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Bericht und Bilder von Marion Kehren und Katrin Müller
26. September 2011 …so ungefähr lässt sich die Partie des 4.
Spieltages zwischen den Tabellenschlusslichtern Bayer 04 Leverkusen und Lokomotive Leipzig kurz und knapp zusammenfassen. Während die Bayer-Elf ihre
gefühlten „100“ Torchancen nicht nutzte, blieb Leipzig cool und abgeklärt und sicherte sich mit einem Doppelschlag binnen 2 Minuten in der
Schlussphase die ersten drei Punkte im Fußballoberhaus.

Leipzig: himmelhoch jauchzend... Leverkusen: zu tode betrübt. (Foto: Marion Kehren)
Dass die Luft langsam etwas dünn wird in Leverkusen,
dürfte nicht wirklich verwundern, aber es ist auch ebenso unerklärlich, dass Bayer mit einer Schar von Jugendnationalspielerinnen und einem
wahnsinnigen Potential immer noch im Tabellenkeller herumirrt und gleichwohl 0 Punkte auf dem Konto hat. Trainerin Doreen Meier musste handeln und stellte daher
einen Großteil der Mannschaft um. Mit Feride Bakir, Eunice Beckmann und Merle Barth rückten gleich drei neue Spielerinnen in die Startelf, zudem muss
auch noch der herbe Verlust von Natalie Moik kompensiert werden. Loks Trainerin Claudia von Lanken konnte hingegen, abgesehen von den verletzten Spielerinnen
Safi Nyembo und Gabriella Toth, ihr Team in Bestbesetzung auflaufen lassen.
Der Druck auf die Werkself schien besonders hoch, aber auch hoch
motiviert gingen die Werkselfen ins Spiel. Schöne Spielzüge und gute Kombinationen prägten über weite Teile der ersten Halbzeit das
Leverkusener Spielgeschehen. Nach knapp 15 Minuten blieb den wenigen Zuschauern der Torjubel förmlich im Halse stecken, als nach spitzem Zuspiel von
Kathrin Julia Hendrich Lisa Schwab völlig frei zum Schuss kam, doch die Unparteiische entschied auf Abseits. Nur wenige Minuten später
vertändelte Turid Knaak den Ball im gegnerischen Strafraum. Nur langsam konnten sich die Gäste aus den Fängen der Hausherrinnen befreien. Ein
erster gefährlicher Angriff folgte nach knapp 20 Minuten, als Leipzigs Kapitänin Anne van Bonn plötzlich vor dem Tor der Leverkusenerinnen
auftauchte. Doch van Bonn rutschte weg und stieß dabei recht unglücklich mit Keeperin Schmitz zusammen. Wenig später rappelte es zum ersten Mal
im Netz der Gäste, als Hendrich nach einer schönen Einzelaktion zum viel umjubelten 1:0 Führungstreffer für die Leverkusenerinnen
einnetzte. Die Steine dürften den Spielerinnen gleich reihenweise vom Herzen gefallen sein, aber noch waren 56 lange Minuten zu absolvieren. Leipzig ließ
sich nicht beirren und legte einen Zahn zu. Im direkten Gegenzug hämmerte die Torschützenkönigin der letzten beiden Jahre in der zweiten
Liga-Nord, Kathrin Patzke, das Leder an die Querlatte. Im allgemeinen Strafraumgewirre fand der Ball aber nicht sein erhofftes Ziel und die Chance war
vergeben.
Motiviert durch die 1:0 Führung begannen die Werkself-Frauen auch nach dem Seitenwechsel druckvoll
und erarbeiteten sich gleich eine Ecke, die von Eunice Beckmann, eine der auffälligsten und besten Spielerinnen an diesem Tag, durch eine Bananenflanke
direkt verwandelt wurde. Sowohl Anne van Bonn als auch Torhüterin Gaelle Thalmann versuchten das Schlimmste noch zu verhindern, waren aber chancenlos. Nun
schien der Knoten bei den Leverkusenerinnen endgültig geplatzt zu sein, denn von da an nagelten sie Leipzig in deren eigener Hälfte fest und waren
drückend überlegen. Zuerst konnte sich Turid Knaak durchsetzten, traf aber nur die Querlatte, auch der Nachschuss von Feride Bakir verfehlte sein Ziel
und ging über das Tor hinweg.
