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1. Bundesliga, 2. Spieltag

Heimpremiere ohne Happy End

Bayer 04 Leverkusen – FF USV Jena 0:4 (0:1)

Text und Bilder von Sandra Kunschke

24. August 2010   Nachdem in der Vorwoche beide Teams ihre Auftaktbegegnungen verloren hatten, konnte man gespannt sein wie der Auftritt am heutigen Tage aussehen würde. Leider blieb die Überraschung aus und Bayer 04 misslang vollends die Heimpremiere im Ligaoberhaus.

Vor dem Spiel eine Hiobsbotschaft für den USV! Defensivkraft Susann Utes musste kurzfristig mit muskulären Problemen passen, für sie rückte Saskia Schwarz in die Startelf. Bayer 04 Leverkusen unterdess muss weiterhin auf einige Stammkräfte wie Francesca Weber, Teresa Tüllmann und Susanne Kasperczyk verzichten. Hinzu kam noch, dass Lisa Schwab leicht angeschlagen war und erst mal auf der Bank Platz nahm.

Die Schlüsselszene zum 0:1 Führungstreffer für den USV. Marith Prießen bringt Anne Bartke zu Fall. Den anschließenden Freistoß verwandelte Teamkollegin Anonma per Direktschuss.

In den ersten paar Minuten deutete Jena bereits an, dass sie nicht angetreten waren, um mit leeren Händen wieder nach Hause zu fahren. Früh setzen sie die Werkself-Frauen unter Druck. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld konnte Anne Bartke nur noch mit einem Foul durch Marith Prießen gestoppt werden. Den fälligen Freistoß verwandelte Genoveva Anonma mit einem sehenswerten Schuss direkt. Lisa Schmitz hatte keine Chance den Ball noch zu halten und so stand es bereits nach sechs Minuten 0:1 für die Gäste. Mit dem frühen Tor im Rücken spielte Jena nun sichtlich befreiter auf. Die Truppe von Thorsten Zaunmüller setzte in der Folge vor allem auf die schnellen Stürmerinnen Anonma und S. Arnold, die aber keine weitere Aktion in Zählbares verwandeln konnten.

Vor ein paar Wochen feierten sie noch zusammen den Titelgewinn bei der U20 Weltmeisterschaft, nun kämpfen sie gegeneinander um Punkte im Bundesligaalltag: Sylvia Arnold und Marith Prießen.

Leverkusen, wenig geschockt von dem frühen Rückstand, gab nicht auf und kam vor allem bei Standards zu Chancen. Aber auch die Abwehr stand dieses Mal wesentlich besser als in der Vorwoche und der USV konnte kaum noch Akzente setzen. Glück für Leverkusen kurz vor Ende der ersten Halbzeit! Ein weiter Abschlag von Jenas Torfrau Jana Burmeister in die Leverkusener Hälfe fand in Sylvia Arnold sein Ziel. Diese stürmte aufs gegnerische Tor zu, aber Lisa Schmitz eilte aus dem Gehäuse und konnte diese brenzlige Situation in förmlich letzter Sekunde klären. 04 hatte selber noch den Ausgleich auf dem Fuß, als Neuverpflichtung Shelley Thompson aus ca. 20 Metern abzog. Jenas Keeperin Burmeister konnte den Ball mit einer Blitzreaktion gerade so über die Latte lenken.



Mit der Einwechslung von Lisa Schwab kam wesentlich mehr Schwung ins Spiel der Werkself-Frauen.


Genoveva Anoma erwischte heute einen brillianten Tag! Gleich zwei Tore durfte sie bejubeln und war an weiteren zahlreichen gefährlichen Aktionen beteiligt. In dieser Szene hatten Kerstin Stein und Marith Prießen das Nachsehen gegen die Spielerin aus Äquatorialguinea, dafür war aber Lisa Schmitz zur Stelle.

Nach der Halbzeit brachte Leverkusens Trainerin Doreen Meier mit Lisa Schwab die etatmäßige Stürmerin in die Partie. Mit dieser Hereinnahme kam Bayer sichtlich besser ins Spiel und machte viel Druck - der Ausgleich lag in der Luft.


Saskia Schwarz hatte die meiste Zeit Leverkusens Neuzugang Eunice Beckmann gut im Griff.

So verpasste u.a. Maren Henseler eine Flanke von Eunice Beckmann nur knapp. Kurze Zeit später wieder eine riesige Chance für die Werkself-Frauen durch Schwab, die mit einem sehenswerten Solo Jana Burmeister zu einer grandiosen Parade zwang. Gerade in dieser Drangphase erhöhte Jena überraschender Weise auf 2:0. Der zweite Treffer nach einer Standardsituation. Nach einer Ecke von Anonma traf Julia Arnold das Leder goldrichtig und haute diesen in die Maschen.

Die Leverkusenerinnen musste in der Folge hinten aufmachen und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Jena kam zu einigen guten Torchancen und eine von ihnen passte genau. Laura Brosius spielte eine Flanke genau in die Leverkusener Abwehr hinein, dort wo die freistehende Anonma schon auf ihre Chance wartete. Diese umdribbelte Bayers Keeperin Lisa Schmitz und verwandelt zum 3:0. Die Entscheidung war längst gefallen, aber die Jenaerinnen setzten weiter auf Angriff. Wieder war es Anonma, die allerdings dieses Mal am Pfosten scheiterte.

Genoveva Anoma auf und davon, sie war heute nicht zu stoppen!

In der 74. Minute scheiterte die Stürmerin aus Äquatorialguinea erneut an Schmitz, die mit einer tollen Parade den Ball abwehrte, aber da war ja noch Sylvia Arnold. Die Stürmerin stand genau richtig und verwandelte den Abstauber zum 4:0 Endstand. In der Schlussphase warf Bayer noch einmal alles nach vorne, aber Jena blieb konzentriert und gab sich keine Blöße.


Leverkusens Trainerin Doreen Meier war mit der Einsatzbereitschaf und dem Tempo ihre Mannschaft, gegenüber letzter Woche, zufrieden. Allerdings bemängelte sie das nötige Glück im Abschluss: “Wenn Shelley oder Lisa kurz vor beziehungsweise nach der Pause das 1:1 gemacht hätten, wäre das ein ganz anderes Spiel geworden.“

Sichtlich zufrieden nach dem Sieg seiner Mannschaft war Thorsten Zaunmüller. Er sah einen verdienten Sieg seines Team, bei dem die taktischen Vorgaben gut umgesetzt wurden: „Die Defensive stand sicher und vorne haben Genoveva Anonma und Sylvia Arnold mit ihrem Auftritt die Gegner ein ums andere Mal vor große Probleme gestellt.“



Sichtlich enttäuscht und erschöpft: Torhüterin Lisa Schmitz, Johanna Elsig und Marith Prießen.





Bayer 04 Leverkusen:
Schmitz - Knopp (66. Bakir), Elsig, Hendrich, Moik (46. Schwab), Thompson, Prießen, Mpalaskas, Henseler, Steinbach (32. Beckmann), Stein

FF USV Jena:
Burmeister - J. Arnold, Schwarz, Radtke (83. Lehnert), S.Arnold, Groll (74. Seiler), Bartke (66. Heinze), Milde, Brosius, Anonma, Schiewe

Tore:
0:1 Anonma (6.)
0:2 J. Arnold (49.)
0:3 Anonma (59.)
0:4 S. Arnold (74.)


Gelbe Karten:
Elsig, Prießen

Schiedsrichterin:
Monique Klauß (Duisburg)
mit Nadja Höpfner und Nicole Massold

Zuschauer:
350




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