1. Bundesliga, 2. SpieltagBöses Erwachen an der AlsterHamburger SV – SC 07 Bad Neuenahr 0:3 (0:0) | ||
Text und Bilder von Sven-E. Hafft 24.08.2010 In einer durchschnittlichen Partie mit wenigen Höhepunkten sah es lange nach einem torlosen Remis aus, bevor die Gäste zehn Minuten vor Schluss in Führung gingen und in die Hamburger Ausgleichsbemühungen hinein noch zum klaren Erfolg kamen. Heim-Auftakt in Hamburg – nach der gewiss nicht unerwarteten Startniederlage beim Meister kam nun der als recht stark einzuschätzende SC 07 Bad Neuenahr in die Hansestadt – eigentlich die schwierigere Partie, denn dieses Spiel war natürlich mit realistischeren Erwartungen auf Zählbares verbunden. ![]() Maja Schubert (links) rackerte sich wie gewohnt auf der rechten Seite ab, doch Sara Doorsoun-Khajeh (Bad Neuenahr) hatte die Lage zumeist im Griff Da der Berichterstatter geglaubt hatte, rechtzeitig vom Zweitligaspiel in Bad Oldesloe nach Hamburg zu kommen, was an den Straßen- und Verkehrsverhältnissen scheiterte, begann das Spiel für ihn erst ab der 25. Minute (das kommt nicht wieder vor!), doch war bis dahin, wie befragte Zuschauer bestätigten, noch nicht viel passiert. Nach einer guten halben Stunde versuchte es Hamburgs Silva Lone Saländer mit einem Schuss, hatte aber keinen Erfolg, was kurz darauf auf der Gegenseite auch Nicole Rolser widerfuhr, die knapp über das Tor zielte. ![]() Hart umkämpftes Leder: Heike Freese (vorn) gegen Celia Okoyino da Mbabi 380 Zuschauer, für einen Saisonstart also nicht sonderlich viele, erlebten ein interessantes Pausenprogramm, bei dem junge und jüngste 11- bzw. 5-Meter-Schützinnen versuchen durften, den Ball an Ex-Torwartlegende Claudia von Lanken vorbeizubringen, die überdies auf ihre Brille verzichtete. Verdienter Lohn waren Dauerkarten. Zudem erfreute das neu gestaltete und noch informativer aufgemachte Stadionheft „HSVlive“. |
Gegen eine hochkarätige zehnbeinige Abwehr ist Hamburgs Aferdita Kameraj hier machtlos | |
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Die zweite Hälfte der Begegnung brachte ein beiderseits zerfahrenes Spiel, das großenteils zwischen den Strafräumen stattfand. HSV-Trainer Achim Feifel griff zu einem Doppelwechsel: Für Maja Schubert kam Nicole Zweigler, für Jobina Lahr, die ihr Potenzial zumindest angedeutet hatte, betrat Ana-Maria Crnogorcevic, tags zuvor noch höchst erfolgreiche Schweizer Nationaltorschützin, das Feld. Nach einem Zweikampf mit Kim Kulig musste Bad Neuenahrs Lena Goeßling längere Zeit behandelt werden, konnte aber weiterspielen. Dann eine Riesenchance für Crnogorcevic, deren Schuss von Nadine Richter im Tor der Kurstädterinnen glänzend per Fußabwehr vereitelt wurde (69.) – für die Unterlegenen die ewig neue Fußballfrage „Was wäre gewesen, wenn …?“ ![]() Nationalspielerinnen unter sich: Lena Goeßling (am Ball) gegen Kim Kulig Die Gäste wurden nun stärker und erarbeiteten sich manche (Freistoß-)Gelegenheit, doch insgesamt blieb der Eindruck eines typischen 0:0-Spiels bestehen. Ein gefährlicher Heber der für Marie Pyko eingewechselten Ramona Petzelberger senkte sich auf das Hamburger Tor. Zwischenzeitlich sahen noch Janina Haye und Kim Kulig Gelb – auch ein Zeichen für den wachsenden Druck der Gäste. Und dann die 80. Minute: Im Strafraum bedient von Celia Okoyino da Mbabi, hämmerte Leonie Maier den Ball mit vollem Risiko ins Tor – ein Schuss von der Sorte alles oder nichts. Handlungsbedarf für den HSV – es kam Imke Wübbenhorst, die schon manches späte und wichtige Tor erzielt hatte und die auch sofort ihre Mannschaft lautstark motivierte. Klare Gelegenheiten entstanden aber nicht mehr, wenngleich ein Fernschuss von Aferdita Kameraj nur knapp das Bad Neuenahrer Tor verfehlte. Die Gäste wechselten jetzt Nadine für Nicole Rolser ein und hatten kurz darauf eine Ecke. Den scharf hereingetretenen Ball verwertete Bianca Rech unhaltbar zur Entscheidung (87.). Dann kam noch Anne-Katrin Westphal für Sarah Schröder. |
Im Bemühen um Ergebniskosmetik rückte Hamburg auf, was Bad Neuenahr nutzte, als die angespielte Celia blitzschnell vorstieß, die herauseilende Bianca Weech umspielte und zum Endstand einschob (89.). Damit war die HSV-Pleite perfekt. Und es hätte noch schlimmer kommen können: In der Schlussminute lenkte Weech einen sehenswerten Linksschuss von Maier um den Pfosten und verhinderte so ein Debakel. ![]() Ramona Petzelberger setzt zum Schuss an (rechts Heike Freese) Kurioserweise kletterte der HSV trotz der Niederlage auf einen Nichtabstiegsplatz. Gleichwohl dürfte das Ergebnis auch in dieser Höhe als schmerzlich genug empfunden worden sein, denn als nächstes steht ein „Arbeitsbesuch“ in der Duisburger Torfabrik an, deren Produktivität zu hemmen schwierig genug sein wird. Die Kurstädterinnen dagegen sollten durch diesen späten Erfolg Zuversicht für das spannende Heimduell gegen Bayern München gewonnen haben.
Hamburger SV:
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