöner Vorarbeit von Isabelle Linden, aber der schwach geschossene Ball stellte für Almuth Schult im Tor der Gäste kein Problem da. Langsam kam Leverkusen besser ins Spiel und war dem Gegner ebenbürtig, allerdings brachten weitere Bemühungen durch Lisa Schwab und Carolin Dej nicht den erhofften Erfolg, was nicht zuletzt auch ein großer Verdienst an der kompakt stehenden Neuenahrer Defensive war. Einen Fernschuss von Sara Doorsoun-Khajeh konnte die heute gut aufgelegte Johanna Elsig noch klären, bevor wenig später da Mbabi das 0:1 zelebrierte. Mit einem sehenswerten Angriff bediente Katie Hoyle ihre Teamkollegin punktgenau, welche mit einem Lupfer die herausstürmende Pepa Jaeschke überlistete, sehr zur Freude der zahlreich mitgereisten Fans.
Mit einem Neuenahrer Paukenschlag begann die zweite Halbzeit der Partie. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff flankte Leonie Meier über rechts auf die hereinstürmende da Mbabi, deren Kopfball den direkten Weg ins Bayernetz fand. Das viel umjubelte Tor war gleichzeitig der Genickschlag für die Werkself, die in der Folgezeit völlig konfus über den Rasen trabte. Während die Bell-Elf über weite Strecken nur noch das Nötigste tat, brauchten die Leverkusenerinnen fast 30 Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen. Doreen Meier setzte nochmals verstärkt auf Angriff und brachte mit Eunice Beckmann und Mandala Knopf zwei frische Angreiferinnen, die das Ruder aber auch nicht mehr herumreißen konnten. Alle Bayer-Bemühungen wurden spätestens am Strafraum eliminiert und die Angriffe verpufften ohne Wirkung.
Mit der Einwechslung von Nicole Rolser bewies SC 07 Coach Colin Bell ein gutes Händchen. Denn kaum auf dem Platz leitete sie den Angriff zum 0:3 ein, als sie über den linken Flügel auf die perfekt positionierte Celia Okoyino da Mbabi flankte und diese mit einem Hammerschuss vollendete. Nun durfte auch endgültig jedem im Stadion klar gewesen sein, dass Leverkusens nächste Heimpleite besiegelt war. Über einen Kurzeinsatz durfte sich schließlich, nach langer Verletzungspause, auch Bianca Rech freuen, bevor die Unparteiische aus Mönchengladbach das Spiel abpfiff. Während sich Bad Neuenahr ausgiebig von den mitgereisten Fans feiern lies, kullerten bei den Leverkusenerinnen die Tränen der Enttäuschung und der Hilflosigkeit. Jetzt heißt es Kräfte sammeln für das Kellerduell am nächsten Wochenende gegen München, welches unbedingt gewonnen werden muss, will man nicht gänzlich den Anschluss verlieren.
Trainerstimme:
Trainerin Doreen Meier: „Die Einheiten in dieser Woche haben uns gut getan, aber man kann nicht erwarten, dass alles direkt Erfolge trägt. Eine Verbesserung war auf jeden Fall zu sehen. Allerdings fehlt uns der Mut frech nach vorne zu gehen. Spätestens am Strafraum ist Schluss, was allerdings auch sehr an der kompakten Abwehr der Neuenahrer lag. Wir werden weiter arbeiten und irgendwann wird der Knoten platzten. Ich bin froh, dass wir bald Winterpause haben und in Ruhe einmal durchatmen können. Ich bin mir sicher, unsere Rückrunde wird anders aussehen.“
  
Stenogramm:
Bayer 04 Leverkusen:
Jaeschke - Elsig, Prießen, Hendrich, Weber, Hepp (73. Tüllmann), Barth, Knaak, Dej (50. Knopf), Schwab, Linden (50. Beckmann)
SC 07 Bad Neuenahr:
Schult - Störzel, C. Schröder, L. Maier, Hoyle, Kuznik, Na. Rolser, Petzelberger, Doorsoun-Khajeh (86. Rech), Okoyino da Mbabi (83. Nati), Gregorius
Tore:
0:1 Okoyino da Mbabi (35.)
0:2 Okoyino da Mbabi (47.),
0:3 Okoyino da Mbabi (80.)
Gelbe Karten:
Knaak, Elsig / Okoyino da Mbabi
Schiedsrichterin: Isabelle Herrmann (Mönchengladbach) mit Monique Elsner und Caroline Telahr
Zuschauer:
260
Weitere Bilder unter: www.girlsplay.de
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