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1. Bundesliga, 4. Spieltag

Ohne Glanz, aber mit Gloria

Hamburger SV - 1. FFC Frankfurt 0:2 (0:0)

Bericht von Christian Heidler, Bilder von Christian Heidler und Sven E. Hafft

28. September 2011
Ohne zu glänzen entführt das hessische Spitzenteam alle drei Zähler aus der Freien und Hansestadt und bleibt dabei weiterhin ohne Gegentreffer. Der HSV seinerseits zieht sich zwar achtsam aus der Affäre, verpaßt aber einen Punktgewinn.

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Die HSV-Abwehr verfolgt aufmerksam wie Kerstin Garefrekes zum Kopfball hochsteigt. (Foto: Christian Heidler)


Sommerliche Temperaturen und ein für Hamburger Verhältnisse guter Zuschauerzuspruch bildeten den Rahmen für das Duell des Vorjahresvierten mit dem Vizemeister. Zudem gab es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, waren doch mit Ana-Maria Crnogorcevic und der verletzten Kim Kulig zwei Spielerinnen mit dem 1. FFC Frankfurt angereist, die vergangene Saison noch das Trikot des HSV trugen. Den gegensätzlichen Weg war Kristina Brenner gegangen, die ab der 73. Minute gegen ihren alten Klub zum Einsatz kam.

Die erste Frankfurter Torchance war in der 8. Spielminute zu notieren als Bianca Weech beim Luftkampf außerhalb des Fünfmeterraumes den Ball verlor, Crnogorcevic beim Nachschuß das Leder aber nicht voll traf und Friederike Engel noch auf der Linie retten konnte. Ansonsten zeigte Hamburgs Keeperin allerdings keine Schwächen, wurde aber auch nicht all zu oft geprüft. Denn die Gäste waren zwar von Beginn an spielbestimmend aber nur selten torgefährlich. Zum einen Teil lag dies an der von Achim Feifel defensiv gut eingestellten Hamburger Mannschaft, zum anderen Teil aber an den Hessinnen, deren Kombinationsspiel zu ungenau, langsam und umständlich war. Auch die wiederholten Abseitspositionen von Svneja Huth sorgten für hörbaren Unmut bei Trainer Sven Kahlert.

Jessica Wich im Laufduell mit Ria Percival.Die weiteren Frankfurter Chancen der ersten Hälfte lassen sich daher mühelos aufzählen: 2 von Weech jeweils zur Ecke abgewehrte Flachschüsse von Melanie Behringer, ein über die Latte gesetzter Kopfball von Saki Kumagai und ein Schuß von Sandra Smisek, der ebenfalls über das Tor geht. Zuvor gab es noch die am schönsten herausgespielte und gefährlichste Aktion der Frankfurter als sich Kerstin Garefrekes mit einem feinen Dribbling auf der Torauslinie durchsetzt und auf Behringer zurücklegt, deren Seitfallzieher aber nur das Lattenkreuz trifft.

Die Norddeutschen versuchten über Konter vor das gegnerische Tor zu kommen, was noch am ehesten über Jessica Wich auf der linken Seite gelang. Eine der wenigen halbwegs gefährliche Aktionen blieb war z.B. eine gute Flanke von Carolin Simon auf Maike Timmermann, die aber von Nadine Angerer herabgepflückt und damit entschärft werden konnte.

Nach dem Pausentee kehrten die Gäste motivierter aufs Feld zurück und übten nun noch stärkeren Druck auf die Rothosen aus. Diese wehrten sich weiterhin tapfer und kamen auch zu einer weiteren Torgelegenheit, die allerdings von Silva Lone Saländer vergeben wurde. Nachdem Kerstin Garefrekes noch mit einer dicken Chance an Weech gescheitert war, gelang es Fatmire Bajramaj nach einer Stunde den Bann zu brechen. Im weitern Verlauf versäumten es u.a. Crnogorcevic, Bajmaraj und Garefrekes mit einem schönen Schlenzer aufs lange Eck die Führung auszubauen.


Fatmire Bajramaj, Jessica Weech Das hätte sich leicht rächen können, denn die Norddeutschen erkannten ihre Chance und fuhren fortan vermehrt Konter Richtung Frankfurter Tor. Ein einziger Treffer hätte ja schon zur Punkteteilung reichen können. Trotz einiger ansehnlicher Aktionen vermochten sie es jedoch nicht, Angerer in größere Bedrängnis zu bringen. Und als Bajramaj schließlich einen schönen Flankenlauf über rechts mit einem wuchtigen Torschuß abschloß, war die Partie entschieden. Kurz vor dem Schlußpfiff hätte „Lira“ ihre gute Leistung beinahe noch mit einem Hattrick gekrönt, was Weech jedoch noch zu verhindern wußte. Am Ende also kein glanzvoller aber ein absolut verdienter Arbeitssieg des 1. FFC Frankfurt gegen einen sich wacker wehrenden, am Ende aber auch kräftemäßig nachlassenden Hamburger Sportverein. Sollte der HSV dieses Niveau auch in künftigen Spielen abrufen können, so dürfte das Team gute Aussichten haben, sich im Tabellenmittelfeld festzusetzen.



Stenogramm:

Hamburger SV:
Weech – Engel, Meiforth, Haye, Simon – Kameraj, Ewers, Saländer (73. Brenner), Bagehorn (77. Hepfer), Timmermann, Wich

1.  FFC Frankfurt:
Angerer - Percival (62.Krieger), Bartusiak, Kumagai, Weber, Smisek (62. Lewandowski), Huth, Behringer, Garefrekes, Crnogorcevic (82. Landström), Bajramaj

Tore:
0:1 Bajramaj (60.)
0:2 Bajramaj (86.)

Gelbe Karten:
- / -

Schiedsrichterin:
Inka Müller-Schmäh (Potsdam) mit Katja Mattig und Katia Kobelt

Zuschauer:
824


Weitere Bilder von diesem Spiel unter:
www.girlsplay.de



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