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1. Bundesliga, 4. Spieltag

Sensation verschossen!

Herforder SV – 1. FFC Turbine Potsdam 1:2 (0:1)

Text und Bilder von John Hurn

07.09.2010   Bestes Fußballwetter herrschte in Herford, als mit Turbine Potsdam die nächste Top-Mannschaft zu Gast war, die von über 100 Fans begleitet wurde. Diese schafften es, eine Heimspielstimmung zu erzeugen und trugen wohl auch mit dazu bei, dass Turbine sicher das Spiel begann und in der 4. Spielminute auch gleich zur ersten guten Chance kam.

Turbineflagge

Zahlreiche Turbine Fans in Herford sorgten für Heimspielatmosphäre für ihren Club

Nach dieser Chance machte Turbine zwar weiter Druck, doch stand Herford in der Abwehr nun sehr sicher und konnte somit weitere Potsdamer Torchancen weitgehend verhindern. Die Partie spielte sich in den ersten 40 Minuten zwar meist in der Hälfte der Herforderinnen ab, aber ohne dass die Heimelf dabei in wirkliche Gefahr geriet. Somit musste Potsdam erst auf einen Fehler der Herforderinnen warten, um wieder zu einer echten Torgelegenheit zu kommen. Als Lena Wermelt beim Verteidigen weg rutschte, war es dann soweit. Plötzlich hatte Fatmire Bajramaj Platz und konnte direkt aufs Tor zu rennen, womit sie Tessa Rinkes zwang, ihr Tor zu verlassen. Dann spielte "Lira" einen sehr klugen Pass auf Yuki Nagasato, die nur noch in die freie linke Ecke einschieben brauchte und somit noch vor der Halbzeit (42. Minute) für die Gästeführung sorgte.

Yuki Nagasato gegen Heleen Jaques

Kampf um jeden Meter, Yuki Nagasato erobert hier vor Heleen Jaques den Ball. Bei ihrem Tor zum 0:1 hatte Nagasato dann freiere Bahn als in dieser Szene

Doch Herford war gar nicht geschockt vom Gegentor sondern setzte direkt hinterher und machte Druck. In der 44. Spielminute konnte Marie Pollmann sich gegen ihre Gegenspielerin durchsetzten und spielte auf die mitgelaufene Laura Feiersinger, die den Ball aber nur an die Latte schießen konnte. Auch noch vor der Halbzeit bekam Turbine einen Freistoß aus guter Position zugesprochen, welcher um die Mauer gezogen wurde, doch mit einem sensationellen Save von Tessa Rinkes noch aus dem Winkel gefischt werden konnte. Ab nun entwickelte sich die Partie zu einem sehr ansehnlichen Spiel, da Herford auf den Ausgleich drückte und plötzlich ebenbürtig war, auch wenn es vor der Halbzeit zu keinen weiteren Chancen kam.

Lena Wermelt gegen Josephine Henning

Lena Wermelt hatte Pech beim Potsdamer Führungstor, konnte aber auch nach vorne Akzente setzen und erzielte schließlich das erste Heim-Tor für den HSV in dieser Saison. Hier wird Wermelt gleich von zwei Potsdamer Spielerinnen bedrängt, sicher zu erkennen ist nur Josephine Henning mit der Nummer acht

Die Herforder Spielerinnen kamen schon fünf Minuten vor Ende der Pause wieder zurück aufs Feld und spielten sich weiter warm. Mit dem Anpfiff machte Herford dann auch sofort wieder Druck und zeigte, dass sich der Aufsteiger gegen den Meister auch nach einem Tor Rückstand noch lange nicht aufgegeben hatte. Doch durch die Lockerung der bis dahin gut stehenden Abwehr kam Turbine zu weiteren Chancen, die aber alle von der überragenden Herforder Torfrau Rinkes gehalten wurden. Beide Mannschaften kamen zu Chancen und


Maxine Mittendorf gegen Viola Odebrecht

Maxine Mittendorf steht dem HSV nach Verletzung wieder zur Verfügung und grätscht hier gegen Viola Odebrecht. Anders als vielleicht von vielen erwartet, war das Spiel zwischen dem Aufsteiger und dem Meister knapp und hart umkämpft. Nur ein verschossener Foulelfmeter verhinderte das Straucheln des Favoriten!

das Spiel behielt das hohe Niveau, das es seit der Potsdamer Führung angenommen hatte, doch dauerte es bis zur 72. Minute, bis der nächste Treffer in der Partie fallen sollte.

Lena Wermelt machte ihren Fehler aus der 42. Minute wieder gut und köpfte einen gut in den Strafraum gebrachten Freistoß in die Maschen, womit sie das Heimpublikum zum ersten Mal in dieser Saison zum Jubeln brachte.

