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21.08.2011
Bericht und Bilder: Peter Henkel
Lira Bajramaj (hier gegen Katarina Ann Tara) sorgte für viel Druck auf den Flügeln
Am Spieltag Eins nach der für das deutsche Team mäßig erfolgreichen Weltmeisterschaft hat man sich in Frankfurt auch im nicht-sportlichen
Bereich viel vorgenommen. Der Hessische Rundfunk berichtete über die gesamte Spiellänge live vom Geschehen, die Ehrentribüne war mit Dr. Theo
Zwanziger, Sivia Neid und Renate Lingor prominent besetzt und auch im Umfeld des Platzes wurden verschiedene familienorientierte Aktivitäten
geboten. Einzig das Wetter trübte das Bild, doch dazu später mehr.
Immerhin fanden im Sog der WM 2750 Zuschauer den Weg nach Rödelheim.
Frankfurt trat nach einer 5-wöchigen Vorbereitung, die mit einem
Trainingslager in Polen abgeschlossen wurde, mit vielen neuen Gesichtern
an. Zu den bekanntesten Neuzugängen zählte neben Fatmire "Lira" Bajramaj
und der noch verletzten Kim Kulig die frisch gebackene Weltmeisterin
Saki Kumagai. Mit Ria Percival aus Neuseeland und Ana-Maria Crnogorcevic
aus der Schweiz verstärken zwei weitere Nationalspielerinnen den Kader.
Für viel Freude bei den Fans sorgte auch die Rückkehr von
Vizeweltmeisterin Ali Krieger. Trotz der schmerzlichen Abgänge von
Rekordnationalspielerin Birgit Prinz, der erfahrenen Ariane Hingst und
Torschützenkönigin Conny Pohlers dürfte die Qualität der Teams um den
Coach Sven Kahlert noch gestiegen sein.
Aber auch in Essen hat man sich verstärkt. So sicherte man sich im Tor
die Dienste der hochdekorierten Uschi Holl, die sich im Stadion am
Brentanobad sicher noch bestens auskennt.
Nach einer kleinen Ehrung der erfolgreichen WM-Teilnehmer aus Japan, den
USA und Schweden wurde die Partie von Christine Baitinger (vormals Beck) angepfiffen.
Zu Beginn taten sich die Gastgeberinnen recht schwer. Zwar konnten sie das Spielgeschehen
weitgehend in die Hälfte der Essenerinnen verlagern, doch verpufften die Angriffe meist
in den gut aufgestellten Abwehrreihen aus Schönebeck. Die einzige Torchance in
dieser Phase bot sich Dzsenifer Marozsan als sie von der Neufrankfurterin Lira Bajramaj
in Szene gesetzt wird. Doch ihr Schuss verfehlte das Tor.
Anders sah es bei den Gästen aus. Nach einem Ballverlust von Bajramaj, die aber sonst eine
gute Leistung bot, kommt Essens Spielführerin Melanie Hofmann in Minute 23 zu Kopfball.
Das Glück war bei den Hessinnen, denn die Latte rettete vor dem Rückstand. Nur zwei Minuten
später kommt der Ball, nach einem missglückten Angriff des FFC über nur 2 Stationen
zur Isabelle Wolf. Ihr flacher Schuss von der Strafraumgrenze geht nur knapp am
zweiten Pfosten vorbei. Zu diesem Zeitpunkt, hätte man sich in Frankfurt nicht über
einen Rückstand beschweren dürfen. Doch es ging noch weiter. Während Frankfurt weiter
durch mangelnder Präzision eigene Chancen vereitelte, kamen die Spielerinnen der
Spielgemeinschaft immer besser ins Spiel. So boten sie in der 31.Minute einen
schönen, aus dem Mittelfeld über mehrerer Stationen vorgetragenen Angriff, bei dem Nadine Angerer
ihre ganze Klasse gegen Charline Hartmann aufbieten musste.
Kurze Zeit später hatte Sven Kahlert den Wettergott auf seiner Seite. Aus dem leichten Regen
entwickelte sich ein Gewitter, so dass die Partie für etwa 15 Minuten unterbrochen werden musste.
In dieser Bonuspause konnte der Frankfurter Trainer das notwendige 'Finetuning', wie er es später
nannte, vornehmen. Tatsächlich dürfte seine Worte, in Anbetracht der mangelhaften Leistung
seiner Spielerinnen, eher gröberer Natur gewesen sein. Erfolgreich war die Ansprache auf
jeden Fall, so konnten die Fans der Heimmannschaft nach Wiederaufnahme des Spiels die
erste Torchance seit fast 30 Minuten erleben, als die Japanerin Saki Kumagai nach einem Eckstoß am langen Eck
zum Kopfball kommt. Fortan spielten die Frankfurterinnen agressiver und gingen nicht
unverdient durch Sandra Smisek in Führung. Auch wenn nach dem Spiel beide Trainer übereinstimmend
von einem glücklichen Treffer sprachen, so war das 1:0 Ergebnis eines überzeugendes Spielzuges über Lira Bajramaj
auf der rechten Bahn und Marozsan, die in der Mitte wartend Smisek bediente.
Nach der Pause erhöhte der FFC auf
2:0. Wieder setzt sich Bajramaj, diesmal auf der linken Seite, durch. Von ihr kommt der Ball zu Melanie Behringer,
die mit einer präzisen Flanke die frei vor dem Tor stehende Svenja Huth bedient. Nachdem Lira Bajramaj nun
zweimal entscheidend an der Vorarbeit der beiden Treffer mitwirkte, trug sie sich in der 53. Minute selbst
in die Torschützenliste ein. Frankfurt gab das Heft nicht mehr aus der Hand und hatte noch drei bis vier weitere hochkarätige
Chancen.
Am Ende blieb es beim 3:0 und der Erkenntnis für Frankfurt, dass bei Laufwegen und Zusammenspiel noch Trainingsbedarf besteht.
Dennoch war Sven Kahlert froh, anders als in der Vergangenheit, drei Punkte aus einem Eröffnungsspiel
mitzunehmen. Markus Högner, Coach der SG Essen-Schönebeck bemängelte, dass aus den Großchancen der ersten 30 Minuten
nicht wenigstens ein Tor erzielt wurde. Nach der Unterbechung habe man den Rhytmus verloren und sei nicht mehr zurückgekommen.
Trotzdem attestierte er seiner Mannschaft eine gute Leistung, die ihn optimistisch stimmte.
   
1.FFC Frankfurt:
Angerer, Kumagai (70. Thunebro), Bartusiak, Weber, Percival (70.Krieger), Behringer, Marozsan, Huth, Baramaj, Smisek, Landström (63.Garefrekes)
SG Essen-Schönebeck:
Holl, Tarr, Costa, Mester, Hauer, Dallmann (55. Hamann), Martini, Wolf (77. Klasen), Hartmann, Leite (55. Dörpinghaus), Hoffmann
Tore:
1:0 Smisek (38.)
2:0 Huth (50.)
3:0 Bajramaj (53.)
Gelbe Karten: - / Mester, Tarr
Schiedsrichterin:Christine Baitinger (Magstadt), Ülfet Car, Pamela Renz
Zuschauer: 2750
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