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1.Bundesliga, 1. Spieltag

Wolfsburg wird Favoritenrolle in Jena gerecht

FF USV Jena - VfL Wolfsburg 0:3 (0:2)

22.08.2011
Bericht von Steffen Langebein, Bilder von Holger Peterlein


Zum ersten Spieltag der neuen Saison empfingen die Thüringerinnen des FF USV Jena den von den meisten Trainern der 1. Bundesliga gekürten Mitfavoriten auf die vorderen Plätze der Tabelle VfL Wolfsburg. Dieser Rolle wurden die Niedersachsen im Spiel durchaus gerecht; mit 0:3 nach Toren von den Neuzugängen Nadine Keßler und Conny Pohlers (2x) entführte man die ersten drei Punkte aus der Fremde.

Bei beiden Teams durfte man gespannt sein, wie sich die personellen Veränderungen zum Vorjahr bemerkbar machen würden. Jenas neue Trainerin Martina Voss-Tecklenburg äußerte schon vor dem Saisonauftakt: „Wolfsburg hat sich extrem und wohl am sinnvollsten von allen Teams verstärkt.“ Einer der Neuzugänge musste auf der VfL-Bank Platz nehmen, Jana Burmeister – Jenas ehemalige Keeperin.
Dafür hatte aber eine andere Neue im Wolfsburger Dress gleich eine Großchance – Conny Pohlers kam wenige Meter vor dem Tor zum Schuss, aber Stephanie Milde rettete auf der Linie (1.). Der ambitionierte Gast übernahm sofort die Initiative gegen nervöse Jenaerinnen. Als Nationalstürmerin Martina Müller im Jenaer Strafraum auftauchte, konnten sich die Thüringerinnen wieder bei Milde bedanken, die zum zweiten Mal in höchster Not vor der Torlinie richtig stand (7.). Im VfL-Mittelfeld zogen die Neuzugänge Nadine Keßler und Lena Gößling die Fäden und ließen auch die Neuen in Jenas Abwehr, die Holländerin Mirte Roelvink und die italienische Torhüterin Katja Schroffenegger, nicht zur Ruhe kommen. Gößling spazierte in Minute Zwölf ab der Mittellinie durch die USV-Hälfte und zog von der Strafraumgrenze ab. Die folgenden Ecke von Verena Faißt ließ Schroffenegger über die Finger gleiten, dahinter stand Keßler und nickte aus Nahdistanz zur Gästeführung ein (12.). Danach kontrollierte Wolfsburg weiter das Geschehen.

Jena gelang nach vorn nicht viel, bei den Stürmerinnen kam kaum ein Ball an. Julia Arnold wurde von Josephine Henning im Strafraum abgeblockt (15.). Den ersten Jenaer Torschuss quasi gab Carolin Schiewe ab, die es aus 30 Metern versuchte (30.). Aber kein Problem für Alisa Vetterlein, die wenig später beim Herauslaufen gegen Sylvia Arnold und die neuseeländische Nationalstürmerin Amber Hearn schon mehr gefordert wurde (36.). Stephanie Milde hätte nach ihren Rettungstaten in der Anfangsphase zur USV-Heldin werden können, wenn ihr Volleyschuss von der Strafraumgrenze nicht am Pfosten sondern im Tor gelandet wäre (37.). Auf der anderen Seite stand dann die Torschützenkönigin des Vorjahres da, wo eine Goalgetterin stehen muss. Nach schöner Vorarbeit von Keßler und Flanke von Zsanett Jakabfi setzte Pohlers das Leder volley mit links vor der Pause zum vorentscheidenden 2:0 für den VfL in die Maschen (43.).

Auch nach der Pause kontrollierten die Gäste das Spiel, ohne zunächst zu nennenswerten Chancen zu kommen. Jena blieb harmlos, auch bei einem 25-Meter-Freistoß von Karoline Heinze (60.). Für die Gäste verfehlte nach Gößling-Pass Anna Blässe, bis 2006 auch in Diensten des FF USV, das Jenaer Tor nur knapp (61.). Im Gegenzug ging Milde`s Kopfball ebenfalls knapp vorbei (62.). Danach sorgte Conny Pohlers für die endgültige Entscheidung. Sie steuerte nach einem Steilpass von Martina Müller allein auf das Jenaer Tor zu und vollendete, diesmal mit rechts, zum 3:0 für ihr Team (63.). Es hätte auch noch dicker kommen können im Ernst-Abbe-Sportfeld für die Hausherrinnen. Nach einem Zweikampf zwischen Carolin Schiewe und Nadine Keßler zeigte die Unparteiische Inka Müller auf den Punkt. Aber Katja Schroffenegger parierte den Ball von VfL-Abwehrchefin Navina Omilade (77.). Auch die Chancen von Müller (82.), Jakabfi (84.), Stephanie Bunte (88.) und Leni Larsen-Kaurin (90.) blieben ungenutzt und es blieb beim 3:0 für die Gäste. Somit stachen zum Saisonauftakt die neuen Trümpfe der Wolfsburgerinnen stärker als die der Thüringerinnen. Jenas Trainerin hatte mit ihrer eingangs erwähnten Prognose ob der Wolfsburger Stärke Recht behalten. Sie wusste aber auch, dass „meine Mannschaft besser spielen kann, als sie heute gezeigt hat“.
Bemerkenswert übrigens, dass die erst 15-jährige Vivien Beil ab der 64. Minute ihr Bundesliga-Debüt für die Thüringerinnen gab – die jüngste Spielerin der diesjährigen Erstbundesliga-Aufgebote.


Trainerstimmen:

Martina Voss-Tecklenburg (Jena): „Wir sind zunächst leider nicht ins Spiel gekommen, haben zu ängstlich agiert und auch Glück gehabt. Dann sind wir etwas besser ins Spiel gekommen, haben mutiger nach vorn gespielt. Schade, dass wir die Chance zum 1:1 mit dem Pfostentreffer nicht nutzen konnten. Knackpunkt war dann das 0:2 vor der Pause. Kompliment an Wolfsburg, sie haben phasenweise tollen Fußball gespielt.“

Ralf Kellermann (Wolfsburg): „Vor dem ersten Tor hatten wir schon 3-4 gute Chancen. Mit dem Spiel war ich bis dahin sehr zufrieden. Danach nicht mehr ganz, wir haben einen Gang zurück geschaltet und hatten dann auch Glück bei dem Pfostentreffer. Ich war froh, dass wir mit dem zweiten Tor in die Halbzeit gehen konnten. In der zweiten Hälfte haben wir das Ergebnis verwaltet und mit dem 3:0 den Sack ganz zu gemacht.“


FF USV Jena:
Schroffenegger; Roelvink, Radtke, Brosius, Milde, Heinze, Schiewe, Kraus (59. Stübing), J. Arnold (64. Beil), S. Arnold, Hearn (81. Lehnert)

VfL Wolfsburg:
Vetterlein; Faißt, Omilade, Henning, Bunte, Keßler (83. Bock), Goeßling, Jakabfi,  Blässe (68. I. Hartmann), M. Müller, Pohlers (79. Larsen Kaurin)

Tore:
0:1 Keßler (12.)
0:2 Pohlers (43.)
0:3 Pohlers (63.)

Gelbe Karten: Roelvink, Schiewe, Kraus / Blässe, Keßler

Schiedsrichterin: Inka Müller (Potsdam) mit Katia Kobelt und Katja Mattig

Zuschauer: 710




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