1. Bundesliga, 3. SpieltagLehrgeld gezahlt1. FC Saarbrücken Bayer 04 Leverkusen 2:0 (0:0) | ||
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Text und Bilder von Martin Kochem 31. August 2010 Auch nach dem dritten Bundesligaspieltag bleibt der diesjährige Aufsteiger aus Leverkusen punkt- und torlos. Mit 0:2 unterlagen die Schützlinge von Trainerin Doreen Meier beim Mitabstiegskonkurrenten 1. FC Saarbrücken. Das Team, dass bereits 6 Punkte zwischen sich und dem ersten Abstiegsplatz gelegt hat und dadurch entgegen düsterer Prognosen absolut im Soll liegt.
Cynthia Uwak zeigt in dieser Saison schon eine recht gute Frühform und erzielte bereits drei Treffer. Dabei hatte es hinter den Kulissen der Saarländer in der Woche zuvor noch mächtig gekracht. So wurde unter anderem Manager Jens Nagel, nach nur ein paar Wochen im Amt, gegen Katja Spielmann „ausgetauscht“. Ebenso sorgten vereinsinterne Unannehmlichkeiten für weitere Unruhe in der Mannschaft. Diese jedoch ließ sich von Beginn dieser richtungweisenden Partie an nichts anmerken und übernahm vom Anpfiff an das Kommando. So kam die zunächst wieder in der Innenverteidigung aushelfende Sarah Schatton nach einem Freistoß von Julia Leykauf aus 6 Metern frei zum Kopfball (5.), traf die Kugel aber mehr mit der Schulter, sodass das Leder knapp einen Meter am langen Pfosten vorbeisegelte. 04-Stürmerin Lisa Schwab konnte ihre glänzende Technik nur selten ausspielen - insbesondere Julia Leykauf legte ihre frühere Mannschaftskameradin fast ausnahmslos an die Kette. Auch die zweite Chance gehörte der sich immer besser in die Mannschaft integrierenden „Schatti“. Nach einem Freistoß von Caroline Salm flog ihr förmlich der Ball vor die Füße, doch der abgefälschte Nachschuss (15.) strich am Leverkusener Gehäuse vorbei. Der FCS kontrollierte das Spielgeschehen weitgehend mittels ruhigem und sicherem Spielaufbaus bis zum Strafraum der Gäste. Jedoch hatten sie gegen die tief und solide stehende Viererabwehrkette von Bayer durchaus Mühe, sich glasklare Torchancen herauszuspielen. Eine Ausnahme bildete da die Nachspielzeit der ersten Hälfte. Nach schöner Ballstafette über die erstmals eingesetzte Danielle Sweeney und Sturmkollegin Cynthia Uwak wurde Christina Arend glänzend frei gespielt, doch leider flog der Ball aus knapp 7 Metern sowohl über Lisa Schmitz als auch über deren Gehäuse. Ansonsten waren es vor allem die Standardsituationen, welche auf beiden Seiten so etwas wie Gefahr heraufbeschworen. Zum Beispiel segelte ein direkter Freistoß von Juliana Edwards von der Linksaußenposition nur knapp über den Winkel (23.). Ebenso setzt und ein von Schatton getretener langer Freistoßball (ca. 45 Meter) auf dem nassen Rasen nochmals gefährlich auf und wäre ohne weitere Berührung beinahe sogar im Tor gelandet (39.). Und Bayer ? Nach vorne ging so gut wie gar nichts; denn die beiden Sturmspitzen Maren Henseler und Kerstin Stein befanden sich bei Schatton sowie bei Sif Atladottir in besten Händen. Etwas gefährlich wurde es eigentlich nur dann, wenn einmal die zunächst über links agierende Lisa Schwab angespielt wurde, doch „Jule“ Leykauf hatte auf ihrer rechten Abwehrseite absolut alles im Griff und machte auf dieser Position sicherlich eines ihrer besten Spiele. Zu notieren gab es bei den Gästen lediglich ein Kopfball der aufgerückten Johanna Elsig nach Schwab-Freistoss (33.) sowie einen Aufsetzer der wieder einmal enttäuschenden Shelley Thompson (45.), welcher Romina Holz im FCS-Tor aber lediglich vor dem Einnicken bewahrte.
