1. Bundesliga, 22. SpieltagDie beste Ersatzbank der WeltVfL Wolfsburg – 1. FFC Turbine Potsdam 1:3 (0:1) | ||
Text und Bilder von Sven-E. Hafft 14.05.2010 Zum Saisonausklang gab sich der alte und neue Meister Turbine Potsdam auch in Wolfsburg keine Blöße und siegte nach wechselvollem Spielverlauf mit 3:1. Der Titel war gesichert, das Finale der Champions-League stand vor der Tür, und so konnten es sich die Gäste leisten, wichtige Stammkräfte zwecks Schonung auf der Bank zu lassen. So spielten weder Kapitänin Jennifer Zietz noch Nadine Keßler, auch der Supersturm Lira Bajramaj/Anja Mittag blieb ebenso draußen wie Viola Odebrecht. Und dies auch das ganze Spiel über, denn die Potsdamerinnen wechselten nicht einmal aus, auch nicht, als das Spiel zwischenzeitlich eng für sie wurde. Von einer B-Elf mag man angesichts der Qualität des verbleibenden Aufgebots aber nicht sprechen. ![]() Zufriedene Potsdamer Schlachtenbummler. Da auch die Wolfsburger Fans ordentlich mitgingen, kam Stimmung auf Wolfsburg dagegen annähernd in Bestbesetzung. Und doch kassierte man bereits in der Anfangsphase einen Gegentreffer, als Yuki Nagasato einen Steilpass von Marie-Louise Bagehorn aufnahm und gekonnt über die relativ weit vor dem Tor stehende Nadine Richter im VfL-Gehäuse hinweg zum 0:1 verwandelte. Ein standesgemäßer Beginn also, und das freute die wieder zahlreich mitgereisten Gästefans sehr. Es entwickelte sich ein schnelles, abwechslungsreiches Spiel mit Feldvorteilen für Potsdam, doch die erste Hälfte brachte nicht mehr allzu viele Torchancen ein. In der 20. Minute setzte sich die agile Isabel Kerschowski schön auf der rechten Seite durch und flankte in die Mitte, doch die heranfliegende Nagasato verfehlte den Ball knapp. Hier wäre Richter ohne Chance gewesen, die Vorentscheidung wurde jedoch vertagt. Potsdam zeigte ein streckenweise tolles Direktspiel, und alles deutete zunächst auf einen Ausbau der Führung. ![]() Ein echtes Duell gibt's hier zwischen Isabel Kerschowski (links) und Andrea Wilkens. Rebecca Smith rätselt, wer gewinnen wird In der 26. Minute dann Freistoß für Wolfsburg, den Martina Müller sehr gefährlich aufs Tor brachte, doch die heute zwischen den Pfosten stehende Desiree Schumann lenkte den Ball mit einer Glanzparade zur Ecke. Das Spiel verflachte nun etwas, große Chancen wurden Mangelware, und so ging Turbine mit der knappen Führung in die Pause. ![]() Martina Müller gehörte einmal mehr zu den Besten ihres Teams. Dieser Freistoß wurde mit Mühe abgewehrt Zu Wiederbeginn forderten die langsam ungeduldig werdenden Gästefans das 2:0. Aber was immer in der Wolfsburger Kabine besprochen wurde, es musste das Richtige gewesen sein, denn die Gastgeberinnen erschienen wie verwandelt und setzten den Gegner von Beginn an unter Druck. Drei Minuten nach Wiederbeginn hatte die von Melissa Wiik angespielte Selina Wagner eine Riesenchance, scheiterte aber an der |
Yuki Nagasato (links, gegen Rebecca Smith) erzielte das erste Tor und sorgte mit ihren Eckbällen für Gefahr | |
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klasse reagierenden Schumann. Vorausgegangen war ein Schnitzer in der Potsdamer Abwehr. Kurz darauf ein ähnliches Bild: Stephanie Ende hatte sich rechts durchgesetzt und gab zu Wagner, doch diese wurde im letzten Moment von Tabea Kemme gestört. In der 57. Minute tankte sich Martina Müller auf der linken Seite durch, doch ihre Hereingabe schoss die heranstürmende Zsanett Jakabfi knapp am langen Pfosten vorbei. Es war beinahe unglaublich, was die Wölfinnen hier an Chancen versiebten, sie konnten locker führen! In dieser Phase kam Potsdam gehörig ins Schwimmen. Es wäre sehr interessant gewesen zu sehen, wie man mit einem Rückstand umgegangen wäre. Hätte Bernd Schröder dann seine Edelreserven gebracht? Zumindest war er zeitweise sehr unzufrieden mit seiner Elf. ![]() Zu Beginn der zweiten Halbzeit besann sich Wolfsburg seines Potenzials und spielte den Meister fast schwindlig - Anlass genug für Bernd Schröder, lautstark einzugreifen Die aber fing sich langsam wieder und sorgte ihrerseits für Gefahr. Nach einer Nagasato-Ecke kam der Ball über zwei Stationen zu Bagehorn, deren Schuss Richter im Nachfassen unter Kontrolle brachte (61.). Das Spiel der Turbinen war nun wieder deutlich besser. Nach 64 Minuten kam wiederum Wagner frei zum Kopfball, setzte ihn aber über das Tor. Vier Minuten darauf wurde sie angeschlagen gegen Anna Blässe ausgewechselt, denn sie war bei einem Zweikampf im Strafraum unglücklich mit Stefanie Draws zusammengeprallt. ![]() Stephanie Ende (links) und Andrea Wilkens (rechts) versuchen die agile Jessica Wich zu bremsen Dann aber doch der hochverdiente Ausgleich: Andrea Wilkens, nicht energisch genug angegriffen, setzte Müller steil in Szene, die umspielte Babett Peter, ihren Schuss konnte Schumann noch abwehren, doch der Ball kam zurück und Müller köpfte ihn ein (70.). Riesenjubel nun auf den Rängen; es keimte die Hoffnung auf mehr – immerhin war Platz 4 noch erreichbar. Zunächst verließ Wilkens das Feld, für sie kam Nathalie Bock ins Spiel. Kurz darauf wieder Ecke Nagasato, Direktabnahme Peter, Tor! Der Ball schlug zentimetergenau neben dem |
Pfosten ein – unhaltbar (76.). Später dann noch der letzte Wolfsburger Wechsel, für Melissa Wiik kam die vor dem Spiel zusammen mit Sarah Freimuth verabschiedete Annelie Brendel zu ihrem letzten Einsatz als Wölfin. ![]() Jugendnationalspielerin Marie-Louise Bagehorn gab die Vorlage zum 1:0 und hatte selbst eine gute Gelegenheit
Doch den Schlusspunkt setzten wieder die Gäste. Eine Minute vor Schluss Angriff über links, Corina Schröder auf Jessica Wich, die gibt nach innen zu Isabel Kerschowski, deren satter Schuss unhaltbar direkt unter die Latte einschlägt.
Mit besserer Chancenverwertung war für den VfL wesentlich mehr zu holen. So blieb am Ende der angestrebte 5. Platz, womit Wolfsburg – rechnet man den FC Bayern einmal mit zur Spitzengruppe – den Ehrentitel „Meister des Restes” errang. ![]() Stephanie Bunte (rechts) lieferte sich viele packende Duelle mit der laufstarken Isabel Kerschowski, der Torschützin zum Endstand
VfL Wolfsburg:
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