1. Bundesliga, 4. SpieltagStarke Kerstin Garefrekes1. FFC Frankfurt - SC 07 Bad Neuenahr 4:1 (2:1) | ||
Text von Tom Schlimme 07.09.2010 Einen Tag nach ihrem 31. Geburtstag schoss Kerstin Garefrekes drei Tore selbst und bereitete das vierte vor. Damit hatte die zweimalige Welt- und Europameisterin wesentlichen Anteil am Sieg des 1. FFC Frankfurt gegen den SC 07 Bad Neuenahr. Dabei tat sich das Frankfurter Team lange schwer gegen starke Gäste von der Ahr und konnte in der ersten Halbzeit nicht an die starken 70 Minuten in Potsdam anknüpfen, in denen Frankfurt den deutschen Meister auf dessen Platz klar dominiert hatte. Die Spielerinnen aus Bad Neuenahr störten früh und provozierten Fehlpässe und Fehler schon im Frankfurter Spielaufbau. So kam dann auch Lena Goeßling nach einem Patzer von Sara Thunebro schon in der zweiten Minute zu einem allerdings zu schwachen Schuss auf das Frankfurter Tor. Danach jedoch kam Frankfurt zu einem Konter, in dem in Sekundenschnelle fast das ganze Spielfeld überquert wurde, die erneut starke Svenja Huth war links frei, brachte den Ball gut vor das Tor, wo Birgit Prinz an den Ball kam, aber nur die Latte des von Nadine Richter gehüteten Gästetores traf. Nur eine Minute später musste Richter dann gegen Huth ihr ganzes Können einsetzen, als diese nach einem Eckstoß zum Schuss kam. ![]() Zwei Nachwuchstalente im direkten Duell: links U19 Nationalspielerin Leonie Maier von Bad Neuenahr, rechts die Frankfurter U20-Weltmeisterin Svenja Huth Doch das Spiel blieb sehr ausgeglichen, beide Abwehrreihen wirkten nicht sicher, ein Tor lag in der Luft und fiel dann auch. Bad Neuenahrs Neuzugang aus Sindelfingen, U19-Nationalspielerin Nicole Rolser, eroberte rechts an der Mittellinie den Ball und sprintete uneinholbar nach vorne. Ihre präzise Weitergabe in den leeren Raum konnte Lena Goeßling erlaufen, die passte nach innen, Celia Okoyino da Mbabi verpasste, doch einige Frankfurter Abwehrspielerinnen ebenso, und so war es der anderen Rolser-Schwester Nadine überlassen, den Ball mit einem schönen Schuss ins Frankfurter Tor zu befördern. ![]() Hier verteidigt Nadine Rolser (rechts) gegen Alexandra Krieger, in der 10. Spielminute war sie aber selbst erfolgreich und erzielte die Führung für Bad Neuenahr So rannten die Frankfurterinnen wieder einmal einem Rückstand hinterher, kamen aber diesmal durch eine feine Einzelleistung der von Birgit Prinz schön angespielten Garefrekes schnell zum Ausgleich. Doch das Frankfurter Spiel stabilisierte sich noch nicht. Das Spiel aus der Abwehr heraus funktionierte gar nicht und im Mittelfeld sah es auch nicht besonders gut aus, wobei man aber sagen muss, etwas besser als in der ersten Hälfte des Heimspiel vor zwei Wochen gegen Herford war es schon. In der 33. Minute war der Ball dann auch im Tor von Bad Neuenahr. Birgit Prinz hatte sich mit feiner Einzelleistung auf engstem Raum durchgesetzt, Nadine Richter bekam noch die Faust an ihren Schuss, doch der Ball senkte sich hinter ihr hinter die Maschen. Das Tor wurde von Schiedsrichterin Daniela Schneider jedoch nicht gegeben, weil Richter beim Zurücklaufen im Fünfmeterraum von einer Frankfurter Spielerin behindert worden sei. |
Kerstin Garefrekes (rechts), die sich hier mit Erfolg um Ramona Petzelberger gedreht hat, entschied das Spiel praktisch im Alleingang für Frankfurt | |