Mitten in dieser Phase der
Leverkusener Überlegenheit jedoch schaffte die von-Lanken-Elf den Anschlusstreffer. In der 53. Minute tauchte Marlene Ebermann durch einen schnellen Konter
allein vor Lisa Schmitz auf, die nur noch hinter sich fassen konnte. Der sicher geglaubte Sieg schien nun doch wieder in Gefahr, die Bayer- Elf wurde
nervös. Die Einwechslungen von Shelly Thompson und Francesca Weber brachten zwar keine Ruhe ins Spiel, erhöhten aber die Torgefährlichkeit.
Chance über Chance wurde herausgespielt, aber keine konnte in Zählbares verwandelt werden. So war am Ende das Glück auf der Seite der
Lokomotiven, als Lisa Schmitz Kathrin Patzke im Strafraum zu Fall brachte und die Unparteiische auf Elfmeter entschied, den Anne van Bonn sicher versenkte.
Keine zwei Minuten später ist es erneut Marlene Ebermann die ungehindert vor das Tor der Werkself- Frauen kommt und zum 2:3 Endstand einnetzt. Die
verbleibenden fünf Minuten Spielzeit waren, für eine völlig auseinander gefallene Bayer- Elf, zu kurz um das Spiel noch einmal zu drehen.
Stimmen zum Spiel:
Claudia von Lanken (Trainerin 1. FC Lokomotive Leipzig): „Das war ein riesiger Felsen, der uns vom Herzen gefallen
ist. In allen Begegnungen haben wir gut agiert und es war eine Frage der Zeit, wann die Mannschaft das erste Mal daraus einen Nutzen ziehen kann. Jetzt
können wir sagen: Wir sind angekommen! Natürlich haben wir auch von der schlechten Chancenauswertung der Leverkusenerinnen profitiert, denn ehrlich
gesagt hätte sie uns eigentlich heute schlagen müssen. Ich freue mich jetzt schon auf eine entspannte Heimfahrt und mit einem Sieg im Rücken wird
die Mannschaft nun auch gegen Freiburg ganz anders auftreten.“
Doreen Meier (Trainerin Bayer 04 Leverkusen): „Ich bin stocksauer und maßlos
enttäuscht! Es ist mir schlichtweg unbegreiflich, wie man eine 2:0 Führung noch aus der Hand geben kann. In der ersten Halbzeit haben wir gut
kombiniert und agiert, aber nach dem Anschlusstreffer merkte man schon, dass die Mannschaft nervöser wurde und nach dem Ausgleich lagen die Nerven
förmlich am Boden. Diese Niederlage tut mehr weh als jede andere, denn ich weiß nicht, gegen wenn wir jetzt noch gewinnen sollen. Die
Sechserpositionen war förmlich nicht vorhanden und daher fehlten auch die Pässe auf die Außenbahnen. Die Chancenauswertung war miserabel,
gefühlt hätten wir mindestens mit 5-6 Toren Unterschied gewinnen müssen.“
   
Stenogramm:
Bayer 04 Leverkusen:
Schmitz - Prießen, Kasperczyk, Elsig, Bakir, Hendrich, Götte (63. Weber), Barth (46. Linden),
Schwab (63. Thompson), Knaak, Beckmann
1. FC Lokomotive Leipzig:
Thalmann - Krengel (61. Homp), van Bonn, Ludwig, Lahr, Schneider, Herrmann (46. L. Meyer), Heller,
Lübcke, Patzke, Ebermann
Tore:
1:0 Hendrich (34.)
2:0 Beckmann (47.)
2:1 Ebermann (53.)
2:2 van Bonn (83. FE)
2:3 Ebermann (85.)
Gelbe Karten:
Schmitz, Knaak / Patzke
Schiedsrichterin:
Martina Storch-Schäfer (Petersberg) mit Isabelle Herrmann und Caroline Telahr
Zuschauer:
200
Weitere Bilder von diesem Spiel unter:
www.girlsplay.de und www.kapixlog.net
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