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1. Bundesliga, 7. Spieltag

Essen-Schönebeck zurück in der Erfolgsspur

1. FC Lokomotive Leipzig - SG Essen-Schönebeck 0:4 (0:1)

16.10.2011
Text und Bilder von Lutz Kollmann

Mit ihrem Tor in der 8. Minute legte Charline Hartmann den Grundstein für den Essener Sieg.

Die Ruhrpott-Elf, die einen furiosen Saisonstart hingelegt hatte und zuletzt gegen Potsdam und Duisburg Federn lassen musste, meldete sich mit einem klaren Sieg in Leipzig zurück. Lok dagegen wartet weiter auf das erste Saisontor im heimischen Stadion.

Carolin Härling
Carolin-Sophie Härling war es zu verdanken, dass es zur Pause "nur" 0:1 hieß. Die 20-jährige hielt Lok mit guten Paraden im Spiel.

Vor der Partie meinte Leipzigs Trainer Jürgen Brauße, dass seine Schützlinge wohl noch ein Spiel benötigen, um zur nötigen Stärke zu finden. Dass Lok gegen die Gäste aus Essen eine derbe 0:4-Schlappe einstecken musste und auch spielerisch eher einen Schritt zurück machte, ahnte er da noch nicht.

Wie schon am vergangenen Spieltag in Wolfsburg hatte Brauße auch diesmal seine Elf auf mehreren Positionen umgestellt, Lyn Meyer als einzige Spitze aufgeboten und Kathrin Patzke etwas zurückgezogen.
Der jungen Ex-Potsdamerin bot sich gleich mit dem ersten Angriff eine Gelegenheit. Im direkten Gegenzug musste Carolin Härling im Leipziger Kasten erstmals beherzt eingreifen. Es war der Beginn einer Druckphase der Gäste, die in der 8. Minute mit der Führung belohnt wurde. Auf Leipzigs linker Abwehrseite klaffte eine riesige Lücke, Linda Dallmann konnte den Ball mustergültig in den Strafraum flanken, wo Charline Hartmann einschussbereit wartete. Bei den Gastgeberinnen, in der Folge mit dem sichtbaren Bemühen nach vorn, leitete Anne Heller immer wieder mit energischen Antritten die Aktionen Richtung SGS-Tor ein. Außer einer Gelegenheit durch Lyn Meyer, die im Strafraum den Ball nicht unter Kontrolle bekam (21.) sprang dabei jedoch nichts heraus. Zur schon sprichwörtlichen Leipziger Angriffsschwäche gesellte sich diesmal auch eine erschreckend löchrige Abwehr. Die Gäste suchten immer wieder den tiefen Pass in die Spitze, wo Isabelle Wolf (24. und 26.) und Melanie Hoffmann (44.) jeweils an Carolin Härling scheitern. Für SGS-Trainer Markus Högner der einzige Kritikpunkt an seiner Mannschaft, die die Gelegenheit vergab, das Spiel bereits zur Halbzeit zu entscheiden. Auf Leipziger Seite hatte Lyn Meyer nach Zuspiel von Jobina Lahr kurz vor der Pause noch eine Gelegenheit zum Ausgleich. Ihren Schuss konnte Sabrina Dörpinghaus im letzten Moment zur Ecke klären.

Markus Högner
SGS-Trainer Markus Högner kann zufrieden sein. Mit 13 Punkten ist seine Elf im sicheren Mittelfeld platziert.

Auch im zweiten Spielabschnitt waren die Gäste mit ihren schnellen Angriffen kreuzgefährlich. Carolin Härling rettete zweimal gegen Charline Hartmann (47.) und Melanie Hoffmann (50.), in der 64. Minute konnte Lysann Schneider kurz vor der Linie klären. Auf der anderen Seite verlebte Ursula Holl im Essener Tor einen vergleichsweise geruhsamen Nachmittag. Ein Kopfball von Katharina Freitag nach Eckball von Anne Heller war die einzig erwähnenswerte Möglichkeit der Platzbesitzer in der zweiten Spielhälfte. In der 58. Minute nahm Trainer Brauße Kathrin Patzke vom Feld. Die 29-jährige pendelt normalerweise immer noch zwischen Hamburg und Leipzig, hatte jetzt Ferien und weilte zwei Wochen bei der Mannschaft – geholfen hatte es nichts. Aber auch Marlene Ebermann, die für Patzke ins Spiel kam, klebt weiter das Pech an den Füßen. Mit dem 0:2 durch Linda Dallmann verlosch dann auch der letzte Funke Leipziger Hoffnung und selbst bei einer sonst so ballsicheren Spielerin wie Anne van Bonn häuften sich Abspielfehler. Gegen eine inzwischen resignierende Leipziger Elf trafen Jessica Bade und Sabrina Bemmelen in den letzten Minuten zum 0:4 Endstand.

Mit dieser cleveren und bis zum Schlusspfiff taktisch disziplinierten Leistung haben sich die SGS-Damen ihre dreiwöchige Pause bis zum nächsten Punktspiel redlich verdient. In dieser Form dürften die Abstiegsängste der letzten Jahre kein Thema sein.
Für Leipzig dagegen geht es in den nächsten Spielen gegen Jena, Bad Neuenahr und München um Alles oder Nichts.
Bis dahin will Trainer Brauße vor allem an der mannschaftlichen Geschlossenheit seines Teams arbeiten.

 

1. FC Lok Leipzig:
Härling, Freitag (80. Krengel), Patzke (58. Ebermann), van Bonn, Lübcke, Heller (71. Herrmann), Meyer, Lahr, Szuh, Schneider, Schinkel

SG Essen-Schönebeck:
Holl, Dallmann, Dörpinghaus, Martini, Bade, Wolf (63. Bemmelen), Hoffmann, Hartmann, da Silva Costa, Klasen (72. Leiding), Hamann (51. Freutel)

Tore:
0:1 Hartmann (8.)
0:2 Dallmann (75.)
0:3 Bade (86.)
0:4 Bemmelen (88.)

Gelbe Karten: Bemmelen

Schiedsrichterin: Nathalie Eisenhardt (Holzgerlingen), Annette Raith, Karoline Wacker

Zuschauer: 504

Weitere Bilder von diesem Spiel unter:
www.girlsplay.de

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