Wenig später erzielte Garefrekes aber ihren zweiten Treffer und damit die Frankfurter Führung. Nach einem zu kurz abgewehrten Eckstoß spielte Sandra Smisek die im Strafraum stehende Garefrekes flach, hart und platziert an. Diese stoppte den Ball mit einem Fuß, drehte sich, und schloss aus der Drehung ins lange Eck ab. Allein das harte Zuspiel so gut zu stoppen, war schon eine Meisterleistung, aber dann noch so schnell und platziert zu schießen... hammergut! Fast hätte Dzsenifer Marozsan dann nach guter Aktion im Strafraum noch das 3:1 vor der Pause erzielt, aber ihr Schuss verfehlte das Ziel knapp. So stand es bei Wiederanpfiff nach dem Seitenwechsel 2:1, entschieden war noch gar nichts, und Bad Neuenahr blieb gefährlich. In der 50. Minute hatte Okoyino da Mbabi eine Riesenchance für die Gäste, als sie sich nach einem Freistoß gegen mehrere Franfurter Abwehrspielerinnen durchsetzte, mit ihrem Schuss aber etwas Pech hatte. ![]() Celia Okoyino da Mbabi, die hier von Alexandra Krieger bedrängt wird, bereitete der Frankfurter Abwehr einige Mühe Besser machte es erneut Garefrekes, als sich Huth links durchsetzte, gut flankte und Garefrekes so allein stand, dass sie sich in aller Ruhe die Ecke aussuchen konnte. Das war in der 65. Minute und nur wenig später stellte Prinz den Endstand von 4:1 her, nachdem Garefrekes mit starker Aktion drei Gegenspielerinnen ausgetanzt und gut weitergeleitet hatte. ![]() Bianca Rech (rechts), hier gegen Alexandra Krieger, hat einige Zeit in Frankfurt gespielt und wurde an der alten Wirkungsstätte herzlich begrüßt Frankfurt hätte noch erhöhen können, das Bundesliga-Rekordmeister war nun deutlich überlegen. Doch ein guter Schuss von Prinz wurde noch zur Ecke gelenkt, ein Lupfer der eingewechselten Conny Pohlers senkte sich nur auf das Netz, und dann parierte Richter noch einen Flachschuss von Prinz mit guter Reaktion. Auch Bad Neuenahr kam gegen Ende noch zu zwei mittelguten Chancen, so einem von Frankfurts Keeperin Nadine Angerer zur Ecke gelenktem Schuss von Leonie Maier, aber insgesamt geht der Frankfurter Sieg dann schon in Ordnung. |
So sah es auch Bad Neuenahrs Trainer Thomas Obliers nach dem Spiel. Am Anfang sei es gelungen, Frankfurt ordentlich unter Druck zu setzen, aber nach dem Führungstor habe man nicht konsequent genug weitergespielt, der letzte Pass sei auch zu oft nicht präzise genug gespielt worden. Kerstin Garefrekes habe ein sensationelles Spiel gemacht, das sei schon beeindruckend gewesen. ![]() Aus kürzester Entfernung prallte in dieser Szene der Ball zwischen Bad Neuenahrs Keeperin Nadine Richter und Conny Pohlers hin und her, ein Tor resultierte hieraus aber nicht Sven Kahlert hatte das Spiel gemäß der vom DFB auferlegten Sperre nur von der Tribüne aus verfolgen können. Auch er betonte, dass Bad Neuenahr seiner Defensive viel abverlangt habe. Sonst hebe er niemanden heraus, aber die Leistung von Kerstin Garefrekes habe einfach ein Sonderlob verdient. Auch wenn schon etliche sehr gute Spielzüge zu sehen gewesen seien, könne er mit der spielerischen Leistung seines Teams insgesamt nicht zufrieden sein, mit dem Ergebnis schon, blieb Kahlert seiner gewohnt selbstkritischen Linie treu. Doch daran werde man weiter arbeiten, im nächsten Spiel in Duisburg werde man ein anderes Frankfurter Team sehen, versprach der Frankfurter Trainer.
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