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Bayer-Torfrau Lisa Schmitz zeigte bei hohen Bällen ein paar Unsicherheiten, hielt aber auf der Linie glänzend. Dank ihrer tollen Paraden blieb das Spiel lange offen. |
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Trainer Fröhlich erhöhte zu Beginn des zweiten Abschnitts das Risiko und ersetzte die an diesem Tage nicht ganz so wirkungsvolle Caro Salm durch, die nach ihrer schweren Verletzung von der U 19-EM wieder genese, Laura Vetterlein. Somit konnte Schatton „endlich“ auf „ihre“ 10er Position aufrücken. Wild entschlossen kamen die Gastgeberinnen aus der Kabine und drängten nun vehement auf den Führungstreffer. Vor allem Arend war es, die das Spiel in der ersten Viertelstunde hätte alleine entscheiden können bzw. müssen. So konnte Bayer-Schlussfrau Schmitz deren schönen Schlenzer aus 13 Metern, nach Super-Pass von Leykauf, gerade noch so mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken (47.). Ebenso konnte Marith Prießen einen zu schwach geschossenen Ball (50.) noch deutlich vor der Torlinie zur Ecke klären Schmitz war da bereits geschlagen bzw. umspielt gewesen... FCS-Neuzugang Danielle Sweeney führt die US-amerikanische "Tradition" beim FCS fort und zeigte in ihrem ersten Pflichspiel einen guten Einstand. Auch eine herrliche Kombination über die wieder sehr fleißigen Cynthia Uwak kaum zu bremsen! Am Ende krönte sie ihre heutige Leistung mit dem 2:0 in der 90. Spieminute. Doch wer nun glaubte, dieser hoch verdiente Führungstreffer würde den Gastgeberinnen nun noch mehr Sicherheit geben, sah sich eines Besseren belehrt. Fortan drängten plötzlich die bis dahin nur körperlich anwesenden Gäste mit Nachdruck auf den Ausgleich. So konnte die bis dahin nahezu beschäftigungslose Holz einen tückischen Linksaufsetzer von Schwab nur nach vorne abprallen lassen, doch schafften es im Nachschuss weder Maren Henseler noch Lena Steinbach den Ball an Holz vorbeizubringen. Völlig cool blieb Holz nämlich einfach in der Tormitte stehen und fing das scharf geschossene Leder ohne mit der Wimper zu zucken ab (77.). Das gleiche Duo vergab auch die nächsten beiden dicken Chancen. So schob Henseler die Kugel zunächst nach vorangegangenem Fehler von Edwards und anschließender Rechtsflanke von Steinbach nur knapp am langen Pfosten vorbei (81.) und scheiterte nur drei Minuten später wieder nach Steinbach-Rechtsflanke mit einem zu zentralen Kopfball an Holz. |
Die letzte Möglichkeit zum Ausgleich vergab Audrey Knopp, welche den Ball nach Elsig-Flanke knapp verfehlte (85.). Saarbrücken aber überstand mit Glück und Geschick diese brenzlige Phase, besaß durch Schatton’s Direktabnahme (88.) aus 12 Metern noch eine Großchance, welche von der gut haltenden Schmitz jedoch um den Pfosten gedreht wurde und machte sodann in der Schlussminute nach einem Konter endgültig alles klar. Atladottir’s kontrollierter Befreiungsschlag vom eigenen Strafraum aus wurde von Rauch im Mittelkreis herrlich auf Uwak weitergespitzelt, diese ließ U 20-Weltmeisterin Prießen wie ein Schulmädchen stehen und Afrika’s zweimalige Fußballerin des Jahres versenkte das Spielgerät aus 12 Metern durch die Beine von Schmitz zur Entscheidung ins Netz. Bayer-Trainerin Doreen Meier sah trotz der erneuten "Nullnummer" ihrer Mannschaft erkennbare Fortschritte.
Stephan Fröhlich (Saarbrücken): „Wir haben optisch das Spiel über weite Phasen bestimmt, haben aber trotz großer Chancen das Tor einfach nicht gemacht. Nach dem Führungstreffer hatten wir sicherlich auch etwas Glück, denn Leverkusen hat den Druck da schon ganz erheblich verstärkt. Bayer hat heute das Lehrgeld eines Aufsteigers gezahlt, was uns in der letzten Saison das eine oder andere Mal selbst widerfahren ist. Aufgrund des insgesamt größeren Chancenplus hat meine Mannschaft jedoch nicht zuletzt aufgrund einer kämpferisch einwandfreien Leistung das Spiel letztendlich verdient gewonnen...“
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