Allerdings hielt dieser Jubel hielt nicht lange an, denn Potsdams Nationalspielerin Bajramaj konnte sich durchsetzen und wie schon beim 0:1 Tessa Rinkes zum Rauskommen zwingen, wobei Bajramaj wieder auf die freie Mitspielerin in der Mitte spielte. Diesmal war es Nadine Kessler, die den Ball ins freie Tor schoss und somit die Führung für Turbine wieder herstellte. Doch Herford setzte wieder sofort nach und wollte wieder zum Ausgleich kommen.

Claudia Bujna gegen Lira Bajramaj

Hier konnte Claudia Bujna noch vor Fatmire "Lira" Bajramaj klären! Doch über die gesamte Spielzeit war die Nationalspielerin nicht zu halten, zweimal konnte Bajramaj die Vorlage für die Turbine-Tore geben und entschied letztlich das Spiel.

In der 80. Spielminute gelang es Laura Feiersinger, die Potsdamer Torhüterin Desirée Schumann zu verladen, die sich nicht anders zu helfen wusste, als Feiersinger zu Boden zu reißen. Monique Klauß entschied sofort auf Elfmeter, ließ die Rote Karte für die Notbremse aber stecken. Dies sollte der einzige Fehler des Schiedsrichtergespanns sein, welches nach dem Spiel von beiden Trainern gelobt wurde.

Marie Pollman versuchte den Elfmeter so schnell wie möglich zu schießen und führte ihn recht schwach aus, so dass Schumann ihren Fehler sofort wieder gut machen konnte und den Ball hielt. Hiernach waren die Bemühungen von Herford nicht mehr all zu stark und Potsdam kam noch zu ein paar kleineren Chancen, die aber alle von Tessa Rinkes gehalten wurden. Potsdam konnte sich so, zwar ein wenig glücklich, die nächsten Punkte im Meisterschaftskampf sichern.

Trainer Bernd Schröder war mit der Leistung seiner Mannschaft hinterher nicht zufrieden: „Wir haben überhaupt keinen Fußball gespielt und dennoch gewonnen. Hut ab vor der Leistung von Herford. Ich war nicht überrascht über die Leistung von Herford, ich bin nun 40 Jahre Fußball Trainer und kenne die anderen Vereine hinunter bis in die Regionalliga, mir war klar, dass die dagegen halten würden.”

Auf die Frage, ob es nicht rot für Schumann hätte geben müssen und somit der Spielverlauf sich noch mal hätte andern können, antwortete Schröder ganz trocken: „Das Leben ist kein Konjunktiv, wir haben schlecht gespielt und trotzdem gewonnen. So ist Fußball!” Weiter angesprochen auf die "Torwartfrage" im Turbine Tor sagte er:


„Ich kann doch keine der Torhüterinnen, die 18 und 19 Jahre alt und auf dem gleichen Level sind, zur Nr. 1 machen. Das wirft die andere total zurück, die stecken das nicht so einfach weg und finden sich damit ab!”

Tanja Schulte fand die Leistung von Turbine im Gegensatz zu Schröder gar nicht so schlecht und war mit der Leistung ihrer Elf gegen diese Spitzenmannschaft absolut zufrieden. Auf die Frage, ob Marie Pollmann immer für die Elfmeter zuständig ist, äußerte sie sich wie folgt: „Marie war und ist die erste, wenn es um das Schießen von Elfmetern geht, sie spielte vier Spiele hintereinander tadellos und nun sitzt sie heulend in der Kabine! Ich bereue meine Entscheidung, sie schießen gelassen zu haben, nicht, und werde sie erst recht wieder beim Elfmeter antreten lassen!”

Schiedsrichterinnen

Die Schiedsrichterinnen Isabell Herrmann, Monique Klauß und Nadja Höpfner (v.l.n.r.) zeigten eine gute Leistung.

Auch Birgit Schmidt, Vorsitzende des HSV, fügte noch hinzu, Marie hätte sich ein wenig mehr Zeit bei der Ausführung des Elfmeters lassen können (vom Pfiff bis zur Ausführung vergingen nur ca. 10 Sek.), ansonsten sieht sie keinen Grund, nicht weiter an Marie Pollman als Elfmeterschützin festzuhalten.

Konzentration

Konzentration auf beiden Seiten vor dem Spiel. Mit einer ähnlich guten Leistung wie gegen Potsdam müsste für den Herforder SV noch so mancher Heimsieg in dieser Saison möglich sein!


Herforder SV:
Rinkes - Jaques, Wermelt, Bujna, Aschauer, Nolte (81. Torreele), Voss, Laue (62. Ninaus), Feiersinger, Pollmann, Gröbner (56. Mittendorf)

1. FFC Turbine Potsdam:
Schumann - Peter, Henning, B. Schmidt, Zietz, Keßler, Odebrecht, C. Schröder (59. I. Kerschowski), Bajramaj, Mittag, Nagasato (78. J. Wich/86. Wesely)

Tore:
0:1 Nagasato (42.)
1:1 Wermelt (66.)
1:2 Keßler (73.)

Gelbe Karten: Mittendorf

Schiedsrichterin: Monique Klaus (Duisburg)

Zuschauer: 878


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